2 Abschritt. Von dem Srmdenfal der Menschen. 145
vergänglich und unsterblich zu machen ; anderntheilö aber der Baum der Erkentnis des Ia'bev.Vs.i.Guten und Bösen Krankheiten, Zerrüttungen und Sterblichkeit demselben zuziehen können.
Vor welches letztem erste Wirkung die Empörung der zur Zeugung bestirnten Gliedergehalten wird, st aus derselben Scham erhellen stl, die sich augenblicklich der Menschen be-mächtiget, nachdem sie diese Frucht gekostet (2). Und die Warheit zu sagen, da derMensch nach dem Fal nicht mehr im Stande ist, die Aussprüche der Vernunft genau zu be-obachten ; st har die Liebe notwendig in die Welt eingefüret werden müssen, weil es sonst un-begreiflich ist, wie das menschliche Geschlecht würde haben bestehen können : so daß die Leiden-schalten erweckt worden, die Menschen anzuhalten, dasjenige zur Stillung ihrer Reizungenthun, was sie vorher blos aus klugen Ueberlegungen gethan '). Die Beschaffenheit desWeibes vor dem Fal ist gleichsals von derselben, worin sie sich seitdem befindet, sehr ver-schieden. Sonderlich hat sie damals in mehrerer Gleichheit mit dem Man gestanden, undchen nicht viel mehr als er bey der Fortpflanzung des Geschlechts beschäftiget seyn dürfen t).
, sogar die Thiere scheinen sich damals in einem Stande grosser Fähigkeiten und Vor-Bogens befunden zu haben, der Vernunft und Rede näher gekommen und höherer Stufenvon Volkommcnheit und Glückseligkeit theilhaftig gewesen zu seyn, als sie seitdem jemalsgeworden ").
§. 168.
Worin aber die Fruchtbarkeit und Annemlichkeit der anfänglichen Erde bestanden, Verändern!,,und wie dieselbe st sehr geändert und verschlimmert worden, ist schwer zu bestimmen. Am bens^nschBur'r ^ ^ davon, wenn man eine götlicheWirkung zu Hülfe nimk, und die Un- ncts vorfiel-
ftuchtbarkeit der Erden und Schädlichkeit der Lust, ja die algemeine Verschlimmerung der lung.
Natur, GOtt oder von ihm gebrauchten Geistern zuschreibt. Allein, eine warscheinlichenatürliche Ursach aller dieser Wirkungen läst sich st leicht nicht anzeigen. D. Burnet mei-net, daß die Fruchtbarkeit und der paradisische Zustand der anfänglichen Erde blos vonber beständigen Gleichheit der Tage und Nächte hergerüret, st eine Folge der Richtung ih-ver Achs gewesen, die er damals mit der Sonnenstraffe oder Ecliptic parallel gewesen zuseyn vorgiebt, in welcher dieselbe mit den andern planeren um die Sonne beweget worden,klnd diese Stellung der Erde braucht, seiner Meinung nach, keinen weitem Beweis als ihreeigene Deutlichkeit, weil es eine unmittelbare Wirkung und algemeine Folge der SenkungUnd Schwere ist, daß sich ein Körper, so in einem mit flüßiger Materie angefülten Raumseine freie Bewegung hat, in solchen Stand setzet, der dem Druck seiner Schwere am ge-kästesten ist. Da nun der anfängliche Erdboden von ganz gleichförmiger und ordentlicherGestalt gewesen, und auf allen Seiten einerley Gleichgewicht gehabt *); st sey keine Ursa-che vorhanden gewesen, warum derselbe mehr auf eine Seite als auf die andere solle gehan-gen haben gegen die Sonne. Wobey er vorgiebt, die Erde habe solche Richtung bis auf
die
-) VIÄlon. Kitt. nrcic, Lve, r-m. ?. ,) MMs»/ l'keoi'V llb. z. p. szo. «,) lbl-iem ng». 240.
-ö Siehe die Einleitung § 8y.
^er Unqesundheit ist. Fuglicher könte ein Vorzug°es anfänglichen Zustandes, in Ansehung desmensch-nchen Körpers, in dem weiter» Umfange des Be»wustscyns aller innern Bewegungen der Theile des-p'ben, und damit verknüpften Vermögen, die Ver-änderungen derselben zu bestimmen, gesetzt werden;
(-4) Siehe DiA. kiüor, src, kua.
Theil.
daraus eine Herschaft über die Handlungen undVerrichtungen des natürlichen Lebens, so jetzo der-selben nicht fähig sind. begreiflich seyn würde.'
lL) Einige Rabbinen scheinen solches ebenfalsder natürlichen Wirkung der verbotenen Frucht zu-zuschreiben (24).
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