Band 
Erster Theil.
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2 Abschnit. Von dein Srmderrfal der Menschen. 14z

worden, die selbst der gütlichen Güte und Gerechtigkeit nachteilig sey. Gleichwie aber die- I«hr v. w.,se Sache viel Streitigkeiten unter den Güttesgelehrten verursachet»), und zu unserm gegen-^wattigen Vorhaben nicht gehört: so wollen wir nur so viel sagen, daß diö algemeine un-leugbare Verderben und die Zerrüttung der menschlichen Natur, so von dem ursprünglichenZustande, den wir derselben beilegen müssen, höchst verschieden ist, uns bewegt, dasselbe vor«ine Wirkung der Usbertretung unserer ersten Eltern anzusehen; wodurch unordentliche Be«gierden und Leidenschaften dieselbe Herschaft und den Einflus in den Willen bekommen, so dieVernunft allein hätte haben sollen. Welches denn gar wol, wenigstens einigermassen, mitvon den Schwachheiten herrüren kan, welche unsere Leiber notwendig durch die Herkunftaus solchem Stam bekommen müssen; ingleichen von der grossen Veränderung, so durchdch gütlichen Fluch auf die Erde, Luft und andere Elemente gekommen Denn wasdie Alten von dem Ueberslus und der Glückseligkeit der güldenen Zeit erwenet haben, schei-net vornemlich aus einigen verstümmelten Begriffen und Ueberlieferungen von dem ansang-lichen Zustande der Menschen im Paradiese zu bestehen, und von der algemeinen Harmo-nie, worin alle Dinge in der Welt würden geblieben seyn, wenn nicht der Sündenfal eineVeränderung verursachet hätte. Anfänglich wuchsen die Früchte der Erde von sich selbst,

Und der Erdboden erfüllete die Bedürfnisse und Begierden des Menschen, ohne durchwületund.zermartert zu werden. Nach seinem Abfal aber von GOTT, und zur Strafe seinerSünde, verfluchte GOtt die Erde, die darauf alsbald Disteln und Dornen hervorgebracht.

Denn wir dürfen nicht denken, wie einige gethan haben, daß die ursprüngliche Fruchtbar-keit der Erde bis auf die Verstörung gedauret habe, so durch die algemeine Sündflut ver-ursacht worden. Zwar ist allerdings die Sündflut eine Vollendung des götlichen Fluchsüber die Erde gewesen: indessen haben sich schon vorher merkliche Wirkungen desselben ge-äußert; denn wie könte sonst vom Adam gesagt werden, daß er sein Brot mit Sorgenund im Schweis seines Angesichtes gegessen habe sein Lebelang? Wie nuy die Erde durchdes Menschen Uebertretung verarmet, so ist auch die Luft nebst den übrigen Elementen da-durch in Unordnung geraten, gewissermassen ungesund, ja manchmal gar tödtlich zu werden.

Wor-

«)D. ko-l> r-fOluinirx p. »95. Igg.

Vertheidigern eines solchen unbedungenen Rat-busses, noch viel weniger von allen VertheidigernA Zurechnung dieser Sünde Adams geschiehet.H'ernLckst aber auch, daß vorgegeben wird, es seyUnals die Strafbarkeit und Verdamlichkeit derI"chkommen Adams, von den Vertheidigern einerAbrechnung dieser ersten Sünde blos und allein aus

Mer Zurechnung hergeleitet worden ; so niemals ge-schehe,, : indem solche Verdamlichkeit der MenschenMol auf der natürlichen Verdorbenheit und ange--°°rnen Sündlichkeit solcher Nachkommen, als auf"er Zurechnung der Sünde Adams beruhet, ja dieMere selbst bey Behauptung der letztem vorausge-Mwird; auch nicht jederman, derdiese ZurechnungLügner, damit leugnet, daß die Nachkommen A-durch den Sündenfal und die Fortpflanzung»Es daraus entstandenen natürlichen Verderbens^f?fbar und verdamlich worden. Nachdem derar-^'"ianiscke Lehrbegrif in der eich, üben Kirche^genommen worden: hat man daselbst solche Zu-"chnung der Sünde Adams zu bcstreiten angefan-gn, welches sonderlich von Da», lwbicby gesche-

hen, gegen den Herrn Jac. Larpovs commem.

äs inipnlstione tlicii proprii ct slieni, lpccistiiavero peccati /lärini in pollsros säucrtlis Orn.

gerichtet ist. Womit Herr M. Steph.Tbristoph Lenzen» unter mir gehaltene äilp. äsimpuk. pccc. aä-näcic-i poikeris ingleichenHerrn Pros. Isr. Gottl- Tanzens inrispr. ciuir. äeij-ub!ics§ 8?7leq. verglichen werden kan.

(irb.B.) Obgleich die gegenwärtige Beschaffen-heit des menschlichen Leibes, und der Verbindung des-selben mit der Selen, verursachet, daß derselbe nichtnur ein Werkzeug der Sünde, sondern auch eineQuelle und Veranlassung vieler Reiznngcn zurSünde ist - so kan doch die Zerrüttung unserer Se«le und das natürliche Verderben weder allein, nochauch eigentlich aus dem Leibe, und dem Verhältnisdesselben gegen die ausser uns befindlichen Dinge,hergeleitet werden. Von welcher Meinung Perc.Lhauvin» und Brin Turners, Zack. Gcapiitkeol. rec, comrou. tom. L c. 6 gu, 8 p. 177 ig jUvergleichen ist. -