Band 
Erster Theil.
Seite
324
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Z24- II Hauptst. Algemeine Geschichte voll der Sündflutbis Abrahams Geburt'

I.ndS.401. §. z4y.

^ ^ 7-7 ^1 - Was den Grad dieser babylonischen Verwirrung, und die Art ihrer Bewerkstelligt

«Mehen?^ betrift: sso giebtö darüber eine grosse Mannigfaltigkeit der Meinungen. Verschiedene gelerLeute sind mit einer vorgefasten Meinung eingenommen gewesen, daß alle die verschiedne nun >der Welt befindliche Sprachen anfänglich aus einer Grundsprache entsprungen seyn, aufw^che sie wieder zurück geleitet werden töntenund daß die jetzt unter denselben angetroffenMannigfaltigkeit nichts mehr sey, als was natürlicher Weise in einem so langen Zeitkauf^'

be entstehen müssen: und haben daher nur eine blosse Trennung der Bauleute am babyloN"

scher» Thurm angenommen §); wodurch sie zu glauben bewogen worden, es siyn bey diesssVerwirrung keine neue Sprachen entstanden, sondern alles, was daselbst geschehen, sey höch-stens nur eine erregte Uneinigkeit unter diesen Bauleuten gewesen, durch Veranlassung einesMisverstandniffes unter ihnen (^). Welches, wie einige davor halten, ohne die geringste un-mittelbare Wirkung auf ihre Sprache vorgegangen c); so dock) den Worten und dem auge>"scheinlichen Sin des heiligen Geschichtschreibers entgegen zu seyn scheint. Andre haben sicheingebildet, es sey solches durch eine vorübergehende Verwirrung ihrer Sprachen auf einigtZeit bewerkstelliget worden; oder vielmehr nur durch eine Verwirrung ihrer Begriffe, welcheverursachet, daß, als sie noch beisammen gewesen, ob sie gleich einerley Sprache geredet, sie dochdie Worte verschiedentlich verstanden Eine dritte Meinung gehet dahin, daß eine Ver-schiedenheit der Wortfügungen, und vieleicht auch einige neue Worteeingefürt worden, wo'durch die erste Art des Ausdrucks verwirret und verkert worden: welches denn zwar wo>verschiedne Mundarten veranlassen, aber keine neue Sprachen hervorbringen könnenAllein, keine dieser Erklärungen scheint der unleugbaren Absicht Mosts völlig gemäö zu seyn,die nicht nur gewesen, uns zu benachrichtigen, wie die Menschen zuerst zerstreuet und in stviele verschiedne Völker zertheilt worden, sondern auch Grund von der Verschiedenheit ihrerSprachen anzugeben; ein Vorsatz, der gewks sehr schwer, wo nicht gar unmöglich auszufü-ren ist, ohne zu einer außerordentlichen Beschäftigung der gütlichen Macht seine Zuflucht zunemen. Denn obgleich Zeit, Umgang mit auswärtigen Völkern, Handel, Erfindung und Aus-besserung der Künste und Wissenschaften, und die Verschiedenheit der Himmelsgegenden (^)

gar

») priessk. in euanxel. Vlülse p. 4 . öh 77-i^-FF, Kitt. pstriarek, excrcic. rl § 21 . c°) 6 /-'

cvnimenr. in loc. v'tti. kere LH«« Kilt. critiq. vieux letl. I, I. c. 14 . lud^ei apnä 1.6. s-s/i?--

exerü. !n ki»rö 2 n. r;y. H. I. //, LVi/ä» 6 . ciiLlribe Uc iing. kebr. vill, N. Ue czuoluor linxnib >7'

ec snb iniriv.

(O) Diese Meinung zu unterstützen sagt man, dashebräische Wort nov shaval?, die Lippe, wel-ches wir durch Sprackie oder Rede geben (r6), be-deute vielmehr Uebereinstimmung oder Einmü-tigkeit, und sey mit dem innns phe Ehhad, d. i.einMund (2,7), gleichgültig,welches genau übersetzt,übereinstimmlg bedeutet. Doch bis letztere ist einAdverbialausdruck, so der andre nicht ist: auchfolget nicht, daß eine Lippe eben so viel seyn müsse,als ein Mund; indem die einige Schriftstelle, diezum Beweise angcfürt worden, daß es in diesemVerstände vorkomme (28), gar weit entfernet ist,dergleichen etwas zu beweisen (29). Eine andreStelle pflegt noch angefürt zu werden, die dieser

tz-L) I Mos 10,1.6.7. (27-) Ios 9, I Lsn

üilo. on lke conkugon völLoxuLxe- p.9.

Auslegung viel vortheilhaster zu seyn scheint; undsich da befindet, wo David gegen seine Feinde be-tet, und GOtt bittet, ihre Zungen;» theilen (zo),d i. sie in Uneinigkeit zu setzen. Doch bis ka»hier Mosis Meinung nichr seyn, denn er erklärtunmittelbar drauf, was er unter der einen Lippeverstehe, indem er hinzusetzt: und von einerleySprache; oder mehr nach dem Buchstaben: vo»einerley »Worten (zi).

(P) Manche sind auf die Gedanken gekommendaß die Luft oder die Himmelsgegend einiger Landedie Einwoner zu einer gewissen Aussprache lenke,und im Gegentheil znr Aussprcchung gewisser Arte»des Schals oder Buchstaben ungeschickt mache: und

daher

. -L, ,z. (-z> Jes. , 9 ,, 8 0-) S Dr.

(zo) ps. 4, 10. lz>) i Mos 11,1.