L72 i. Hauptstück. Die algememe Welthistorie bis auf die Sündflur.
^ L G Err^bon, ja die alten Weiber leichtfertiger und viehischer zu seyn gesucht als die jungen: daß^ ' Vater ihre eigene Töchter, und Söhne ihre Mütter beschlafen; so daß weder Kinder ihre
Eltern, noch Eltern ihre Kinder erkennen können (^).
§. 191.
Vorgegebene Die Benennung der Sohne GOttes, so i^oses den Kindern Sechs beigeleget,>hat Iosephum-«), philonem «) den Juden und verschiedene Kirchenvater ->), zu einer.veib^rn. seltsamen Auslegung dieser Stelle verleitet: daß darin gemeldet werde, Engel, welche in derheiligen Schrift auch Söhne GOttes genant werden ?), haben mit Weibern zu thun gehabtund mit denselben das ruchlose und verwegene Geschlecht erzeuget, dessen wir sogleich weitergedenken werden (M). Diese Meinung scheinet, unserm Bedünken nach, keiner Widerlegung
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m) vbiiuprz. ») PL-Vs 6- xigLnklbu, p. r84- -0 A-i-'
et slii spuii bibl. lib. 5'
^ annol. 77. L-»e>- klü. siicr. iid. I. x. 8.
(r48.B) Obgleich IMass, l.2 die Verheira-tung der Nachkommen Sechs mit dem GeschlechtLains als die Veranlassung der algemeinen Aus-breitung des sündlichen Verderbens der Menschenangefüret wird: so darf um deswillen doch dieserVersal der Nachkommen Adams, oder auch Lains,nicht eben auf die Sünde der Unzucht eingeschränktoder darin allein gesetzt werden, deren Vorstellungallster sehr übertrieben worden, so mit dem e. 4 ge-meldeten Geschlechtsregister der Nachkommen Laiirsnicht füglich gereimt werden kan. Ebenso!» ist manbey dem Streit, ob es vor der Sündfiut Abgötte-rey unter den Menschen gegeben, zu weit gegangen,solches gänzlich zu leugnen, und den Versal desGottesdienstes blos in herschende Gottesverleugnungeinzuschränken.
(M) Diese Meinung scheint ursprünglich durch ei-nige Abschriften der griecliisclien Uebersetzung ver-anlasset zu seyn, welche zu Augusrini Zeiten andieser Stelle gelautet: Die Engel GGcres (571.Lactamius meinet, daß die Engel, so diesen Greuelverübet, von GOtt zur Bewarung und Obhut derMenschen seyn gesandt; auch, weil sie einen freienWillen gehabt, von ihm ernstlich gewarnt worden,sich ja nicht mit dem Verderben des Erdbodens zubeflecken, und der Würde ihrer himlischen Natur ver-lustig zu machen: der Teufel aber habe dieselbe mitder Zeit verleitet, sich mit Weibern zu beflecken. Ersäget hinzu: daß, da dieselben der Gvtlosigkeit wegen,in welche sie sich gestürzet, nicht wieder in den Him-mel gelassen worden, seyn sie auf die Erde gefallenund des Teufels Diener worden; diejenigen aber,so von ihnen gezeuger worden, weil sie weder Engelnoch Menschen, sondern einer mitlern Natur gewe-sen, seyn so wenig jn die Hölle aufgenommen wor-den, als ihre Väter in den Himmel. Daraus seydemnach eine gedoppelte Gattung von Teufeln ent-standen, himlische und irdische. Diese letztem seynunreine Geister und Urheber alles Uebels unter den
(57) cle ciulr. Del l!i>. 15. c. 2,. (58°) vrix, arror, lib. L. c. 15,
r. e>5. cöo) 6lthe oben § irr. nvr, e).
?)Hwbi,6.-,l.;8,7.
Menschen, deren Fürst der Teufel sey (58). Hieraussind, allem Ansehen nach, die Vorstellungen von desIncubis, oder solchen Teufeln entstanden, welchesich mit Weibern fleischlich vermischen sollenDiese Einbildung von der Engel mit Weibern getrie-benen Unzucht, ist durch die oben gedachte unächftWeissagung Enochs sehr ausgebreitet worden. DieUeberbleibsel, so wir-noch davon haben, enthalteneine umständliche Nachricht von diesen erdichtetenHändeln. Daher wir hier einen Auszug darausertheilen wollen, obgleich einige Stücke vieleichtfuglicher auf einen andern Ort verspüret werdenmöchten.
Als sich die Menschen stark vermerkt, haben sieTöchter gehabt von so ausserordentlicher Schönheit,daß die Egregori, oder wachende Engel (60), sichin.dieselben verliebet, und einander den Vorschlag ge-than , herab zu steigen und sich aus den Töchtern dckMenschen Weiber zu erwälen. Worauf ihr obersterAssst, Sein«;««, geantwortet: er fürchte, daß siesolch Vorhaben nicht hinaus führen würden, sondernihn verlassen, die Schuld allein zu tragen. Woraussie sämtlich geschworen, und sich unter hohen Verwün-schungen verbunden, von ihrem Entschlus nicht abzu-gehen. Diese Egregori seyn an die zweihundertgemessn, die zu den Zeiten Jareds auf den Gipst'des Berges -Hermon herabaekommen, welcher vondiesem ihrem Eidschwur den Namen bekommen.Ihre Anfürer sind zwanzig an der Zahl gewesen,deren Namen, wenn einige Leser neugierig seyn möch-ten dieselben zu wissen, folgendergcstalt lauten:demiarss, ihr Oberhaupt;
Atrrcuph, Ksmiel, klrsrmsrus, Lärmes,
Araciel, Lampücii, Amsricl, Luwssl-
Lllvhrdiel, Tlaciei, AnogcmoZ, l'xriel,
Orsinmamc, Lslciel, 1Asu5seI, luniicl,
Aralrel, Lsmiel, Laricl-
Diese nun, nebst den übrigen, haben im Jahr derWelt 1170 Weiber genommen, und mit ihnen Un-
zucht
(;s) t-k'