Band 
Erster Theil.
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6 Abschnit. Von der Süiwfluk. 205

^rgek aber, daß die Gewässer, welche sowol der Abgrund als der Regen liefern können, ge- I b w.,i;vZgen die erforderliche Menge gar erstaunend zu kurz kommen möchten. Nach den bemerk-^ken Erfarungen über der Menge des Wassers, das im Regen herabfält, haben die Regen-güsse nicht ein einiges Weltmer, ja nicht ein halbes verschaffen können, so ein sehr uner-heblicher Beitrag würde gewesen seyn, zu dem, was zu einer Sündfiut erfordert worden s).

,nn es vierzig Tage und vierzig Nachte zu gleicher Zeit durchaus um die ganze Erde hergeregnet, so hat solches wol hinreichen können alle niedrige Gegenden unter Wasser zu setzen^hingegen sehr wenig bedeuten müssen, die Berge zu überschwemmen: so daß man vermeinetM, wenn die Sündslut allein durch den Regen hatte verursacht werden sollen, würden nicht^zig Tage, sondern vierzig Jahre nötig gewesen seyn dieselbe zu Stande zu bringen ^).

gesetzt auch, die gesamte Dunstkugel wäre zu Wasser verdickt worden; so würde solches^och unmöglich zu dieser Wirkung haben hinreichen können: denn es ist ausgemacht, daßsol-Ms nicht über zwey und dreißig Fuö hoch hätte steigen können, welches, wie bekant, diegewönliche Höhe ist, zu welcher das Wasser vermöge des Drucks der Dunstkugel aufsteigenkan 5). Indem das Gewicht der gesamten Luft, wenn sie zu Wasser verdickt worden, dasGewicht derselben in ihrem natürlichen Zustande nicht übersteigen kan, sondern demselbengleich seyn mus: die Luft selbst aber zum wenigsten achthundertmal dicker werden MUS; dennso viel trägt der Unterscheid zwischen dem Gewicht der schwersten Luft, und dem Gewicht desWassers aus t). Was den Abgrund aber betrift, wenn man darunter die See versteht,die nicht höher steht als die Erde, wie sich vordem wol manche eingebildet haben, und daherzur Sundstut nichts beitragen können; so würde sie ihr Lager behalten haben, wie sie jetztthut, und eben denselben Platz einnemen: versteht man aber dadurch die unterirdischen Ge-wässer ; so würden dieselben in ihren Behältnissen ruhig geblieben seyn, und nicht andersals durch Gewalt in die Höhe seyn gebracht worden: solle aber Gewalt seyn gebraucht wor-den, sie über die Oberfläche der Erde hervor zu ziehen; so würde ihr Raum doch wieder mitanderm Wasser haben ausgefüllet werden müssen, so daß dadurch im ganzen nichts gewon-nen wird").

§. 219.

Bey solcher Bewandnis der Sache hauen einige den Knoten durch, den sie nicht lö- Fortsetzungfen können, und zeigen uns hier den blossen Arm der Almacht; indem sie sagen: GOtt ha- derselben,be in der Absicht eine Sündflut zu bewerkstelligen, Wasser erschaffen, und dasselbe, da diesündslut aufhören sollen, auch wieder vernichtet. Allein, unser Werk ist hier nicht, zu un-tersuchen, was GOtt durch seine almächtige Kraft wirken könne, sondern vielmehr diese Be-gebenheit aufs möglichste aus natürlichen Ursachen begreiflich zu machen; wir halten auch dieplötzliche Zuflucht zur götlichen Almacht, sonderlich durch Hsrvorbringung neuer Materie, vorunbillig. Moses weiset deutlich natürliche Ursachen der Sündfiut an, den vierzigtägigenRege» und das Aufbrechen des Abgrundes; und Petrus hat gleichfals die natürliche Ver-fassung der Welt als eine Ursach derselben angegeben *): keiner von beiden aber gedenkt

mit

el-Siehe coxit. nkfficcr-mecd. p.Li,. 6Lt-NL- in 6-nrt. 7.4. r) in epili.

ncl änä. Coluium p, z 85 . e) via. //„//-),§ ciiü-rc.in cd- xd!!r> 5 . Iirns. vol. 16. p. 104. «)s»-"

irec 1°kecir7 Üb. I. c. r. 2 pktr. 2,6.

scharfsinnigsten Naturkündiger in das innerste der derjenigen Tiefe halten, welche die Erde bey dery^rdx sehen, und vor das Behältnis des grösten Theils Anfang der Schöpfung bedeckte (78).

(78) > rttos. I, r. S §«>'»«/ 0.1.c. 7,

A. w. H. i Theil.

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