Band 
Erster Theil.
Seite
388
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z88 in Hauptst. Geschichte Egyptens bis zu den Zeiten Alexanders des Grossen.

von wir bald Nachricht geben werden. Eine jede von diesen Spitzseulen war ein Feldwe-ges hoch; sie stunden halb über, und halb unter dem Wasser, und auf der Spitze einer jedenwar ein Bild oder Cslsssirs von Marmor gestellet, so auf einem Throne saß«). Man sagt, daßCheops, nachdem er seinen Schaß durch Erbauung der ersten und grössesten Spitzseule erschö-pfet gehabt, seine eigene Tochter gemein gemacht, und ihr anbefolen habe, so viel Geld zu erwer-ben, als sie nur immer tönte; und daß dieselbe, da sie ihrem Vater gehorchet, aufden Ei^fal geraten, zugleich ein Denkmal von ihr selbst zu hinterlassen: in welcher Absicht sie von jeder-man, der mit ihr zu thun gehabt, einen Stein zu dem vorgehabten Gebäude gefordert hart,und auf solche Weise eine Spitzseule erbauet, die in der Mitte der dreien, nach der grössesten zu,gestanden, und sich an jeder Seite der Grundlage ausanderkhalb plerhra, oder hundert undfünfzig Fus erstreckt habe ^). Diese Geschichte hat einige Aenlichkeit mit der oben erzältenvon der Rdodopis, und mag vieleicht zu derselben Anlas gegeben haben. Nach diesen al-len baueteAssuchis, der Nachfolger des Mycerinus, eine Spitzseule aus Backsteinen, undlies folgende Aufschrift daran in Stein hauen: Vergleichet mich nicht mir den stei-nernen Spitzseulen, denn ich übertreffe sie so weit, als Jupiter die übrigen Göc-ter. Denn man sties mit langen Scangen auf den Boden des Sees, und sanr-lere den Schlam, der sich daran hieng; hieraus machte man die Backsteine,aus welchen ich erbauet bin ^). Diodorus gedenket dreier anderen Spitzseulen, de-ren jede Seite zweihundert Fus gehalten, und berichtet, daß man davor halte, ChemmiS,Cephren und Mycerinus haben dieselben vor ihre Gemalinnen aufgefüret^). Diese sindgleichfa's heutiges Tages nicht mehr zu sehen, eö sey denn, daß es einige von denselben seyn, diein der Wüste stehen, welche mit dem MaaS, das Diodorus angiebt, gut übereinkommen.Doch, wenn diese Fürsten sie vor ihre Königinnen sotten erbauet haben, so wäre zu verwun-dern, warum sie dieselben soweit von ihren eigenen Begräbnissen angeleget, oder auch so weitund in so ungleicher Entfernung, von etlichen Meilen eine von der andern °)

§. 448.

Zeit ihrer er- Da es ungewis ist, wer die Spitzseulen, die anjetzo noch stehen, aufgefüret habe; sobauung. würde es vergeblich seyn, sich mit Bestimmung der Zeit ihrer Erbauung zu bemühen. Zuwelcher Zeit die verschiedenen Fürsten gelebet haben, denen sie beigeleget worden, wird sicham füglichsten zeigen lassen, wenn wir von der egyptiftheu Zeitrechnung handeln werden.

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(268. B.) Das Grab Olymandua wird vomDiodoro als ein prächtiger Tempel zu Theben be-schrieben, der an erstaunlicher Grösse, künstlicher Ar-beit und Kostbarkeit den Pyramiden nichts nach-gegeben, und davon anjetzo noch cmsmliche Ueber-bleibsessstehen, die Diovori Erzätung bestätigen(r;8); daher der alhier vorgegebene Wiederspruch des-selben mit -Herodoto wegfalt, indem sie nicht voneinerley Gebäuden reden. Diese Ungewisheit undgrosse, ja wiedersprechende Verschiedenheit der älte-sten Nachrichten von den Erbauern der Pyramiden,nebst der Unmöglichkeit, die -Herodorus, Diodo-rus. Srrabo und plinius schon gestanden haben,etwas zuveriäßiges darin zu bestimmen, ohnerachtetsie noch eine grosse Anzal seit der Zeit verloren ge-

gangener Schriften gehabt haben, beweisen satsatti,theils die Unvolkommenheit der ältesten Geschichtenvon Egypten,und die Unzuverläßigkeit ihrer vorge-gebenen, übertriebenen, und von manchen so hoch ge-rümten Altertümer und derselben Nachrichten; theilsden Vorzug der Beibehaltung de« Andenkens vor-maliger Zeiten'und Begebenheiten durch schriftlicheNachrichten, von aller Verewigung solches Gedächt-nisses durch anderweitige Denkmale und gestifteteErinnerungsmittel, als welche nur vermittelst einerdamit verknüpften mündlichen Ueberlieferung zu die-ser Absicht brauchbar sind, durch derselben Verän-derlichkeit und unvermeidlichen baldigen Ungewis-wlsheit aber dazu leicht unbrauchbar werden.