z. Abschnit. Von Verwirrung der Sprachen.
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erhebliche Veränderungen in den Sprachen verursachn r so kan doch die höchste Wir.I ^kung von dem allen, die wir uns einbilden können, nicht bis dahin reichen, wovon hier die«wge ist /). Wir können uns nicht vorstellen, daß eine Sprache dadurch solle können der.AEstalt verstell werden, alle ihre algemeine Merkmale und Unterscheidungöstücke zu verlie.rcn. Es ist nicht leicht zu begreifen, wie alle Worte einer Sprache mit andern gänzlichsollen verwechselt werden; wie denn auch kein Beispiel einer solchen jemals vorgegangenengänzlichem Verwandlung angefürt werden kan. Ja, es ist beinahe unmöglich zu denken,jemals durch die oben angefürte Ursachen eine so grosse Verschiedenheit habe könnenderanlast werden, als wir in der Verfassung und Einrichtung der Sprachen antreffen, alsworin die grosse und wesentliche Verschiedenheit derselben eigentlich, und weit mehr besteht,als in den Worten, so die Sprachen ausmachen; wie wir in der Nachricht werden bemerkensönnen, die wir von den verschiednen uns einiger Massen bekamen Sprachen hernach zu er,theilen willens sind. Die gegenwärtige Verschiedenheit der Sprachen in der Well ist erstaun-Uch r). Wenn wir nun die Zeit bedenken, die seit dem Bau zu Babel verstrichen, unddie Veränderungen, die sich in einigen bekamen Sprachen in dem Verlauf von ein, zwey,oder drey tausend Jahren geäußert haben, welche Verändrungen wir durchgängig grösseroder kleiner antreffen, nach dem die Völker mehr oder weniger Umgang mit Ausländern ge-habt; auch zugleich erwegsn, daß es viele Sprachen giebt, die bey angestelter VergleichungMit andern nicht die geringste Verwandschast damit haben, so daß ein Mensch der grösteSchwärmer von der Welt seyn müste, wenn er sich einbilden wolte, daß sie alle von einer-ley Eltern entsprungen seyn: so dünkt uns, von der Mannigfaltigkeit der Sprachen, die jehtin der Welt geredet werden, lasse sich keineswegeö ein begreiflicher Grund angeben, wennman nicht entweder den präadamitischen Lehrbegrif annemen, oder zugeben wil, daß zuDabei neue Sprachen hervorgebracht worden ^). Ein sehr gelerter Man, der mit vielerHitze die Meinung angenommen hat, daß alle Sprachen von einer einigen herzuleiten seyn,m sichs doch so gut bewust, daß AuSnamen dabey gemacht werden müssen, daß er selbst dreSprachen in America und den indianischen Inseln aus dieser Zahl auöschliest; mtt
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Siehe vr. sikS. concerninx rde cluik. vklLnxusxer p. 57. Nr. kssiy ok'rke Isnxvsxer
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^oher sol es, jhrer Einbildung nach, kommen, daßSprachen so vol von Gaumbuchstaben, oder??W oon stummen Buchstaben sind: dahingegen an-kaum emjae von den erstern, undvergleichungs-l^'e sehr wenige von den letztem haben; ingleichen'b Ephraimiten den Buchstaben Sbin nicht^sprechen können (zr'j, und die Lhmeser so vielSchwierigkeit bey dem Buchstab R, und die Acabey dem P finden u. s. w Doch es seit noch.'"daran, daß wir überzeugt seyn soltcn, dieser Un-Meid werde von irgend einer Beschaffenheit der^'chMelsgegend verursachet; im Gegentheil ist es
d-Ä vernünftiger zu glauben, daß solche Verschie-y,"Veiten m den Sprachen und Mundarten volkom-
»ers/'hölkig seyn: indem keine einige Sprache alle»e Arten dcsSchals in sich fasset, sondern ej-°,eses, und die andere eines andernSchals häu--dvoienet; und daß folglich ein Mensch, der vonlz?) Aichr. ,e, 6. (z?) lüts. rje liuxx, ^üiecicaniL p. rr^
it) S. Or, vdr iuyra p. z6. Dr. vbr iu-
seiner Kindheit an, aus dieser und keiner andernUrsach, zu einer besondern Aussprache gewönet wor-den, es notwendig schwer finden mus, auch den al-lerleichtesten, und dem Schein nach natürlichstenSchal nachzumachen, wenn derselbe damit nichtübereinstimt. So werden die -Hurouen inAmerica,die in ihrer Sprache ganz und gar keine Lippenbuch-staben gebrauchen, und daher, wenn sie reden, keineGelegenheit haben, jemals die Lefzen zu schliessen (zz),nicht leicht zur Aussprache irgend eines Buchstabensdieses Werkzeugs zu bringen seyn. Hingegen lehrtdie Ersarung, wie leicht und völlig ein Kind, dessenSprachglieder noch frey, u„d durch keine lange Fer-tigkeit in einer besondren Aussprache befestiget sind,fremde Arten des Scbals nackmachen lerne, wel-ches ein erwachsener Mensch vieleicht mit der äus-sersten Mühe und Anstrengung zu bewerkstelligennicht im Stande ist.