Band 
Erster Theil.
Seite
277
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I.n d S ;v>-v, D. 26^8.

Fortsetzung

2 Abschnit. Geschichte Noch nach der Sündflut und seiner Nachkommen rc. 277

§. 299.

Eben dieser Meinung zu folge ist gemeiniglich bey den Alten fowol als Neueren ge-glaubet worden, die hebräische Sprache habe ihren Namen gleichfals vom Eber bekom-men, und sey bey der Verwirrung der Sprachen einig und allein in dem Hause dieses Erz-vaters und seiner Nachkommen geblieben ') (N). Doch wie der erste Theil dieses Vorge-bens keinen bessern Grund hat, als die obige Meinung: so ist der letzte Theil desselben einehistorische Unrichtigkeit; denn die hebräisiche Sprache ist Leuten gemein gewesen, die garkeine Verwandschaft mit dem Hause Eber gehabt haben, als, den Phöniciern oder Ca-"aanicen, die zur Zeit Abrahams hebräisch, oder eine von der hebräischen sehr wenigverschiedne Sprache geredet haben.

§. Zoo. In.d.S.40'.

Die Erbauung Babels wird ganz eigentlich in die Zeit Ebers gesetzt, unmittel- v L -n?.H>ar vor der Geburt seines Sohnes peleg, in das iz4ste Jahr seines Alters, und in das goiste Zerstreuungder Sündflut. Einige der Rabbiner, und christlichen Kirchenvater, die diese Bege- der Völker,benheit in die folgende Zeit des Lebens pelegs setzen, sagen, Eber habe ihm diesen Namenauf prophetische Weise gegeben, eine Theilung der Erde anzudeuten, die einige Zeit nach-her erfolgen sollen, und rechnen daher den Eber hauptsächlich dieser Ursach wegen unter diePropheten

° Bis auf diese Zeit lebten alle Menschen in einer Geselschaft bey einander, und rede-ten eine Sprache: doch da GOTT von ibnen durch die Erbauung dieser Stadt und des

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^ y. 14. p. 8sz. «) Os». p, I. p. 6. cay. I y.!

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beide gemeint werden, welche Gegenden der Sitz derNachkommen Sems gewesen. Diese Bedeutungs" bestätigen, kan man weiter bemerken: daß.wenn E-ber hier vor einen eigentümlichen Namen sol genomUien werden, alsdenn unter der Bezeichnung seinerKinder nicht nur die eigentlich so genanten-Hebräerverstanden werden müssen, die von ihm durch denAekeg herkommen, und die Araber, so JakeransNachkommen gewesen, und sich auf dieser Seite desStroms niedergelassen haben: sondern auch diejeni-ge», weiche an der andern Seite des Flusses zurückgeblieben, entweder in Melbpotamia, Chalsa»oder Llymais-. da doch Mosis Meinung uim-wermehr gewesen seyn kan, den Sem zum Vaterder Kinder Eber in diesem Verstände zu machen,als welches nichts zu sagen scheinen würde: indem«s von gar -zu weitem Umfange ist, irgend etwas,s» die Ebraer oder Juden besonders angehet, zuftleutern, und gar zu enge eingeschränkt, dem SemEinige Ehre zu bringen, der ein Vater von noch vie-len andern, und einigen weit ansenlichern Völkerngewesen, als die vom Eber abgestammet. Esscheinet also dieser Meinung nichts zu statten zukommen, wo man nicht etwa sagen wil, Most«habe die Absicht gehat, der gesamten Nachkommen-schaft Ebers überhaupt eine Höflichkeit damit zu er-digen, daß er ihrer Verwandschaft mit den JudenObacht, daß sie derselben nebenseitige Nachkommenvon einem und eben demselben Stamvattr seyen.

Doch dis wollen wir genauer untersuchen, wenn wiraufdie Geschichte Abrahams kommen werden.

(N) Weil man die Verwirrung der Sprachen alseine Strafe der Verwegenheit dererjenigen angese-hen hat, die den Bau des Thurms zu Babel un-ternommen : so haben viele Schriftsteller, die mithohen Gedanken vor den Eber eingenommen gewe-sen, gemurmast, die Nachkommen dieses Erzvaters,die von GOtt bestirnt gewesen, die Skamhalkerdes heiligen Volks und die Bewarer der wahrenReligion zu seyn, haben keinen Theil an dieser Un,ternemling gehabt, folglich auch nicht an der Strafe,so darauf erfolget. Allein, wenn Ebers Kindernicht darin mir begriffen gewesen, so wüste solchesblos daher gerüret haben, daß noch keiner von ihnenein hinlängliches Alter erreicht gehabt, an demselbenVorhaben theilzu »einen; indem die Zerstreuung zurZeit der Geburt pelegs vorgegangen, der nach vie-ler Meinung Ebers ältester Sohn gewesen: dennsonst scheint es unstreitig zu seyn, daß alle Nach-kommen von Sem, -Ham und Japhet an diesemBaue Theil gehabt. Wenigstens ist unleugbar, daßEbers Nachkommenschaft gleichfals diese Strafebetroffen, indem auch ihre Sprache zertheilt worden;wie davon der Unterscheid zwischen dem arabischen,der Sprache der Nachkommen Jakecans, und demhebräischen,ein unverwerflichZeugniS ist; der chgl-väifchen nicht z» gedenken.