Band 
Erster Theil.
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r Abschnit. Beschreibung von Egppten. z?y

und Maiinonare nieder. Und was daö Vieh anbetrkft, so kriegen die Kühe fast al-lkjekt zwey Kälber auf einmal; die Schafe aber werfen zweimal des Jahres, das erstemal

Lämmer, das zweitemal aber nur eins; eine Ziege hat oft vier Junge bey sich, die sie" einem halben Jahre geworfen hak. Die Weide in Egppten ist vortrestich, indem das> ^raz gemeiniglich so hoch wächst, als das Vieh ist; wohin sie dasselbe den Winter hindurch

! ^lben, zu welcher Zeit vieles Vieh von jenseit des Euphrats hieher gebracht wird. Im

Sommer, wenn der Boden entweder von der Sonne verbrant, oder von dem LJil über-^^emmet ist, wird dasselbe in Ställe gethan, und mit Heu, Bonen und Gerste gefüt-

§. 429.

Es ist in der Welt keine angenemere Aussicht, als die von Egppten in zwey Iah- Verschieden??^Szeiten: denn wenn man in dem Heumonate und August auf einen Berg, oder aufei-anblick Egy-"e der grossen Pyramiden bey al Lahira steiget; so siehet man eine weite See, aus wel- in zwo?A°r eine Menge Dörfer, Thürme und Spitzen hervorragen, die den Inseln des ägäischcnMeers gleich scheinen 0, mit einigen Dämmen, zur Unterhaltung einer Gemeinschaft,

Nebst untermengten Büschen und fruchtbaren Bäumen, wovon doch nu^ die Gipfel zu sehens>nd. Welches alles zusammen einen sehr reizenden Anblick verursachet. Diese Aussicht en-diget sich mit Bergen und Wäldern, so in der Entfernung die lieblichste Perspective ver-ursachet. Hingegen im Winter, oder im Kenner und Hornung, ist das ganze Land einerschönen Wiese änlich, deren mit Blumen untermischte grüne Farbe das Auge ungemein ergö-tzet. Man siehet auf allen Seiten HerdM Schafe und anderes Vieh auf der Ebene zer-streuet, nebst einer unzäligen Menge von Ackersleuten und Gärtnern. Die Luft ist als-venn von der erstaunlichen Menge Blumen, Pomeranzen, Citronen, und anderer Bäumebalsamiret, und so rein, daß man nirgendswo eine gesundere oder lieblichere schöpfen kan:sv daß die Natur, die zu der Zeit in so vielen anderen Weltgegenden gleichsam todt ist, bloskineZ so angenemen Aufenthalts wegen aufzuleben scheinet. Giebt es noch einige Plätze, diedicht völlig ausgetrocknet sind: so sind dieselben mit allerhand Waffervögeln in grosser Men-bedecket, wovon diejenigen, so sich einen Zeitvertreib machen wollen, so viele todt machen,als sie gelüstet.

I . §. 4Z^

Die Städte und Dörfer in Egypren sind zur Sicherheit vor der Ueberschwemmung ffortzeseh.tr^ LJils insgesamt an erhabenen Ortengebauek, die entweder von der Natur oder mit unsäg- Beschreibung,iicher Arbeit erhöhet worden; welches letztere bey den meisten geschehen müssen. Die Ge-meinschaft einer Stadt mit der andern, die Zeit hindurch, da daö Land unter Wasser stehet,

Mich entweder durch die oben gedachten Dämme, oder vermittelst kleiner Fahrzeuge unterhal-tn. Wenn der Flus wieder in seine Ufer getreten, so dienen die Canäle zu eben diesem Zwecke,

^gleichen die Einwoner und das Vieh mit Wasser zu versehen, welches man die Mägde be-ständig

/) Siehe et vtü iuxrü.

^ B.) Daß das Lffilwasiee ein sehr gesunder gens ist theils nicht algemein, theils mehr aus der

^nk sey, einige wenige Wochen im Jahre beim beständigen Verschliessung der Menschen zur Zeit derUerexsten Anfange des SteigenS desselben ausge- Ueberschwemmung, die mit Müßiggang und Lustbar-r^Men, ist wol unstreitig; die vorgegebene Frucht, keilen zugebracht wird, als vvm Getränk des neuenstreit bey Menschen und Thieren aber mehrern Ur- NilwasserS herzuleiten.

He» zuzuschreiben. Die gesetzte Zeit des Kinderzen-

A.W.H. i Theil.

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