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260 n Haupts Algemeine Geschichte von der Sündflut bis Abrahams Gebutt,
§. 279.
Unter denenjem'gen, die vor die Ausdenung des Fluchs auf den Ham und sein gan-Se/voriaeu^ übriges Geschlecht sind, haben einige eine andre Wirkung dieses Fluchs angenommen,deren HIojes gar nicht gedenkt, daß Ham zum Mohr worden, und diese Farbe auf seineNachkommen fortgepflanzet habe : doch diese Meinung ist ein blosser Traum, wie obenbereits ist bemerket worden
Dieser pflichtvergessenen That wegen, daß er seinen Brüdern erzalt, er habe dieBlösse seines Vaters gesehen, ist Ham als derjenige angesehen worden, der zuerst Gotlosig'keit nach der Sündflut eingefüret; und manche Schriftsteller haben ihn verschiedener Umthaten beschuldiget, deren einige lächerlich genug sind, die sie allein auf diese einige Stelle ge-gründet. Da sie gesehen, daß Ham einer so grossen Unbescheidenheit gegen seinen Vaterschuldig werden können, so haben sie geglaubt, er sey ein Verworfener gewesen, der alle Artenvon Greuel verübt. Sie halten es vor ausgemacht, daß niemand als er und seine Nach-kommen mit dem Bau des babylonischen Thurms zu thun gehabt, so sie vor ein sehr got-loses Unternemen ansehen. Sie machen ihn zu dem ersten Beförderer der Abgötterey nach
der
r) Siehe unsre Einleitung §. 117 .
menschaftangesehen werden können, Röni.x>,ir.i2.iz. gesamten Erhaltung desselben, als ein besondererMal i, 2. g. 4. Daher es denn 4) keiner so genauen Wohlthäter der i» der Sündflut durch ihn errette-Abmessung und Ausrechnung der Verhältnisse sol- ten Geschöpfe, als ein von GOtt so hoch begnadig-cher angekündigten Schicksale gegen vorhergegangene ter Lehrer der Gerechtigkeit und Zeuge gütlicherverschuldende Verbrechen bedarf, wenn gleich solche Warheiten, ja als das unstreitige Oberhaupt undAnkündigung von dergleichen Unfällen bey Gele- Negierer des gemeinen Wesens damaliger Zeiten an-genheit einer Mishandiung der Stamväter solcher gesehen werden müssen, das; die Verachtung undunglücklichem Völker geschehen; zum Beweis, daß schimpfliche Beleidigung desselben unmöglich ohneauch diesesStück der göklichenRegierung nicht wilkür- Uebertretung vieler goktesdienstlichen, bürgerlichenkich, sondern in der Beschaffenheit der Menschen und natürlichen Pflichten stat finden können. Vongegründet sey, und der Vorfaren Tugend oder La- der im folgenden alhier gemeldeten Mutmaßung,per allerdings in den äußern Zustand ihrer Nach- daß die schwarze Farbe der Nachkommen Lhamskommen, auch in Absicht der Veranstaltungen göt- eine Wirkung dieses Fluchs sey, ist zu vergleichensicher Vorsehung, einen unleugbaren EinfluS haben : Jod, Luv. Hannemanns tcrutinium niZreäinisfolglich mus ;) weder die Erklärung und Rechtser- possc-rorum Oisiiii. Welcher ganze Einfal dochtiqung dieser Rede Noäh auf die Mishandlung damit am kürzesten beantwortet wird, daß weder alleCbams eingeschränkt, noch auch bey derselben Be- Nachkomme» Chan,«, noch dieselben allein mit die-mtheilung blos die äussere That allein betrachtet, fer Farbegezeicbnet sind, und die Abscheulichkeit der-sondern auf die dadurch geoffenbarte Gemüts- selben grossen Theils auf wilkürlicher Meinung undfassung desselben und den ganzen Zusammenhang Vorunheil der Gewonheit beruhe,aller Umstände gesehen werden, ob uns gleich das (S) Diese Meinung ist von verschiedenen, sowolmeiste der letztem unbekant seyn mag; da denn 6) Christen als Mohammedanern, behauptet wer,Lhams Verbrechen so gering nicht ist, als es man- den, ob gleich einige der letztem die verschiedenechem vorzukommen scheint, wenn gleich alle erdichte- Farbe der Menschen auf andere Art erklären-te Zusätze und Verdrehungen dieser Nachricht zur Die arabischen Schriftsteller fügen hinzu, NoahVergrösssrung desselben sorgfältig vermieden werden: sey bey der plötzlichen Veränderung seines Sohnesindem bey dem EDam die Verspottung eines so ehr- mitleidig geworden, und habe GOtt gebeten, daß diewürdigen Vaters über einer so unerheblichen Ursach, Nachkommenschaft desselben in ihrer Knechtschaftmit solcher Beiseitsetzung aller Schamhaftigkeit. nim- möchte gelinde gehalten werden; dem zu folgemermehr würde haben erfolgen können, öhne tiefge; werden die schwarzen Sclaven nicht nur sehr gesucht,wurzelte und hochgestiegene Nuchloligkeit undPflicht- sondern haben auch durchgängig viel Ansehen »nbVergessenheit, ja unflätige GermitSfaßung und äusser- Gewalt bey ihren Herren ' 41).sie Geringschätzung seines Vaters, ohnerachtet bey Einige von eben diesen Schriftstellern geben vor,demselben, ausser dem väterlichen Verhältnis, soviel Noab Fluch sey auf den-Ham seines UngehorsamsGründe der Hochachtung und Ehrerbietigkeit zusam- halber gekommen, weil er des morgens einmal nichtwen kommen, da er als der neue Stamvater des zum Gebet kommen wollen, als ihn sein Vater ge-ganzen menschlichen Geschlechts, und Werkzeug der ruffen (42).
<4!)0 ^-rä-/.bibliokk.ori-nt.x.-q 5 . ^.677. ( 42 ) id'xl.p 677-