Band 
Erster Theil.
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z Abschritt. Geschichte Sanchomathous nach der Süudfiut. 29z

flut, oben schon angefmter Ursachen wegen, gänzlich unterdrückt ( 6 ). Die vornemsten Ver.falschungen die der Bischof anmerkt und verbessern wil, smd: 1) daß Sanchoniatho, unddiejenigen welche er ausschreibt, verschiedne Personen aus der Llme des Uranus wegge-nommen und in Cains Linie eingeschaltet haben, um derselben Ehre zu machen: dahininsonderheit NMr und Sydyc gehören, die in die eilfte Geschlechtssolge, als Söhne desAmymiö und Manns ges-tzt worden, und nach des Bischofs Meinung N uzrarm undSem seyn sollen, beide von der Linie des Uranus; daher er den Sydyc m eme Ge-schlechtsfolae mit dem Cronus setzt, den er vor den Ham halt, und den Nnjor eme Ge-schlechtsfolge tiefer herunter, als den Sohn des Cronus. 2) Daß sie den Nereus undseine Nachkommenschaft als weder zu des Noah noch zu des Cains Linie gehörig vorstel-len und als ^eüverwandte mit des Cronus Kmdem; wogegen der Bischof findet, daßsich'Nereus auf die Beschreibung des Iaphers besser schicke, als irgend ein anderer

Sohn des Uranus, dessen Sanchomatho gedenkt, und ihn daher zwey oder drey Ge-schlechtsfolgen höher hinauf rückt, und zum Sohn des Uranus macht. In welchenzwey Aendrunaen der Entwurf dieses Schriftstellers Hauptsächlich besteht. Doch, wiescheinbar auch diese angenomne Meinung seyn mag, so scheint sie doch bey näherer Unter«suchuna mancherley Einwürfen unterworfen zu seyn.

^ §. Z20.

Denn was die angegebene Ursach betrist, um dererwillen die Labiri diese Verse-hangen sollen vorgenommen haben, nemlich der Linie Cains Ehre zu machen: so möchte manwol fragen, warum denn diese Leute, die doch von Uranus Linie gewesen, denn von keinemauf der Welt als von ihm tonten sie abstammen, wenn er Noal) gewesen seyn sol, sottenbegeret haben einer fremden Linie Ehre zu machen, und ihre eigne Vorfaren zu verleugnen ?Warum selten sie bey diesem Vorhaben den Misor von seinem Vater trennen, und demCronus die Ehre versagen, die sie seinem Sohne angethan ? Haben sie vreleicht besorget,Eronus möchte die Linie Cains beschimpfen, ohne zu bedenken, daß Misor und Thoch

seine

. (E) Beydem allen scheint es nicht notwendig zuM, daß man anneme, die Labiri haben vorsetz-M die Meldung der Sündflut ausgelassen, um dasMeuten dieses Gerichts über das abgöttische Ge.schlecht Cains zu unterdrücken; indem sie gar leicht»lesen Vorwurf auf ihre Gegner Muck werfen, undvorqebei, können, daß die Religion derselben dieMche gewesen sey, um dererwillen die Welt ge-aast worden: welches umso viel leichter würde ge-sey», j» Eewegung, daß die Ueberlieferung»°n derselben Religion weit ungewisser mus gewe-als die von der Sändflut, die ein anftnli-chkr Theil des damals lebenden menschlichen Ge-flechts zu bezeugen im Stande gewesen. War-'cheinüche,.-jstz, daß die Verfasser dieser Nachrichten/s Sündflut völlig unwissend gewesen, und daß siechlAlich nicht ächt, oder von dem Altertum sind, wel-»s man von ihnen angiebt.

- (H.) Hier verändern die Verfasser ihre Meinung.

eben im i Cap. ; Abthcil gaben sie an. daß^-anchoniathon, oder seine Abschreiber, das Anden-Sünbffuc reckt vorschlich in Vergessenheit'»ringengetrachtet, weil dieselbe eine Strafe über

die abgöttische Welt gewesen; hier aber meinen sie,daß es nicht aus Vorsah, sondern aus Unwissenheitgeschehen sey, weil sie von dieser Begebenheit keineNachricht gehabt. Aber wie tonte ihnen das unbe-kant'seyn, da die Sündfluk, wie die Verfasser selbstbekennen, über die ganze Welt gegangen, und diemeisten Volker Denkmale davon übrig gehabt. Ichkan auch nicht wol begreifen, was ihre Meinungsey, wenn sie sagen: vaß eine Menge Menschen,Sie damals noch am Leben gewesen, (zu verste-hen damals, als die Labiri, wie man glaubet, ihreGedenkschriften aufsetzten) von diesem JufalZeugnis ablegen können. Wo war denn aber diegrosse Menge Menschen, die von der Sündflur et-was erzälenkonten? Waren ihrer denn mehrere, diewas davon gesehen hatten, als ttoah mir seinen!Hause? Es kan daher diesen Schreibern die Sünd-fiut nicht schlechterdings verborgen gewesen seyn.Ich werde bannen Hera noch mehr in meiner Mei-nung bestärket» die ich oben bereits angezeiget habe,daß Ganchoniakhon in seinen Büchern, so sie,an-ders von ihm hcrrürcn, gar wol von der Sund-flut geschrieben haben mag, baß aber auch eben die-ser Theil seiner Werke verloren gange».