z>2 ii. Hauptft. Algemeine Geschichte von der Sündflut bis Abrahams Geburt.
I n.d S.4°>. richten, daß keine von allen den hier beschriebnen uns die Ueberreste des wahren uraltenV.L.G. 2597 . Thurms zu seyn scheinen, sondern vielmehr einige spätere Gebäude der Araber ("*).
ung der Stadt sey unterblieben; dabey aber von demBau des Thurms nicht gedenkt, weil er denselbenvieleicht schon vor vollendet gehalten. Doch ausder Kentnis des Entwurfs ist gewis, daß derselbenie vollendet worden, und daß die Oefnung zufälli-ger Weise da hinein gekommen, wie oben bemerketworden. Ueberdis giebt« einige Tempel derselbenZeiten, die in und um die Steinhaufen Babylon»zu sehen sind, insonderheit der Tempel des MnusÄstur, den desselben Frau, die Sem irgmis, erbauthat, wo man nichts dergleichen ankeift; woraus nochwarscheinljcher wird, daß solches nicht zum bestirn-ten Entwurfgehvret habe: obgleich der grosse Theilder babylonischen Tempel dieser Zeiten dergleichen,dem Augenschein nach, enthalten, wodurch die Sa-che wieder etwas zweifelhaft wird.
Ehe Ninus Belus den Bau des abgedachtenTempels anfieng,machte er unten auf dem Boden desThurms seinem Vater NumcoS ein Begräbnis, soaus dem Felsen im Grunde des kleinen Berges ge-hauen worden, den der Thurm in sich beschlossen.Diese Grabstäte ist eine doppelte Grotte, die auszwey Vorgrotten, eine in der andern, besteht, undaus 6 Gräbern oder schmalen Grotten in jeder, zweyan jeder inren Seite (77). Die Gräber sind 8 Fuslang, 6 Fus breit, und eben so viel hoch ; und ihreThüren oder Eingänge, die auf gleichem Bodenausgehauen worden, haben 4 Fus in der Lange,in der Breite, und ; in der Höhe. In den Grä-bern zur rechten Hand ist eine Erhöhung oder einSitz längst dem ganzen Grabe hinunter, z Fus breitunch 1 und einen halben hoch, so man von dem Fel-sen stehen lassen, um die Todtenkörpcr drauf zu le-gen (78). Dieses Grab ward zubereitet durch AuS-höluna eines Weges in den Thurm, nachdem der-selbe schon gebauel gewesen ; welches aus der Gestaltdes Einganges erhellet, die nicht regelmäßig ist,und ausgebrvchene Steine und Erde zeiget. DieseOefnung ward durch das Steinwerk und die Erdeauf der einen Seite durchgearbeitet, um zum Zu-gänge oder Wege zu dienen, der zu einer andern Oef-nung füret, welche durch den Felsen auf der andernSeite,gegen Babylon zu,war angelegt worden (79).
Dieses Altertum ist auf allen 4 Seiten etwas be-schädiget , insonderheit auf der mitternächtigenund Abendstite, wo die Schärfen und Ecken derTheile sehr abgefallen, auch die Lagen von Stei-nen zu Rinnen und Holen weggeschwemmetfind, zwischen den Lagen von Harz, welche mitdem Rohr und Stroh, so damit vermengt ist, nochfest und volständiq fortdauren ; indem weder ZeitNoch Wetter, noch irgendein andrer Zufal sie zu be-
schädigen vermögend gewesen. Das Volk des Lan-des hat darin Hölen gegraben, sich daselbst zuverbergen, und diejenigen, welche die Reisenden vonBaghidaS dahin füren, diese Altertümer zu besehen,brechen an einem Orte Stücke ab, und setzen sie an-derswo an, um Stiegen und Handgriffe drauf zumachen, um desto sicherer daselbst auf und ab zu ge-hen. So daß die Gestalt dieses alcen Gebäudessehr von der vormaligen geändert worden, indemdas unterste Neuntheil oder Thurm gänzlich unterErde und Schut verborgen liegt: kurz, es ist so ver-fielt, daß man sich viele Mühe geben mus, die Bau-art davon heraus zu bringen ; und Reffende habenaus Mangel nötiger Wissenschaft nicht gewust, wassie daraus machen sollen, auch daher gar unvvlstän-dige und verworne Nachrichten davon gegeben (80).Was die Lage dieses Steinhaufens betrist, so ebenderselbe zn seyn scheint, den Della Valle schon be-schrieben hat, welchen er auch anfuret ^8>): so irret erdarin gar sehr; denn er setzt denselben 27 Meilen süd-westwcrts von BaghOad, und nur 2.9 Meilen nord-westwerls von dem Castel Lorn, bey dem Zusammen-flus des Euphrats und Tigris (82), da doch Cc>e-na zum wenigsten i8c> Meilen von dieser Stadt ent-fernet liegt.
(241. B ) Dieser Steinhaufen würde das alleräl-teste Denkmal des spätesten Altertums seyn, wennseine, Richtigkeit erweislicher wäre, als des KastensNoah, die aber mit Recht allster in Zweifel gezo-gen und bestritten worden. Indem theils die blosseUebereinstimmung der Lage und gebrauchten Bau-materialien, sonderlich in einer Gegend, wo die Na-tur einen grossen Vorrat gewisser Arten derselbenbey gänzlichem Mangel anderer Bequemlichkeit ver-schaffet hat, dazu nicht hinreicht: theils die lange undbeständige Bewonung dieser Gegend, nebst den häu-figen Kriegen, Verherungen und neuen Bevölke-rungen derselben, die Anfbehaltung dieser Ueberbleib-sel höchst uuwarscheinlich macht. Die Aussagen »»dNachrichten der Neisebeschreibungen müssen in der-gleichen Fällen nach den Regeln der Glaubwürdigkeil genau geprüft werden ; da denn manche erzaice
Altertümer nicht viel Zuverläßigkeit behalten: indeUsdie Unwissenheit, Eigenliebe, Pralerey, auchwinsucht der Einwoner mancher, sonderlichgenländischer. Gegenden, nebst der UngeschicklickA.-Leichtgläubigkeit, starken Einbildungskraft und Be-gierde nach Seltenheiten und Abendtheuei'. auch isthosten Sicherheit vor Wiederspruch von Seitens,Reisenden,dergleichen Erzälungen ziemlich verdächtigmacht.
(77) -ächrc. in Ki- lepulckrer c>f rde rnnems p. (78^ ib'xjem x. 14, 15. (70) Ibiäew p- 2?'
(,8s) k- sr. 4z. 44. (8>) l biö. x. Z 5 . (82) Iblä. p. 28.
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