i44 i Hauptst. Die algememe Welthistorie bis auf die Sündflut.
vGWoraus denn Theurungen, Seuchen, Erdbeben, Sturmwinde, und alle Arten natürlicherUnfälle entstanden, welche eine unzälige Menge von Krankheiten und Beschwerlichkeitenverursachen«).
§. 167.
Erfolgte »er- aber desto deutlicher vorzustellen, wie sehr und auf was vor eine Art die Natur
b"s mmsch!i-durch den Fal verschlimmert worden; wird nicht undienlich seyn, die Beschaffenheit sowolchmkörpers. des menschlichen Leibes, denn was die Sele betrift gehört eigentlich nicht zum Umfange un-sers Vorhabens, als auch des Erdbodens, in dem anfänglichen Zustande» genauer zu erwe-gen, nebst der Art und Weise, wie beides in den gegenwärtigen Zustand gekommen.
Was demnach die anfängliche Verfassung des menschlichen Leibes betrift, so ist of-fenbar , daß damals die Blosse desselben keine Unbequemlichkeit oder Scham verursachtdaher auch keine Empfindung einiger Notwendigkeit dieselbe zu bedecken stat gefunden«Die Neigungen, so zur Fortpflanzung des Geschlechts gereichen, scheinen so regelmäßig gewe-sen zu seyn, und so völlig unter der Herschaft der Vernunft gestanden zu haben, daß nicht die ge-ringste Bedeckung derjenigen Theile nötig geschienen, welche seitdem alle Welt zu verbergendienlich gefunden t-). Es haben sich zwar manche eingebildet, daß wann der Mensch intStande der Unschuld geblieben wäre,keine eheliche Beiwonung,sondern eine andere Art der Fort-pflanzung des menschlichen Geschlechts würde stat gefunden haben ("); welches die altenKirchenväter sehr geneigt gewesen zu glauben, aus einem Vorurtheil von den Verdiensten undder Vortreflichkeit des ledigen Standes 4). Allein, Augustinus bestreiket diese Meinungmit sehr starken Gründen *); als, von dem Segen GOttes und seinem Befel, fruchtbar jNseyn und sich zu vermeren; ferner, von dem Unterschied des Geschlechts vor dem Fal; j§von der Ungereimtheit der Folge, daß die Sünde zur Fortpflanzung des menschlichen Ge-schlechts notwendig gewesen. Indessen giebt er doch zu, daß im Stande der Unschuld dasWerk der Zeugung ohne Mischung der Leidenschaften, und ohne Verlust der Jungfrau-schaft würde vorgegangen seyn, und daß der Mensch zur Fortpflanzung des Geschlechts wür-de geschritten seyn, wenn er dieselbe nötig erachtet, ohne einige Reizung der LustUeberdis scheinet auch der Leib des Menschen vor dem Sündenfal zärter, beweglicher undempfindlicher gewesen zu seyn, als er jeßo ist, daß einige Arten von Früchten und Leistngrosse Veränderungen darin hervorbringen können, ihn entweder seinem damaligen Zustan-de gemäßer zu machen und darin zu befestigen, oder zu zerrütten und in Unordnung zu fi-tzen (^"). Daher denn eines theils der Baum des Lebens die Kraft gehabt, seinen Leib un-
vergäng-
r>) Noiiy okvlvlniry p. 2Y5. lg. Siehe 1 °j,:ory Nil. p. IZ8.
i» ^.nnsi. rom. I. p. 174. «r 6 cne 1 . r. kzlLiiis, xsrk.l. c, LZ»
li- civil. veiNib.14.csx.Ll.
(M Paracelsus ist davon so stark überredet gewe- tern angenommen worden, und viel üble Folgen gk-sen, daß er behauptet, Adam und Eva seyn ohne habt haben. Kein endlicher Geist, noch vielwenylßGeburtsglicder erschaffen worden, welche aber her- aber ein Mensch in seinem irdischen Zustande, od^'nach aus ihren Leibern entstanden, als Gewächse (rz). als ein Einwoner der Körperwelt, kan ohne Slm-B>) Bey dieser Vorstellung sowol, als der lichkeit und Leidenschaften seyn, deren richtiges Des-im folgenden vorgetragenen Meinung von den nach hältnis gegen seine obern Kräfte zur Volkommenhe^dem Lmndenfal erst entstandenen Leidenschaften des desselben gehört.
Menschen, sinddie Vonirrheile der stoischen auch (,zo. B.s Welches eine schlechte Volkommenhfi-plaroniMen Sittenlehre, von Sündiichkeit und des menschlichen Körpers würde gewesen seyn:, ^Verwerflichkeit aller sinlichen Lust und GemütSbe- dem die zärtliche Empfindlichkeit aller äußern D>Ewegung, zu vermeiden, die von manchen Kirchenva- eine höchst beschwerliche Schwächlichkeit und
(Lz) sxuä <1e kkilok. c. y. x^i. ncr. c.