Band 
Erster Theil.
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202 i Hauptftück. Die algemeine Welthistorie bis auf die Sündflut.

2-d.mit einem Wort einer neuen Erschaffung von Wasser. Andre nemen daher an stat einer

*' ' ' Schöpfung eine Elementenändrung an, und sagen, die Luft sey in Wasser verwandelt wer- >den, und das sey die grosse Mittelursach der Sündflut gewesen >). Doch diese Meinungstimt mit der Weltweisheit Mosis und perri eben so wenig überein als die vorhergehe^dc, und macht die Eröfnung des Abgrundes volkommen unnötig "): zu geschweigen, daßdergleichen Verwandlung in der That nichts mehr als eine blosse Verdickung seyn würde,deren Unzulänglichkeit bereits dargethan worden. Einem dritten Anschlage zu folge ist dasRegen, und Seewaffer so verdünnet worden, daß es die bestiMte Höhe erreichen können«Doch wenn das Wasser sunfzehnmal dünner wäre gemacht worden, als es natürlicher Wei>je ist, wie in diesem Fal geschehen müssen; so läst sich schwerlich zeigen, wie dasselbe Men-schen und Thiere ersäufen, die Fische lebendig erhalten, oder die Arche tragen können"). Die ivierte Meinung ist: daß die ganze anfängliche Zusammenfügung der Erde vor der Sünd-flut, mit allen ihren Steinen, Metallen, mineralischen Gewächsen, nebst allen Foßilien undwas nur sonst einige Dichtigkeit gehabt, durch gänzliche Aufhebung der Verbindung ihrerTheile in der Sündflut sey aufgelöset worden: daß dieKörpertheilchen dieser dichten Foßi-tien, nebst den Theilchen andrer, die vorher nicht feste gewesen, als Erde, Sand und derglei-chen; ferner, die Körper und Glieder der Thiere, Knochen, Zäne, Schalen; weiter, die Ge-wächse und derselben Theile, Bäume, Sträuche, Kräuter; kurz, daß alle Körper, die nurirgends entweder in der Erde gewesen, oder die Masse derselben ausgemacht, wo nicht ganzbis in die Tiefe des Abgrundes hinein, doch zum wenigsten so tief hinunter, als wir immer gra-ben mögen, mit dem Wasser vermengt und in dasselbe aufgenommen worden, eine gemeineMüsse mit demselben auszumachen: und daß mit der Zeit dieselben sich wieder herabge-senkt, und durchgehends so sehr, als in solcher Vermischung erwartet werden können, den Gese-hen der Schwere gemäs zusammen gefüget, auch auf diese Art die Erdlagen von Stein,Marmor, Koten, und der übrigen Gattungen verursachet, woraus die Erde jetzt unleugbarbestehet. Da es nun Körper von verschiedener Art und Einrichtung giebt, die beinahe einer-ley Unterscheidungsschwere haben; so sey es daher geschehen, daß Körper von ganz verschiede-nen Arten sich zu gleicher Zeit gesenkt, und in einerley Schichte zusammen gefallen; wodurchdie dichter« Muschelschalen, so einen höher» Grad der Schwere gehabt, in die Stein-- undMarmorschichten und in die schwerern Gattungen irdischer Materie eingeschlossen, die leich-tern Schalen hingegen sich erst nachher gesenkt, und daher unter die leichtere Materie, alsKreide und dergleichen, geraten ^). Doch diese seltsame und verwegne Meinung, zu welcherderselben Urheber nur genötiget worden, diese Beschaffenheit der innersten Theile des Erd-bodens zu erklären, die sich doch noch wol aus andere Art begreiflich machen läst <), kan sowenig mit der mosaischen Erzälung von der Sündflut bestehen; setzet die Oefnung derLenfter des Himmels so sehr aus den Augen; ist dem algemeinen Gesetz der gegenseitigenAnziehung und der Unterscheidungsschwere der Körper dergestalt entgegen; erkläret so wenigvon den Umständen der Sündflut; enthält eine so neue Art von Bildung oder Schöpfung derErde in der Sündflut, ohne den geringsten Beweis derselben, und gehet so viel weiter, alsdesselben eigene bemerkte Erfarungen von der Erde erfordern, oder auch nur verstatten, daßsie nimmermehr eines nachdenkenden Menschen Beifal bestimmen wird ch. Die fünfteMeinung gehet dahin: daß obgleich der Regen eine ungeheure Menge Wasser zu einer

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E. I'M --kill- -) Siehe oben §.->3, und weiter unten §. -ro. <,) kni,/»!» 1 -kevry l>. r?6.

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