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20ä I Hauptstück. Die algemeine Welthistorie bis auf die Sündflut.
§. -?2Z.
__ Das gebrauchte Hülfsmittel des andern gelehrten Theoristen bestehet in dem Vo^
Whistons vor-Hergänge eines Lomeren (d), der seinem Vorgeben nach zur Zeit der Sündstut so dichtendstellung. dem Erdkörper vorbey gegangen, daß er denselben in seine Dunstkugel und Schweif ei»'
gehüllet. Diese Meinung vorausgesetzt, erkläret er die Sündstut auf folgende Art:
Als die Erde, sagt er, durch den Schweif und die Dunstkugel des Lomeren durch'gegangen, so seiner Meinung nach aus verdanken und stufenweise ausgebreiteten Dünste"bestehen sol, worin die Erbe, seiner Ausrechnung nach, ohngefär zwey Stunden bleiben müs'sen: so muste dieselbe eine breite cilinderförmige Seule von Dünsten an sich gezogen H»'ben, deren Fus etwas breiter gewesen als einer von den grösten Durchschnitten der Erde-und deren Höhe dem Durchmesser der Dunstkugel des Lomeren gleich gewesen. DießDünste musten ferner durch den Zwischenstand und die anziehende Kraft der Erde gehi»edert werden, gegen die Sonne niederzusinken, und daher mit grosser Heftigkeit auf dieOberfläche der Erde fallen; ein grosser Theil derselben aber, ihrer sehr dünnen und ausge-breiteten Beschaffenheit wegen, sogleich nach solchem ersten Fal in die Luft wieder aufsteige»,und nach evfolgter Verdickung in gewaltigen und ungestümen Regengüssen auf die Erdflächeniedergefallen, und natürlich den vierzig Tage und vierzig Nächte anhaltenden Regen verur-sachen , dessen Moses gedenket.
Weiter muste die Gegenwart dieses Lometen, als er sich näherte und unter dei»Monde zu stehen kam, eine Flut verursachen, sowol in den obern Seen, als unten in demAbgrunde: wovon die in den Seen von geringerer Erheblichkeit gewesen, die andre hinge'gen ungemein stark seyn und mächtige Wirkungen verursachen müssen. Denn bey der näch-sten Annäherung des Lometen muste die Oberfläche des Abgrundes, an stat ihrer vorma-ligen kugelrunden Gestalt, eine ecliprische oder eiförmige annemen: und das runde Erdge-wölbe, welches auf derselben gelegen, ward genötigt, sich nach dieser erweiterten eiförmigen O-berfläche zu bequemen» Weil nun solches der Erde unmöglich gewesen, so lange sie dichte ge-blieben: so muste sie sich daher notwendig erweitern, und durch die ungestüme Kraft der er-weiterten Oberfläche des Abgrundes ausgedent werden, zerspalten, und unzälige Risse be-kommen, die durch und durch gegangen; oder diese Flut muste vielmehr nur die Risse ofner
und
nach vorgehen können. Daher diese ganze Theoriewol nicht unbillig von manchen vor einen philoso-phischen Traum gehalten worden.
(Z) Daß sich wirklich ein Tomer zur Zeit dc<Sundfluk hat sehen lassen, ist durch verschiedeneSchriftsteller bezeuget worden (8l). PlininslsNgedenkt eines, der unter der Regierung TyphonS-das ist zur Zeit der Sündflut, oder unmittelbar vo?derselben erschienen; und spricht von ganz entsetzli-chen Wirkungen desselben. Und unser Verfassehat sich bemühet zu beweisen, daß der letzte merk-würdigste Lomer, der in unsern Gegenden im JE»68o ist gesehen worden, eben derjenige sey, derbe»»Anfang der Sündflut Noäh der Erde nahe gekom-men, und dieselbe verursachet (8Z). Dessen Unila>»er auf Zahre setzet, und dessen Laufban Her-Iläae Newton abgezeichnet hat.
(8>) Siehe cvmeroxriipl,. I. ,L. p. 794 (yi) ttittsr. ine. l. r. ?5- <Lz) Ui-or/ ?. >s?'
sen; ;) würde die Hitze der Sonne in der Erdenselbst dergleichen Veränderung des Aufreiffens der-selben nimmermehr haben verursachen können, wennsie durch dieselbe in das innere Wasser des Abgrun-des durchgedrungen: indem die Hitze stärker in einenflüßigen Körper wirft, als in ein festes Gefäß, dar-in derselbe enthalten; 4) müste eine gänzlicheVerstopfung aller Luftlöcher und völlige Abwesenheitaller Oefnungen der Erden angenommen werden,wenn diese Wirkung des Zersprengens der Erdedurch die Dünste der erhitzten unterirdischen Was-ser hatte erfolgen sollen, da sonst eher eine Aeoli-pila oder Lustkugel aus der Erden würde gewordenseyn, wenn sie die geringste Oefnung gehabt, die siedoch selbst nach der burnetschen Vorstellung habenmüssen, zumal da diese innere Erhitzung des Ab-grundes und die Verursachung der unterirdischenDünste nicht anders als stufenweise oder nach und