Band 
Erster Theil.
Seite
258
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2)8 II Hauptst. Algemeirre Geschichte von der Sündflut bis Abrahams Geburt.

I- 2 z' Weil in der Schrift von den Nachkommen Japhets keine besondre Umstände sonst

*' ' gemeldet werden, als was die Stiftung der Völker bemft: so müssen wir den Leser in Ab«

ficht dessen, was von denselben weiter gesagt werden tönte, auf unsre Abhandlung von denVölkerwandrungen verweisen.

' §. 278.

Harns und Daß Ham der jüngste Sohn tTkoäh gewesen, ob er gleich gemeiniglich in die zwei«^ Stelle unter den dreien geftßt wird, ist daraus klar, daß er ausdrücklich der jüngsterommenMst. ^(N). Er mag einige wenige Jahre nach dem Sem seyn geboren worden; doch,da weder seines Alters, noch der Zeit seiner Geburt Meldung geschieht: so können wir in die«str Sache nichts bestimmen. Indessen solle man aus Harns Unbescheidenheit sowol, alsLeichtfertigkeit bey Aufdeckung der Biösse seines Vaters, beinahe mutmaßen, daß er bey Be-gehung diests Verbrechens noch sehr jung müsse gewesen seyn, ob er gleich schon Kinder ge-habt ; vermutlich ist er ohngefär von fünfzig oder sechzig Jahren gewesen, ein Alter, welcheszur damaligen Zeit kaum so viel bedeutet, als anjetzo achtzehen Jahre ('^).

Als Noah die unbescheidene That Hams erfaren (^), verfluchte er ihn in einemZweige seiner Nachkommenschaft; verflucht, sagte er, sey Lanaan, ein Unecht derKnechte sol er seyn unter seinen Brudern §). Dieser Fluch, wenn es anders ein Fluch»st (V), indem er nicht gegen den Hain, den eigentlichen Verbrecher, sondern gegen dessel-ben

/>) I Mos.Y, 25 .

neu nur 8 Söhne Japbets, j„ folgender Ordnung:,. Turk, L Rhars oder Rho;av, z.Saklap,4.Rus,§ Maminakh,«.Awin, oder Jin, 7>Ramari, 8 Ta-rikh(zl). Die ersten Schriftsteller behaupten, Ia-phet habe seine Söhne, ehe dieselben ausgezogen,ihre Lander zu bevölkern, mit ihren eigenen Schwe-stern verheiratet, in der Absicht, daß sie sich destoleichter vervielfältigen möchten; und so viel ist auchin der That erfolgt, daß die östlichen Geqenden undder gröste Theil von Norden zuerst bevölkert wor-den (Z2).

(N) Das hebräische Worten, Ham, bedeutetheis, oder hitzig, oder von der Sonne verbrant. Ob-gleich von ihm ausdrücklich gesagt wird, er sey derjüngste gewesen, so giebts doch eine Menge von Aus-legern, die mehr der Ordnung, worin er genantwird, folgen, und daher behaupten, er sey der zwei-te Sohn L?oäh gewesen. Den Nachdruck dieserStelle aber zu entkräften, geben verschiedene dersel-ben vor, es sey nicht -Ham selbst, sondern Lanaan,sein Sohn, von welchem hier geredet werde: andrewollen, Ham werde der jünare oder jüngste umkelner-andren Ursach willen genant, als weil seineAuffürung unverständiger gewesen, als seiner Brü-derszz). Doch dergleichen Auslegungen, wenn mansie einmal gelten last, gereichen nur zur Verdunke-lung der allerklärsten Ausdrücke der Schrift.

(> 9 Z B.) Diese Vergleichung des gegenwärtigenAlters der Menschen mic dem damaligen, ist über-trieben, sonderlich was die Folgerung der gleichenVer-

häktnisse des Gebrauchs der Gemütskräfte mit denVerhältnissen der Länge des Lebens und Anzal derJahre betrist: indem sonst bey dem ersten Weltal-ter der Gebrauch des Verstandes und die Vernunftder Menlchen sich kaum gegen ioc> Jahren würdeeigefunden haben.

(O) Auf die Frage, wie Noah es erfahren, daßHam seincDlöffe aufgedeckt; antworten einigeRab-binen, er habe solches aus Hams vorhergehendemschamlosen Betragen geschloßen, weil derselbe dieArche schon vorher durch Beiwonung seines Weibesentweiht habe (-4). Andre sagen, Ham habe bey demBesehen der Scham feines Vaters an sich selbstganz außerordentliche Veränderungen erfaren; sein«Augen seyn ihm roth, Hare und Bart verbrant,und die Lefzen verzogen worden; ja er habe so we-nig mehr gcwust, was er gethan, daß er sich ganznackt ausgezogen, und in solcher Gestalt umher ge-laufen. Als Vkoah alles dis gesehen, habe er dar-aus geschloffen, daß Ham es gewesen, der ihn ver-unehret. Ändere sagen, er habe es nicht anders,a!»durch eine görliche Offenbarung erfaren können.Lhrysoflomi Meinung ist sehr vernünftig, indemer glaubt, als L 7 oah sich mit einem Kleide zuge-deckt gesehen, welches ihm nicht zugehört, habe ernach der Veranlassung davon geftaget, und daraufvom Sem und Japhek alles erfaren, was vorge-gangen (z;).

(P> Herr Bayle hält nicht dafür, daß diese Stelleeigentlich einen Fluch enthalte. Er sagt, es sen seheseltsam, daß die Schrift nichts melde, das VIoaV

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szckS /Ä-rk-kiistvkj'okrkel^rkSt-jvoi.l. p.6. (zr)vdi kup». tz;)S-

bist, xamarcd. exerc, so. n. 4, (;§) iclsrn com. 1, y. 409. ()5) S. eungcm ib'uiem.