140 i Hauptstück. Die algemeine Welthistorie bis auf die 'Sündflut.
Jabr d w.i. wir nun bedenken, daß das Verbrechen eine offenbare Empörung gegen GOtt gewesen, undv. . . 4 Z 05 - nieder die deutlichste Ueberzeugung des Gewissens begangen worden, ja mit mehrern Um-ständen verknüpft gewesen, so die Unrechtmaßigkert desselben vermeren: so mus daraus er-hellen, daß es ein so abscheuliches Verbrechen gewesen, dem hem zu Tage nichts gleichkommen kan
§. i6z.
Umstand der So bald der vergiftende Saft des verbotenen Baums verschluckt worden, und die
schürzen. Missethäter wieder angefangen ihrer selbst gewar zu werden: so wurden ibnen die Au-gen (2) ihres Verstandes geöfnet, und sie merkten ihre Blösse (°°) und die schimpflicheErniedrigung ihrer Natur. Um nun dieselbe, so viel als ihnen möglich gewesen, zu bede-cken, flochten oder wunden sie die beugsamen Aeste des Feigenbaums um ihre Hüften, derge-stalt, daß die herabhangende breite Blatter ihnen zu Schürzen gedienet. ° Denn wir dürfenuns nicht einbilden, daß sie die Blätter zusammengenähet, wie Schneider ihre Kleider, alswelches mehr ist denn Mosis Erzälung mit sich bringt
§. 164.
Kleidung der Nachdem über jedexman, so mit diesem unglücklichen Handel zu thun gehabt, dasmenschen. Mhekl gesprochen worden; so wird gemeldet, daß GOtt Adam und Eva, ehe er sie ausdem paradieft verstoßen, in Felle gekleidet habe. Welches nicht eben notwendig so zu
ver-
(irz.B.) Die ganze Eintheilung der gütlichenGesetze in wilkürliche und natürliche, mus nur ver-gleichungS- und beziehungsweise, in Absicht der Er-kentnis verpflichteter Unterthanen, verstanden wer-den: da sonst GOtteö Gesetze allezeit in dem Vor-wurf und Gegenstände ihres Inhalts gegründetsind: es folglich keine ganz ungegründete GesetzeGOttes geben kan, die blos auf dem Willen GOt-tes beruhen selten. Ob wir Menschen gleich verbun-den sind, den bekant gemachten Willen GOttes alseinen Bestimmungsgrund uUsers Verhaltens zu ge-brauchen, nicht nur wenn wir die guten und bösennatürlichen Folgen des Befolnen undVerbotenen ein-sehen, sondern auch wenn es uns an solcher Einsichtfeiet. Daher dieser Wille GOttes unser höchster Er-kentnisgrund des Guten und Bösen ist, ob er gleichan sich nicht der Verordnungsgrund desselben ist, soin dem gütlichen Verstände und Einsicht des bestenanzutreffen. Denn sonst würde dem Schein derUnbilligkcit dieser Strafe mit solcher Antwort schlechtabgeholfen werden.
(Q.H Die Redensart: IhreAugen wurden auf-gethan, hat zu einem gemeinen Wahn Anlas gege-ben, daß Adam und Eva vor dem Fal blind gewe-sen. Augustinus hat sich die Mühe gegeben, die-se Einbildung zu wiederlegen (19).
(R) Ein neuerer Schriftsteller ist der Meinung,daß durch das Gewarwerden der Blösse nichts wei-ter als nur die Empfindung ihrer Uebertreturzg an-gezeiget werde. Zn welchem Verstände auch nachder Einweihung des güldenen Kalbes gesagt wird, daßMosis das ,'kölsche Volk nackend oder entblöst
gesehen. LMosgr,L;. Und in dem neuen Testa-ment wird das Wort zuweilen von einemSünder gebraucht. Andere zwar geben vor, daßdie genossene Frucht des verbotenen Baumes beyunsern ersten Eltern Wollust erreget, und einige un-anständige Bewegungen des Leibes verursachet habe;denn nach der züchtigen Schreibart der hebräischenSprache ka» die nackende Blösse gar wol eine un-ordentliche Begierde des Beischlafs anzeigen. Wel-ches Augustmi Meinung ist, deren im folgendengedacht wird. Unser Schriftsteller aber hält dieseMutmaßung vor ganz ungeqründet, und meinet,daß es sehr schwer zu begreifen sey, wie Adam undEva vor ihrem Fal nicht sollen gewust haben, daßsie nackend seyn, oder warum sie sich dessen nachhermehr sollen geschämet haben, als vorher. Da sie alleindie einigen Einwoner des Erdbodens gewesen, so seyjyr Bette unter der Decke des Himmels so keuschgewesen, als wenn es noch so verhangen und bedecktgewesen: daher müsse, seiner Meinung nach, dieseBloße derselben in einem uneigentlichm Verstände
genommen werden (ro).
(S) Das hebräische Wort id«, welches mandurch zusgmmennehen übersetzet hat, heisset ei-gentlich nur zusammensetzen oder fügen; in wel-chem Verstände es Hieb >6,1; vorkomc, wie auchEzech. ,z. Was das Wortbetriff, welchesunsere Uebersehungen Blätter gegeben haben ; so be-deutet dasselbe auch Zweige von Bäumen, die zurVerfertigung von Hütten und Lauben bequemfind. Nehem. 8,15. (r>).
(iy)^»F,<st-'»«r<le cluitgre Del l,,>4. r, 17. /» tft/'rllllierksr, (si) Siehe cvokerenc. M>kb
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