Band 
Erster Theil.
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317
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, z. AbHttit. Von Verwirrung der Sprachen. ZI 7

ke war noch zierlicher, da man zu der vorigen noch den Schmuck der Zierlichkeit als eknGe-^wand hinzugethan-). v.V.->97.

- §'

Ob es vor der Sündflut mehr als eine Sprache gegeben, das ist eine Sache, in Sprachen vorwelcher wir uns in völliger Dunkelheit befinden, ob es gleich vernünftiger ist zu glauben, >""°Nur.ks habe damals nur eine einige gegeben, die einige, obwol nicht sonderliche, Verschieden,hrlt der Mundarten kan gehabt haben; denn die wenige Menschenalter zwischen der Schö,lind Sündstut, und das lange Leben der Menschen vor der Sündslut, haben allegrosse Veränderung in du fern Stück nachdrücklich verhindern müssen. Dem sey wie ihmwalle, st jst wenigstens warscheinlich, daß nureine einige Sprache, und zwar die ursprüng- ,uche, vom Noah aufbehalten, oder zum wenigsten von den Nachkommen desselben bisauf die Verwirrung derSprache zu Badel, sey geredet worden ) *) (^«).

§. zgo.

Hier wird nun vieleicht erwartet werden, daß wir uns in eine ausfürlkche Untersu- Untersuchungchung der ursprünglichen Sprache einlassen, und zu bestimmen suchen sollen, was es vor eine ^ - Ersten^sondere Sprache gewesen, so die ersten Stameltern des Menschen gesprochen. Doch, wiebis eine Untersuchung ist, die mehr aus Neugierigkeit als einiges Nutzens wegen angestel-let wird, wir auch keine Gewiöheit haben können, ob diese Sprache, was es auch für einegewesen seyn mag, noch vorhanden ist ^): so wird das möglichste, was wir hier thun können,darinne bestehen, die Eitelkeit der Anforderungen derselben Sprachen zu zeigen, die auf dieseEhre Ansprüche gethan haben, wie von einer grossen Anzal derselben geschehen ist; indemjedes Volk darauf, als auf einen unleugbaren Beweis seines eignen Altertums, begieriglst ( ); ob sie gleich durchgehendö ihre Schlüsse durch einen Cirkel füren und ihr Altertumwieder zum Beweisgründe des vorigen brauchen.

§. 54r.

-) S. in Poet. t. I. c. I, /h S. in Oenesi ic>, l. et <?/»«?>'. t-crm. antig I» l. c. 8. ?. 5 Y. 60.

lF) Gesetzt auch, es wären mehr als eine Spracheder Sündflut gewesen, und Noah und seine7 rn) Söhne hätten dieselben alle reden können: soF, »och höchst vernünftig zu glauben, daß sie ihren»rindern nur eine gemeine Sprache beigebrachtyaben, welche dieselbe alsdenn weiter auf ihre Näch-st'"»" fortgepflanzt; so daß die übrigen mit die-Erzvatern ausaestorben, und nur eine ei-We Spracht unter den Menschen bey dem Bau zuoabel übrig geblieben.

ta,Hierinnen kan ich nicht die geringste War-«yeinlichkeit finden. Vielmehr läst sich nicht wolvsgrejfe,,, daß die Erzväter, wenn ihnen mehr als'"'o Sprache bekant gewesen, dieselbe ihren KindernMißgunst nicht selten beigebracht haben, zumal^ ße dieselben selber von ihren Eltern durch münd-' He„ Unterricht empfangen haben müsten. NichtGedenken, daß die Erklärung der Herren Versahin der ganzen Erzälunq nichts scheinbares vor sichDenn die Worte Mosis: Und die ganze Erde

tedere

einerley Sprache; wollen, unserer Meinung

r>u?° ^"^drücklich dieses sagen, daß zu derselben Zeitkn sey b Einige Sprache in der Welt bekant gewe-

(2.18. B.) Sowol die von den Verfassern behau-ptete Meinung, daß es vor der Sündflut nur eineSprache gegeben, als auch die in der Anmerkungbeigefügte Mutmaßung, daß LToah und seine Söh-ne ihren Nachkommen nicht mehr als eine einigeSprache würden beigebracht haben, sind ganz ge-gründet. Da es in Absicht der letztem eine vergeb-liche Mühe würde gewesen seyn; indem die Kentnismehrerer Sprachen nur zum Gebrauch dieses Hülfs-mittels anderer Reden und Schriften in fremdenSprachen zu verstehen nötig und nützlich ist, folg-lich unnötig und überflüßig wird, wenn diese Ursachwegfalt.

(G) Psammetickus, ein Königin Egvpteir,scheint dieser Meinung gewesen zu seyn; denn daer zu wissen verlangt, welches das älteste Volk in derWeltsey, so verfiel er, nach verschleimen fruchtlosenVersuchen, auf folgenden Anschlag. Er nam zweyneugeborne Kinder, und gab sie einem S«Hafer auf-zuziehen, mit Befel, keinen Menschen vor ihren Oh-ren ein Wort reden zu lassen, sondern sie in einereinsamen Hütte zu ernären, und durch Ziegen saugenzu lassen, bis sie andere Speise gemessen könten.Rr g Des