Band 
Erster Theil.
Seite
259
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2 Abschmt. Geschichte Noch nach der Sundflirt und seiner Nachkommen rc. 2)9

ben Sohn ausgesprochen worden, der, so viel aus den Worten Mosis erhellet, auf keine Wei- I » ^^-48se an dem Verbrechen Theil genommen, ob sich gleich einige einbilden, er habe viel Antheil ' ' ' ^daran gehabt, hat verschiedene Mutmaßungen veranlasset (^). Einige haben gemeiner ?),

Noah habe den Canaan verflucht, weil er den Hain selbst nicht wol verfluchen können,da Gi)tt denselben nicht lange vorher gesegnet gehabt'). Andre halten vernünftiger da-vor, N7osrs Hauptabsicht bey Aufzeichnung dieser Weissagung sey gewesen, die Gemüter derIflaeliten, die damals im Begrif waren, einen entsetzlichen Krieg mit den Kindern Caira-ans anzufangen, durch die Versichrung anzufeuren, daß solchem Fluch zu folge diese Völ-ker von GOtt bestirnt seyn, von ihnen überwältiget zu werden ^). Denn die Meinung de-rer, die sich einbilden, daß Hams ganzes Geschlecht verflucht worden, scheinet den klarenWorten der Schrift zu widersprechen, welche den Fluch auf Canaan und dessen Nachkom-men einschränkt, überdas auch dem Erfolg entgegen zu seyn (^)

§. 279.

e) aü-'A/o)?. serm. 29. in - Ntos 9,guaeck. 17.-n Oenek. in guaeck.

;8> in 6-net. KiN. x->». ro,n. ,.p. qi. den Anmerkungen unten.

8m den Ham vorgenommen: er bemerkt, daßMan nicht ein Wort von Bestrafung finde, so aufden Ham gehe: baß der Erzvater sich begnüge, denLanaan, Hams Sohn, zu verfluchen; und daß die-ser Fiuch nichts anders sey, als eine Weissagung derSiege, welche die Nachkommen Sems über dieNachkommen Canaans unter dem Josüa erhaltenwürden, das ist, 7 oder 8 Jahrhundert nach diesemVerbrechen des -Hams (z6).

(Q) Die Juden geben vor, Lanaan sey eseigentlich gewesen, der züerst des Noah Blässe ent-deckt, und fie seinem Baker, dem -Ham, berichtet habe,welcher seinen Spot mit solchem Zufal getrieben, undes darauf weiter seinen Bruder», Sem und Japhet,erzälet; daher Noah, als er von seinem Schlaf er-wacht, den Lanaan verflucht, weil er die erste Ge-legenheit des Aergernisses gewesen (z?).

(R> Ein gelerter Schriftsteller hat behauptet, eShabe nie einen Nachkommen -Hams gegeben, derden Zepter über Japhet geflirrt. Sem habe denJaphet überwältiget, und Japhet den Sem;Ham aber nie einen von diesen beide» (zg). In-dessen mus solches ein Jrtum seyn, wenn etwaswahres an dem ist, was die -zyprischen Geschicht-schreiber von den Thaten Sessffris und einiger an-derer ihrer Könige erzälen, die den grösten TheilAsiens und Europens erobert haben: folglich FanMan gar wol von Ham sagen, daß er sie beide über-wältiget. Ausser dem finden wir, daß die Israeli-ren lange Zeit Sclaven vvm Mizraim oder derEgvpter gewesen sind; und wir sehen keine Ur-sach, warum die schändliche Unterwerfung Reha-heams, des Sohns und Nachfolgers Salomons,bitter Sisak, den egyptischen Pharao (Z9, nichteins Knechtschaft solle genant werden, da diesernach Eroberung aller festen Plätze in Juda, Jeru-salem durch Uebergabe ohne Wiederstand, zur Plün-

derung der Stadt und des Tempels in seine Gewaltbekommen; zumal da ausdrücklich gesetzt worden,die Juven selten seine Knechte seyn l4«)- Ueberdisist offenbar, daß Ham sehr zeitig in Sems Eigentumeingegriffen habe, denn er scheint die Semiten ausihren ersten Sitzen in Sinear verjagt zu haben:und jederman weis, daß die Babylonier, welcheHamiten gewesen, grossen Theil an Verwüstungdes assyrischen Reichs gehabt haben. Doch einnoch stärkrer Beweis, als alle vorgehende, ist die ba-bylonische Gefängnis, in welcher die Juden selbstgelitten. Ja sogar die Linie des Lanaans selbstscheint sehr glücklich gegen den Japhet gewesen zuseyn, nicht nur durch die Siege der Larthaginienser,die ursprünglich Lanam'ten gewesen, in Italien, son-dern auch durch derselben Eroberungen Spaniens.

(194. B-) Die allster angefürte Absicht Mosis,die Israeliten zum Angrif der Lananiter aufzu-muntern, kan wol als ein Grund und Zweck der Auf-zeichnung dieser Weissagung angesehen werden; zurBegreiflichkeit aber der eigentlichen Ursach, dieNoah gehabt, den Lanaan und seine Nachkommenzu verfluchen, nichts beitragen. Indessen ist wol un-leugbar, i) daß diese Worte Noah, wie mehrere Re,den der Erzväter von den künftigen Schicksalen ih-rer Nachkommen, zu den Weissagungen gehören, sodieselben aus götlichem Eingeben ausgesprochen, unddurch den Erfolg der genauesten Erfüllung davon be-stätiget worden; 2) daß die in dergleichen Weissagun-gen vorkommende Flüche keine eigentliche Verwün-schungen oder Wirkungen zorniger und rachgierigerLeidenschaften seyn, sondern Vorherverkündigungenbevorstehender Unfälle und Drangsale künftiger Zei-ten; folglich z) weder die Seligkeit und VerdamniSderMenschen betreffen, noch auch als blosse oder eigent-liche Strafen gewisser Verbrechen der unmittelbarenSöhne und Stamväter solcher entferntem Nachkom-Kk 2 menschast

(;6) L siü'lvn. dick. srr. 6lmw. , (Z 7 ) S. §. Z7. guseü. ;7> in Len. S.

worles y. ;;8. l Izon. >4, r;, 2 Ehron. 12, r. 9, (40) id'lä; V. 5. 8 .