38 4 m Hauptst. Geschichte Egypteirs bis zu den Zeiten Alexanders des Grossen.
und sie wüsten denselben so besonders zuzurichten und zu spinnen, daß man die Faden kaumsehen konte «). Er wuchs in solchem Ueberfluö, daß er nicht nur hinreichte, ihre Priest^,die nichts anders trugen, und vorneme Leute *) darin zu kleiden, auch ihre Todten dareinzu wickeln, sondern auch noch ein sehr grosser Handel in fremde Länder damit getriebenwerden konte. Durch ganz Morgenland ward die egyptisthe feine Leinewand gesucht -)»die feineste Art davon, Byssus genant, wurde vielfältig mit Purpur gefärbek, und war sttheuer, daß niemand als reiche Leute dieselbe kragen konte
§. 440.
Lotus. Der Lotus, so in Umeregppten häufig wächst, sonderlich bey Rashid oder
setta, wird von den Einwonern al Bashnin genant, und ist eine Art von Nenuphat,54ymphäa oder der Wasserlilie. Seine Blätter schwimmen auf dem Wasser, so daßsie die Oberfläche desselben bedecken; er träget viele Blumen, die vormals in die Kronen betSieger geflochten wurden. Die alten Egyprer bücken Brot aus dem Kern oder Ma"dieser gedörreten Pflanze, welcher dem Mohn änlich war; sie assen auch die Wurzel da'von, die rund und so dick ist als ein Apfel *). Dieser Lotus ist von einer andern Fruchteben des Namens unterschieden, womit sich die Lotophagi erhielten"). Die Araber nia'chen noch heut zu Tage ein Getränk aus dem egyptischen Lotus, das wieder innerlicheHitze sehr dienlich ist; sie essen auch die Stengel und Köpfe dieses Gewächses roh, weil sttungemein saftig und külend sind (^).
§. 44r.
Henna. Das Henna, welches die Rrämerkenner Alcanna nennen, ist eigentlich'ei»
Strauch, der in viele Zweige aufschiesset. Den Blattern nach gleicht er einem OelbaurNidoch sind sie etwas kürzer und breiter, auch lieblicher grün. Die Blumen, so wie Hollundec-blüte wachsen, riechen sehr lieblich, und werden daher von den Einwonern in ihre Bäder ge-than '). Die Weiber färben die Nägel und andere Glkedmassen zur Zierde mit einer rötli-chen Farbe, die man aus dieser Pflanze macht.
Die übrigen Pflanzen, deren Früchte und Wurzeln von den Einwonern zur Speistgebraucht werden, sind so häufig vorhanden, und so vortreflich in ihrer Art, daß sie davon fastallein ohne Korn leben können ja in den vorigen Zeiten die Ärbeitsleuts fast von nichtsanders lebten. Daher ist es kein Wunder, daß die Israeliren in der Wüsten sich über den
V-r-
S.kia.ort. I.19.c.I. S. lMss.4o.42.
^0,/. I.L. I.». 4». zo.
lup. x>. 257- /V-'-r. i. 21. c. >5.
Spr. 7,16. Ezech. 27,7.t) L«c, vbi lup. x>. 257.
(264. B.) Ohnerachtet der Boden in Egpptenzum Flachsbau unvergleichlich ist, auch noch häufi-ger Hanf daselbst wächst: so ist doch die Verfertigungder Leinwand daselbst sehr gefallen, und in den spä-tern Zeiten ziemlich nachläßig getrieben worden; soaus dem häufigen Gebrauch der feinen Baumwollein den morgenläudischen Gegenden mit herrüret.
(26;.B-) In D.Sckaws pkytoßriipkis(262)kommen n»Z8r> bis9 verschiedene Arten vomLotus vor r und im 2ten Theil der kistoire ste >' scsst.
in 5 criptic>ns ist S. 287-290 vom Hm. Mühn-Del ein exsinen äes äiversmonuments, 1 iirle 8 guelsji 7 a äes pirntes gue les Lnttgnzirer, cvnkonäcnt
presgue tonlours suec!e lotu8 st' 6gxpte anzntresseN/alwo verschiedene Zeichnungen dieser Pflanze vor-kommen. kNaillets Ungewiüheit und Mutwal'sungen TH a S 109 erweisen, daß er keine Nachrichtund Vorstellung von dem Lotus der Alten gehabt-Weil diese Pflanze nicht nur einige Aenlichkeit derGestalt mit der Sonne hat, sondern auch mit ihre»Veränderungen sich sehr genau nach derselben De-wegung richtet, und nur bey derselben Schein überdem Wasser gesehen wird: so ist sie als eine Vorstel-lung der Sonne, auch des Gssris gebraucht worden,wovon D. Sckaw Th. 2 S. >ri re. verschiedeneStellen der Alten anfüret.