I Abschritt. Beschreibung von Egypten. Z69
öer heissen Winde wegen, die zu der Zeit heischen, und allerhand Krankheiten verursachen.
Hingegen im zweiten Sommer, nemlich im Brachmonare,Hemnonare und August, wieAnch im Herbste und Winter, schöpfet man daselbst eine külere Lust, und ist das Wetter be»ständiger, daß es alsdenn sehr angenem in diesem Lande zu leben ist. Obgleich die Kälte al«vier selten gefület wird, ausser nur etwa sieben Tage lang, vom siebenten bis zum vierzehn-des Hornungs, welches die Araber Berd al Ajutz, die alte liVeiberkälte nennen ;tragen doch diejenigen, die nur einigermassen reich sind, des unbeständigen Wetters we>
S°n, Pelze °) (-»').
§> 420.
Die Fruchtbarkeit von Egypten, und die Vortrestichkeit der Waren und Früchte Fruchtbarkeit,desselben, werden von den alten Schriftstellern höchlich gerümt, ja von Most selbst-), der die-stZ Land notwendig sehr wohl muS gekaut haben. Es hat einen Ueberflus an allerley Ge-tteide, vornemlich aber an Reis: so daß es vordem die Kornkammer von Rom gewesen, ststnge ^ unter der römischen Botmäßigkeit gestanden; und ieho bekömt Constantinopeistinen meisten Vorrat daher (^^).
Die fruchtbarsten Theile von Egypten sind das Delta, und die Landschaft, sojeßoal Leyyum heiffct, und vor das ehemalige Amt Heracleoris r) gehalten wird. Von derHauptstadt gleiches Namens glaubet man, daß es Heracleopolis, lTkilopslis oder Ar.stnoe gewesen. Die dortigen Einwoner berichten, Joseph habe es erbauet, welchemsie die Verbesserung dieser Gegend zu danken zu haben bekennen. Indem dieselbe, als derniedrigste Theil von Egypten, ein blosser stehender Sumpf gewesen seyn sol, bis sie der ge-dachte Erzvater zum Ackerbau bequem gemacht, da er Canäke, sonderlich den grossen vom^lil bis zum See Möris, gegraben, das Land ausgetrocknet, und es von Binsen und mo«rostigem Strauchwerk gerciniget. Ieho ist es das fruchtbarste und angebauteste Land indein ganzen Königreiche; und enthält über z6o Dörfer, bringet auch Flachs, Weintrauben,
Und andere Früchte im Ueberflus hervor; ja es träget auch sogar in denen Jahren, wenn
der
») n-u. er Vvy. rsm. 2 x. 2Z9. I Mos. IZ, IO. ,) S. Üb. 17.
«.(r4i.B.) Was die alten Schriftsteller von dem
Mangel des Regens in Egypten melden, mus von
obern Egypten oder Thebais verstanden wer-k», und ist mehrentheils verqlcichunqsweise gespro-chen : welches auch bey der Stelle 5Mostil,lo:c.unleugbar ist. Maillet schreibt Th. i S-ri, daß esju Cairo und höher hinauf selten regne, auch nichtMt anders, als des Abends eine viertel oder halbeStunde lang; daß es in den Jahren 1692., 94
November bis April ; bis 6 mal geregnethabe; daß oft z bis 4 Jahreverstreichen, in welchen's in Obercgypten gar nicht regne; ja daß der Sel-tenheit wegen eine grosse Freude entstehe, und dieA»te auf die Gassen laufen, Wenns regne. Womitpocock übereinkvmt, S- >9Z rc. alwo gemeldet^ird, daß es an der Seekttste und in Unteregypten,^Ndcrlich vom November bis Merz, viel und starkf'Sne, zu Lairo aber selten anders als im Dec Jan.
Lebr. und wenig; in Oberegypten aber in acht^'bren nur zweimal eine halbe Stunde lang gereg-
A.W. H. r Theil.
net habe. Eben so verhält stchs mit dem Erdbeben, da»von Plim'us KiK. nst. B. r c.8r schreibt: icieo gslliseet aegxptus iiiinimegiiatiuntur. Mülllet meldet LErdbeben im Jahr 1694 und 98 Pocock aber ein nochstärkeres im Jahr 1740, so einige Häuser umgewor-fen. Der gemeine Landman trägt das ganze Jahrhindurch nichts als Leinwand, weil die Kälte nurMorgensund Abends empfindlich ist.
s24r. B.) Diese Versorgung der Stadt Romaus Egypten hat nur bis auf die Erbauung Lon-fkantinopel gedauret, denn von derselben Zeit anhat das Getreide dorthin geliefert werden müssen;daher es die gefärlichste Beschuldigung Achanaßibeim Lonstantrno gewesen, daß er diese Zufur ge-hindert habe. D Schar» meint Th. r S- 171 inder Stelle r Mos 9, zr sey Korn und Reis zu ver-stehen, >0 die späte Frucht in Egypten ausmache, sowie Lein und Gersten die zeitige.
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