Band 
Erster Theil.
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207
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6 'Aöschnit. Von der Sündflut. 207

und weiter machen, die bey dem Anfange ihrer täglichen Drehung entstanden wellen.' So I.d.w. r;»?.Musten die Brunnen der grossen Tiefe aufbrechen und hinlängliche Oefnungen entstehen, ei.v.E-T>-.§-s-nen freien Durchgang zwischen dem Abgrund von unten her und der obern Erdfläche zu ver-schaffen. Nachdem diö kaum geschehen, ging das Niederfallen der comerischen Gewässeran, so die Erde plötzlich bedeckte, und die Lust mit einer erstaunlichen Menge Wasser erfül-let«. Da nun dieselben einen neuen Zusatz von ungeheurer Schwere ausgemacht; so mustesolches mit grosser Gewalt niederwärts drucken, und sich bemühen, das Erdgewölbe tiefer inden Abgrund zu senken, nachdem es das ganze Gewicht einer jeden Ecdseule, und des auf ihrliegenden Wassers zusammen genommen, den Gesetzen der Hydrostatic gemäs, erforderte.

Welche Gesetze, seiner Meinung nach, bey der anfänglichen Senkung der Erde aufden Ab-grund nicht genau beobachtet worden : indem er sonst keine Erhebung der unterirdischenGewässer erwarten können. Denn weil seiner Vorstellung nach anfangs die unteren Lagenund Schichte der Erden eine geraume Zeit vorher sich zusammen gesetzt und miteinanderverbunden, ehe die oberen alle gebildet worden: so konte dieses ganze Gebäude sich selbst alsein Gewölbe weit höher erhalten, als bis Gesetz der Unterscheidungsschwere es sonst würdeVerstattet haben. Als daher die obere Erde zerbrochen worden , musten die verschleimenBeulen derselben, nachdem eö der Raum verstattete, sich selbst tiefer herab senken, als vor-her geschehen, und ihr Gewicht, so durch die dazu kommenden Gewässer des Corneren ver-merkt worden, auf die Oberfläche des Abgrundes drängen und losdrucken; weil derselbeaber, als eine flüßige Masse, aufeiner Seite keinen Druck leiden können, ohne denselben in glei-chem Maße allen übrigen Gegenden mitzutheilen: so muste er daher aller Orten ausbrechen,wo solcher Druck felete, und sich selbst die Erdspalten noch weiter aufreißen, durch welche ermit grosser Gewalt hervordrang, und alles, was er nur von Erde oder Wasser unterwegensantraf, mit sich fortris, folglich die Menge von Wasser, die schon auf der Erdfiäche war,vermerete, und ein frischer Zusatz zu der Sündflut ward, die schon anfieng die Einwonerder Erden zu überschwemmen und auszurotten °).

Das Fallen und Abnemen der Gewässer der Sündflut geschahe, nach unsers Schrift-stellers Vorgeben, erstlich durch einen Wind, der einige derselben auftrocknete; zweitens aberauch vermittelst des Abflusses derselben durch die grossen Brüche und Erdspalten, durch wel-che ein Theil derselben aufgestiegen war, in die Hölung der Erden, welche den Rest dersel-ben auffassete. Welches letztere auch durch den Wind sehr befördert ward, indem derselbedie Gewässer auf und nieder trieb, und dadurch zu ihrem Abflusse in die abgedachten OefnungenVieles beitrug. Die Luft, giebt er zu, konte einen sehr unerheblichen Theil dieser Wasser auf-weinen, in Vergleichung gegen die ganze Masse; indessen bildet er sich von der Erde vor derSündflut ein, daß dieselbe zwar nicht gänzlich ohne kleinere Seen und Sümpfe gewesen,doch kein grosses Weltmer gehabt, so eines ihrer Lander von dem andern getheilet, und ein soTrosses Stück derselben bedeckt, als das Weltmer der jetzigen Erde thut ?). Ueberdis vermeint*r, daß die obere Gegend der Erde, die durchgehends trocken, löchericht und sehr dicke gewe-sen, eine weit grössere Menge Wasser ,'n sich ziehen können, als sich zur Zeit der Sündflutouf der Erden befunden §).

§. 224.

- Man hat wieder diese Theorie sowol, als wieder die obige, Einwürfe gemacht. BeurtheilungDenn obgleich manche erstaunliche Umstände hier zusammen treffen, die es in der That war- derselben.

schein.

*) tkrvry p k<z. zgv, ig, p. §74' viä> x. 6l.

ldU. x.qoi.h-