Band 
Erster Theil.
Seite
311
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richten,

LAmrod gefüret ; nachgehends aber voni V7inu»Belus nach einem zweiten und verschiedenen Ent-wurf fortgesetzt, nemlich als ein völlig runder Thurm,in Gestalt eines Kegels, oder einer runden Pyramide,von eben den Ausmessungen al« der erstere, undgleich demselben in 9 Thürme vertheilt, die stufen-weise in dem abgedachten Verhältnisse abnemen, undvon denen der letzte und höchste ein Cylinder oderrunder Thurm seyn solle, 27 Fus im Durchschnit,und eben so viel in der Höhe. Diesem zweitenEntwurf zufolge wurden zwey runde Thürme aufden sechsten viereckten Thurm erbauet; der zweitedieser runden Thürme, dessen Durchschnit 54 Fusgewesen, oder der achte im ganzen Bau, enthielteinen Tempel in sich, der bey der Auffürung desBaues in die feste Mitte desselben eingearbeitet lindanaebracht worden. Dieser Tempel ist ebenfals rund,-.7 Fus im Durchschnit, und eben so viel in der Hö-he; mit einem Eingänge oder Thore aufderAbend-seite gegen Babylon zu, 9 Fus ins Gevierte, undiz und eiiren halben lang, auch einer runden Oef-nung, oder gleichsam einem Fenster in der Spitze, 9Fus im Durchschnit; der Boden sowoi des Tempelsals Eingangs war plat, die Wände senkrecht, unddas Dach gewölbet; welch Gewölbe in dem obernDrittheil der Höhe des Thurms angebracht ward.Diesen Bau fürte Nmus Belus auf; er starb aber,ehe derselbe vollendet ward, als er bis zur Höhe vonLiS Fus, oder eben auf 8 Neuntheil des ganzenWerks gestiegen war. Und obgleich nur noch einNeuntheil feite, welches das letzre und schmalstevonallen seyn solle, so hat doch niemand seiner Nachfol-ger nachgehends je an die Vollendung desselben ge-dacht ; daß sich also das ganze Werk mit einer run-den Oberfläche von 54 Fus im Durchschnit beschlos,worin sich das obgedachte Fenster des Tempels in derMitte befand; und so stehet es noch. Dieser Thurmnun sowol als Tempel hat nachgehends allen Völ-kern zum Muster der Nachamung gedienct, inson-derheit der Tempel, so beständig in den Tempelnaller Religionen nachgeamet worden, indem alle Völ-ker jederzeit ihre Tempel in die Nünde gebauet,miteiner Oesnung in der Spitze; die Gothen ausge-nommen , welche die Gestalt der Arche L 7 oah inihren Kirchen eingefüret haben. Zwar, was dieOef-nung odcr das Fenster betrift, ist es noch eine schwereFrage unter den Bauverständigen, ob es mit Vor-satz nach dem Entwurf angelegt, oder nur von ohn-gefär dadurch entstanden sey, daß der Thurm un-ausgebaut geblieben, und der letzte neunte Theil ihmgefelet, der dem anfänglichen Risse nach den Bauschliessen sollen, und, wenn dem so ist, die Oefnungwürde geschlossen und bedeckt haben. Gemeiniglichsagt man, es sey solches mit Fleis geschehen : undMosts scheint dieser Meinung gewesen zu seyn,wenn er, bey der Erzälung dessen, was auf die Ver-wirrung zu Babel erfolgt, sagt, die weitere Erbau-ung

4Abschn. Vom Aufbruch nach Sinear und Erbauung Babels. Zli

den verschiedenen Nachrichten unsern Anmerkungen einverleibet; müssen aber den Leser be-Im-bS^.

kickten, '

"bereintreffen. Er macht einen Unterschieddem ersten ursprünglichen Nis, nach wel-der Bau zuerst angefangen worden, und demL"/'ten verschiednen Entwurf, nach welchem derselbeworden; indem derselbe zum theil nach° >em , z„m theil nach einem andern Grundrisse seyWAret worden. Der erste Entwurf war nach un-' Verfassers Beschreibung ein hoher Thurm / ge-nau viereckig, in der Gestalt einer Pyramide. Die"nge einer dieser Seiten am Fus des Gebäudes war.^babylonische Fus, von welchen einer einen"ndonifchen Fus und 2 Zol betrug; daher der gan--s Umfang 126 geometrische Schritte und 4 Fus,

-Ar rn, wenig mehr als den;ten Theil einer englr-Meile ausmachen musre. Die senkrechte Hö-A feite dem Entwurf nach gleichfals 24z Fusscvii,

Mich der Wurzel des Guavrats, und die schräge2^1 und einen halben Aus. Das ganze ^>errsolle ein Klumpen, oder von Brandsteinen und Harzaufgefsitten Haufen sey», eine» festen Hügel undFcl-sen in sich einzuschlicssen. Die Bewerkstelligung die-ses ersten Entwurfs, so fern derselbe volzogen wor-den, ist von folgender Art. Man theilt das Werk>» 9Theile, welches gleichsam eben soviel viereckigeThürme in der Gestalt der Parallelopipeden oderflachen Würfel sind, davon einer auf den andern inpyramidenmaßiger Gestalt gesetzt wird, und jedera? Fus hoch ist, doch stufenweise in der Breite so^el Fus abnimt, als erfordert wird, einen Gang ober-Weg zu machen, rund um den obern Theil des un-reri, Thurms, und an den Seiten des nächstfolgen-de" iz und einen halben Fus breit. Der letzte undhöchste Thurm solte einen genauern Würfel ausma-chen, 27 Fus im Gevierten, und eben so viel in derHohe.

Dis Gebäude ist mit Backsteinen von Erde auft»efiirt, die im Feuer gehärtet sind, jeder 9 babylo-nische Zol ins Gevierte, und z dick, welche in Harz,

«m Stroh oderRohr vermischt, gelegt worden, so*u°"nigmal bis Z Viertel Zol, und zuweilen Z Zoldick ist, in folgender Ordnung : Erst findet sich eintzagervon Harz mit Rohr vermj seht, z Zol hock); denneine Reihe von so vielen Brandsteinen, als erfordertwerden,ein Viereck,gleich dem vorigen, z Zol hoch aus-zumachen : hierauf folgt ein anders Lager von Harzwir Stroh gemischt, drey Viertel Zol hoch, und eineReihe von Brandsteinen, wie vorher; und so wech-Msweisc eine Lage von Harz und Stroh, und einbah von Steinen siebenmal, bis es von dem grös-ser« Lager die Höhe von z Fus ausmacht: alsdennk»Mt ein neues Lager von Harz mit Rohr gemischt,dfe» Zol hoch, welches alles eben in der Ordnungwhtmal wiederholt wird, 27 Fus auszumachen, wel-kes die Höhe des ersten Thurms ist. Die nächsten? <hürme sind auf eben diese Art aufgefürt. BisM», nemlich bis zur Höhe von 162 Fus, oder zwey-vr,«heil vorn ganzen Gebäude, ward der Bau vvm