zi4 nHauptst. Algemeine Geschichte von der Sündflut bis Abrahams Geburt.
I und Vogel zu ihm gebracht, um zu sehen, wie er dieselben nennen würde; und
v.L.G.-597.wie Adam jedes lebendiges Geschöpf name, so war der Name desselben
Wenn wir daher den ersten Antrieb des Almächtigen ausnemen, der den Adam sein na»türliches Vermögen kennen gelert: so sind wir geneigt zu glauben, die Sprache sey durchstufenweise geschehene Erfindung wiikürlicher Bestimmungen des Schals zu Stande kom-men, die man anfänglich gebraucht, die am häufigsten, und nachher auch die seltner vor-kommenden Dinge, so wie dieselben nach und nach bekant worden, zu bezeichnen. Daß ^möglich sey, daß Adam auf diese Art den Gebrauch der Sprache erlangen können, wird,wie wir glauben, niemand leugnen: und wenn es möglich ist, so sind wir versichert, daß ^der vernünftigste und warscheinlichste Weg in aller Augen seyn werde, diejenigen ausgenom-men, welche eine unnötige Vervielfältigung der Wunderwerke lieben
§. ZZ6. .
Fortsetzung Wir können daher der Meinung derjenigen nicht beitreten, die sich einbilden, GL" !Weser untersu-habe selbst den Umfang einer Sprache eingerichtet, und dieselbe alsdenn dem Adam ringe- -gössen ). Ueberdis hat der gröste Theil der ursprünglichen Sprache, was es auch für eiMgewesen seyn mag, und eine Menge von Namen mancher Dinge und Handlungen, erst ei-nige Menschenalter nach Adams Schöpfung denselben müssen seyn beigelegt worden, nach-dem die Menschen derselben kundig, auch Künste und Bequemlichkeiten des Lebens erfun-den worden. Von den Vögeln und Thieren läst sich in der That ganz natürlich annemeu,daß ihnen Adam gleich anfänglich Namen mag gegeben haben, da die Hauptarten dersel-ben
l Mos.r, 19.
(ri;.B ) Was die Verfasser von der Sprache der-Hottenrolen berichten, wird durch die kolbistheBeschreibung dieser Gegend bestätiget. Welches auchvon der grönländischen in Hrn- -Hans EgedeSchriften, sonderlich desselben Grönlands Nat«-ralhistorie geschiehet, alwo c. 17. von der Sprachederselben ein weitläufiger Bericht vorkamt; vonder Sprache der Samoyeden und benachbarterVölker aber in Phil. Joh. von Strahlenbergsnord-und ostlichenTheil vonE«ropa undAsien.Von der Unentberlichkeit gütlicher Offenbarung zumUrsprung der Sprache ist zu vergleichen DelanpUntersuchung der Offenbarung Th. i.Abh.4.pag 51. rc. die ohne Eingiessung einer volständig ein-gerichteten Sprache stat finden können. Daher beyder anfänglichen Fähigkeit Adams, auch dem un-leugbaren Umgänge desselben mit GOtt durch äus-sere Crkentniszeichen einer verständlichen Sprache,der Gebrauch derselben keine blosse Wirkung einesWunderwerks gewesen, folglich dabey keine nötigeHäufung vonWundern vorgehet; zumal da die Artder Vorstellungen bey Menschen eine Verbindung derBegriffe mit Erkentniszeichen dergestalt erfordert,daß die ersten Menschen in der Erkentnis selbst nichtweit wurden haben kommen können, ohne durch Wor-te zu denken. Woraus auch von den Grenzen desUmfangs dieser ursprünglichen Sprache zu urthei-len ist, als welcher nicht enger als die Erkentnis selbsteingeschränkt werben kan. Wobey zu vergleichen,
was bereits oben (129. 12,4) erinnert werde»-
(E) Die Worte, welche insgemein überseht wen-den : Ver Mensch bekam eine lebendige Selegeben die ckaldaischen Umschreibet': Der AcheM,den ihm GGtt einblies, ward im Menschteine sprechende Sele. Die meisten von den Iu-den glauben, die erste Sprache, welches nach ihre*aller Einbildung ihre eigne ist, sey von GOtt selbsthervorgebracht und erschaffen, und so dem Machmitgetheilt worden (6). Einige von ihnen halte»-dafür, es sey bis nur durch einen algemeinen ih»*ertheilten Unterricht von den Stamworten »ist >Grundtheilen derSprache geschehen (7); andre aber, lauf eine genauere und ausfürlichere Art, durch Of-fenbarung des ganzen Umfangs und völligen Ein-richtung der Sprache an denselben, bis aufdie Buch-staben, Puncte und Accente (N.
Diese Meinung, die auch von einigen Christe«, !und insonderheit vom Ermomio angenommen wor-den; der, weil GOtt vom Most vor der Sch»- ^pfung als redend vorgestelt wird, davor gehalten hss-daß in den Worten eine gewisse, ewige und unwandes-bareNatur liege: ist vomGregom'o vonN'yffä hefnstbestritten worden, der es für eine alberne, lächerlich*und gotteslästerliche Meinung erkläret, sich einzu-bilden, der grosse GOtt würde sich st weit herunterlassen, einen Sprachmeister abzugeben, und sich hin-zusetzen, kunstmäßige Namen der Dinge zu erfin-den (9).
t;) «Mos 2,7. (6) <7or7r. (7) 8.//: (8) !l.
«rc. (9) PAF»». courr» Luovm. 1.21.