Band 
Erster Theil.
Seite
368
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Z68 m Hauptst. Geschichte EgypLens bis zu den Zeiten Alexanders des Grossen.

§. 4l8.

Eil'theilung Ausser dieser Abtheilung in grössere Theile, war Egppten auch in verschiedenesämrer!" biete oder Aemter eingetheilt, welche die Egyprer Tabir, und.dke Griechen NonrSsnennen. Die siebenzig Dolmetscher haben demnach die Stelle der Schriftwo es in u"'srer Uebersetzung heisset: Ich rvil die Egppcer seyen wieder die Egypter, daß einReich wieder das andre streite; ein Nomos wieder den andern, ganz rechtben. Die Anzal davon ist ungewis, indem ihrer, nach Gutdünken des Fürsten, bald mehr,bald weniger gewesen sind. Daher die alten Schriftsteller in ihren Nachrichten von den*selben nicht übsrein kommen. Ohngefär sind ihrer sechs und dreißig gewesen, die geme>*niglich den Namen von der Hauptstadt eines jeden gefüret. Dem Sesostri wird dieseEintheilung zugeschrieben ^).

§. 4 ' 9 .

Beschaffen, Unser Vorhaben ist alhier nicht, uns in eine umständliche Beschreibung derheit der luft. pcischen Städte, oder geographische Untersuchungen über ihren alten und neuern Au-stand, Namen und Lage einzulassen: indessen werden wir doch in dem folgenden bey Ge-legenheit ein und andere hieher gehörige Anmerkungen beibringen, die wir vor merkivüttdig oder nötig achten werden.

Die Beschaffenheit der Luft in Egppten mus notwendig sehr warm seyn, weil esnahe an der Wendungslinie lieget. Allein, obgleich die Luft gemeiniglich sehr trocken ist,so fält doch, nach dem Anwachs des Nils, vieler Thau, welches einige Monate dauret'In Unteregypren regnet es öfters zur Winterszeit; ungeachtet einige der Alten das Ge-gentheil behaupten r). Ja, man hat bemerket, daß zu Alexandrien so gar Schnee ge*fallen ist, obgleich Seneca das Gegentheil ausdrücklich versichert. Allein in Obettegypren, gegen die Fälle des Nils zu, regnet es sehr selten «). Der erste Sommer,denn man rechnet deren zwey in Egypren, im Merz, April und Maimonat ist die un-bequemste und ungesundeste Jahrszeit, des ungleichen Wetters, der ungemeinen Hitze, und

r)Ies. Iy, r. t) O>a<e. ä-c. 1.1. p. ;o. in l'lrii. giireü. 1.4'

S. gelcripr. ok lke kxramigs p. 74. ley. LoU-Ä. rik ^rsvel» tom. r. ^>. yr.

wird, auch viel beiträgt, wodurch aber selbst die Men-ge der vom Nil fortgeschlcmten Erde vermerkt wer-den mus. Der dritte Grund, den Maillel in denmitten im Lande gefundenen Muscheln und Scha-len von Seethieren anzutreffen vermeinet, ist uner-heblich ; weil dergleichen auch in andern Landernnichts ungewönliches ist: auch ist der vierte Beweis,so von einigen aus -Herodoci Nachricht von derVerschiedenheit der zur hinlänglichen Ueberschwem-mung des Landes erforderten Höhe des Nil« zu sei-ner Zeit, und unter dem Könige Märis, 900 Jahrvorher hergenommen wird, vom D Pocock mitsehr warscheinlichen Gründen bestricken worden; in-dem nicht nur die Art der Ausmessung, die Tiefedes Nil« in seinem eigentlichen Bette mitgerechnetoder nicht, sondern auch die Verfertigung ünzäligerGraben sowol als grosser Wasserbehältnisse, sonder-lich des Sees Moris, einen gewaltigen Unter-schied der Höhe des ausgetretenen Stroms verur-sachen müssen. Eben derselbe erinnert auch gegendie Bestimmung des ordentlichen Zusatzes Egp-

ptens in Absicht seiner Höhe manches, so nicht uner-heblich ist. Daher des D. Scbarv Mutmassung,daß solche Erhöhung alle roo Jahr einen Fus be-trage, noch genauerer Erörterung benötiget ist. In-dessen ist dieses letzter» daraus gemachter SchlU"wieder die erstaunliche Zeitrechnung der Egypret,und ihr unglaubliches Altertum, nicht zu verwerfen-als welche Fabeln durchdie natürliche Beschaffenheuihres Landes wiederlegt werden, indem dasselbe vo-so viel tausend Jahren, als sie erdichten, nicht ein,mal würde wonbar gewesen seyn. Eine ander'von denselben gemachte Folge aber. daß bey zie-mender Höhe des Landes die Ueberschwemmuna uwder Zeit abnemen, ja endlich gar aufhören mussen-ist »»gegründet, indem der Boden im Bette de»Nils notwendig in gleicher Verhältnis erhöhet wer-den mus, sonderlich in Unteregypten. Sr'earo«Benennung des abendländischen Theils vom Deltamit dem Namen Baheirg, wird vom pocock be-stätiget S l6i.