Band 
Erster Theil.
Seite
315
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z Abschritt. Von Verwirrung der Sprachen. ZIZ

öen nicht so gar viele sind. Doch können wir nicht denken, daß er gleich so weit gegangen, I n d S.Mlche besondere Gattung derselben zu benennen, noch viel weniger aber alles Gewürm," ' '<)aume oder Pflanzen, ob er gleich solches bey einigen derselben, die ihm am betautestengewesen, zweifelsohne wird gethan haben. Von den Fischen wird sich vermutlich niemandUnbilden, daß sie zu ihm seyn gebracht worden, von ihm benennet zu werden: und wenn sieein Wunderwerk vor dem Adam erschienen wären, so ist kein Zweifel, daß Moseslolches würde gemeldet haben, da die Fische der See der erste Theil der Schöpfung gewe.

>en, über welchen GOtt dem Menschen die Herschaft ertheilet (^).

§. 3 Z 7 .

. Dem ohngeachtet ist von sehr vielen geglaubt worden, die erste Sprache sey götli- Deschlu« der-Ursprungs; und dieser Meinung scheint plaro selbst gewesen zu seyn, indem er behau-die Namen der Dinge hatten ursprünglich einige natürliche Verbindung und Ueberein-mmmung mit den Sachen selbst, und die ersten Namen müsten daher den Dingen richtig«eyn beigelegt worden, weil solches von den Göttern geschehen(D). ^d aus diesem Be,

Triffe sind zum Theil wol, aller Warscheinlichkeit nach, die aberglaubigen Ansprüche entstan.vcn von vorzüglicher Heiligkeit einer Sprache vor allen andern, als von GOtt selbst hervor-^bracht.

Wie wir nicht die geringste Notwendigkeit sehen können, die Eingebung einerSprache anzunemen: so können wir uns auch nicht einbilden, daß Adam ohne götlicheHülfe den Gebrauch der Sprache so geschwind, als es Moses uns vorfielt, würde haben er-langen können.< Wir mögen in der That annemen, daß die Menschen von sich selbst stu-senweise eine völlige Sprache zuwege bringen können. Denn wenn es den Menschen an Zei-Mn, ihre Gedanken auszudrucken und andern verständlich zu machen, gefelet: so konten sie^diesem Vorhaben nichts bequemerö, das weniger Schwierigkeit zu erfinden, oder weniger^ühe zu veranstalten erforderte, erdenken, als deutliche Bestimmungen des Schals. Doch,

""e Anzal derselben zusammen zu bringen, die auch nur zu den wenigen Vorfallenheitcn des*rsten Menschen hinlänglich gewesen, mäste notwendig eine ansenliche Zeit erfordert haben;

Rr 2 daher

ö) I Mos. I, :6> r8> In Lrrt^lo. viä. eullö. II> krotaxur».

Ois. B.) Die alhier gebrauchten Gründe der Ar-^Ut und enge Einschränkung der ursprünglichen'spräche, bestehen aus Vorurtheilen, und der darauf

gegründete Schlus ist unleugbar übertrieben. Selbstv>e anschauende Erkentnis der Geschöpft hat sich bey°em ersten Menschen weiter erstreckt, als hier vor-gegeben wird; indem zur Darstellung der Fische keingrosser Wunderwerk erfordert wird, alszurHerbei-°.r>ngung der übrigen Tbiere, sonderlich der Bögel,nö-f'g gewesen, auch die übrige Betrachtung der Welt?urch ujchsA unterbrochen oder gestört worden. Uus-diese« Vorstellungen und Erinnerungen der durch>"rpfindung erlangten Bilder aber mus der Umfangeigentlichen Begriffe und Vorstellungen des Ver-ngndes, auch Wirkungen der Vernunft,bey demselben5'wt gering gewesen seyn, wie aus i LNos r, 24 er-biet : worauf sich der Gebrauch der Sprache undwmbolischer Erkentniszeichen ebenftls erstreckenBussen. Die angefürte Aussprüche Gregorii^sys-

seni, worauf auch Rieh. Simo» in der Kiikoirecrit. ch> V. 'I'eiiann iiv. i cliap. 14 einen grossen Be-weis bauet, sind ebenfals übertrieben, und einer gros-sen Einschränkung benötiget, wo man nicht die ganzeBeschäftigung GOttes mit seinen Geschöpfen, son-derlich der Körperwelt, als eine ihm unanständigeVerrichtung ansehen wil. Indessen kan die entge-genstehende Meinung auch sehr übertrieben werden»woran es nickt geftlt, sonderlich durch Aufhebungder Wilkurlichkeit bey Bestimmug der ersten Worte,und durch Annemung einer innern Bedeutung derBuchstaben, wodurch die jedesmalige Bedeutung derdaraus entstandenen Worte zusammen gesetzt war-den: wovon Hrn. D Joh Gottl. Larpxovs crit.lscr- prrt. 1 cop.; leät, z p. ,z6 leg. zu vergleichen ist.

(D> Die Worte dieses Weltweisen sind folgende:

Pvxv<«v(io>, und weiter unten: «r, r«

(>o) In p. z8z eö. berriai.

(») Ibi-i. 42;.