6 Abschritt. Vorr der Sündflut. 20z
angefangen, und das trockne Land zum Vorschein gekommen. So legte die I d. w >;v7neue Gestalt an, und ward in See und Land getheilt: indem der gröste Theil desAbgrundes unser jetziges Weltmer ausgemacht, und das übrige die niedrigen Holen der Er-de erfüllet ; Berge und Hügel auf dem Lande erschienen; Eilande in der See, und Klippenan den Küsten. Und so zerstörte die Vorsicht durchein einigen Skreichdie alte Welt, und er«dauete aus den Trümmern derselben eine neue, die wir jetzt benwnen s).
§. 222.
.. Allein, ob es gleich vernünftig ist zu glauben, daß die Achse der ersten Erde gegen BeurtheilungEclipric eben sowol geneiget gewesen, als bey der gegenwärtigen, und es daher eben die-stwen Abwechselungen der Jahreszeiten gegeben: so ist doch, wenn man gleich die angenom-mene Meinung unsers Theoristen vonder Parallelstellung der Erde vor wahr annemen wol-M, nicht zu begreifen, wie die Sonnenhitze auch in solchem Fal die Kraft solte gehabt ha«
. , die er sich einbildet, oder die Erde so stark angreifen können , grosse Risse und SpaltenM derselben zu verursachen, oder das Wasser unter derselben in Dünste zu verwandeln: in-dem wir vergleich'N Wirkungen in keiner der heiffesten Wektgegenden oder Jahrszeiten an-treffen. Auch ists nicht warscheinlich, daß dergleichen Verdünnung, wenn sie auch möglichgewesen, so außerordentlich stark seyn können, ein etliche hundert Meilen dickes Gewölbezu durchbrechen. Ausser dem ist zu befürchten, daß bey einer so heftigen Wirkung der Son-nen, der Aßgrund, dieser einige Vorrat der Gewässer in der ersten Erde, bereits vor derZeit der Sundslut beinahe würde seyn erschöpfet worden (^). Auch scheint diese ErklärungE der mostristhen Nachricht nicht gar genau übereinzustimmen, als welche ein stufenwei-geschehenes Steigen und Fallen, nevst einer langen Dauer der Überschwemmung beschrei-bet; hingegen keines heftigen und schnellen Sturzes gedenket, der nicht mehrere Tage odergar nur Stunden lang dauren können: des schlechten Gebrauchs nicht zu gedenken, denunser Verfasser vom Regen macht, als welcher zwar, seiner Meinung nach, über«! auf dieErde gefallen, ob er gleich nicht begreift, wie solches von natürlichen Ursachen herrüren könne,doch aber nur zu dem Aufbruch des Abgrundes etwas mit beigetragen haben sol, durchSchwächung des Gewölbes der Erde und Verstopfung ihrer Luftlöcher, wodurch die Bewe-gung der Dünste um soviel ungestümer werden müssen: ingleichen, daß nichts als ein Wunederwerk im Stande gewesen, den Kasten in einem so ungeheuren Sturm und Er-schütterung der Natur zu erhalten ") ('^).
§. 22z.
H vl>', luprr p. ,0l. e-mminmion okSurnctr tkeory. «) vbi lupu p ,z6.
(P) D Reit hat diese Sache genau ausgerechnetüad den Ueberschlag gemacht, daß weil, wie derErfasser dieser Theorie behauptet, keiner von denströmen vor der Sündflut wieder in den Abgrundjurück gekeret, notwendig daher folge, daß in 8"fahren derselbe völlig mäste seyn ausgeleret wor-den, wenn auch gleich auf der anfänglichen Erde nurRade so viel Ströme gewe>en, als auf der unsrigen:fadoch, weites damals zweimal so viel Land gegeben,"dem noch keine See da gewesen: auch zweimal so">el Ströme angenommen werden muffen, bis LandL" wässern; durch welche nocl) einmal so starke°wzal derselben der Abgrund in der Helfte der vbi-Zeit ausgeleret werden müssen (8o)-
(164. B.) Zl'usser den allster gemeldeten Schwie-rigkeiten der burnetstben Erklärung von derSündflut, und der algemeinen Unwarlchein'ichkeitseines ganzen Lehrgebäudes, vom Ursprung und Be-schaffenheit der Erde (§ 92. Anmerk. 7z ), woraufdieselbe doch beruhet; gehören noch folgende dahin:r) hätte bey einer solchen unbegreiflichen Hitze alshier angenommen wird, längst vor der Austrocknungder Erde bis zum Zervlatzen und Aufspalten, alleFeuchtigkeit derselben müssen ausgesogen und ihregänzliche Unfruchtbarkeit verursachet werden;L) hätten bey sobewandten Umständen, ausserdem Mangel der Narung und Feuchtigkeit, Men-schen und Vieh vor blosser Hitze umkommen mus-Ce z sen;
exsmination okDr. Lurnerr tbcor/ p, 164,