Band 
Erster Theil.
Seite
395
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i Aöjchmt. Beschreibung von Egypten. 395

^um bleibet; so daß man dicht an dem Boden auf dem Bauche durchkrkechen muS, unk»>9 dem ungeachtet doch wol den Rücken reibet, wo man nicht sehr schmal ist. DieseSchwierigkeit rüret jedoch vornemlich von dem Sande her, den der Wind hineintreibet;denn wenn man die Stelle ausräumet, so ist sie eben so geräumlkch, als der Eingang. Weilk>n Fenster oder andere Oefnung in der Spr'ßseule ist, so verstehet es sich von selbst, daßd^Migen, die sie inwendig besehen wollen, Licht mitnemen müssen

§- 457 .

Wenn man nun durch diese enge Stelle durchkamt, so ist gleich zur Rechten ein un, FortfehuniMastes verfallenes Loch, ohngefär neun und achtzig Fussang, von unterschiedlicher Breite derselben,i^d Höhe, so keiner Betrachtung werth ist: ob dasselbe durch die Länge der Zeit so eingefal-len, oder aus Ncugierigkeit, oder aber in Hofnung einen verborgenen Schaß zu finden, hin«

Ungebrochen worden, ist ungewis. Klettert man zur linken Hand, auf der Sekten desengen Durchgangs, einen steilen und grossen Stein, acht bis neun Fuö hoch, hinan: so komtlNan auf das unterste Ende der ersten Gallerke, deren Fuöbüden sich almälich erhebet undnstt glat polirtem Marmor gepflastert ist, der an den Stellen, wo kein Staub und Unrathdarauf lieget, weiß als Alabaster ausstehet; die Sektenmauren und die Decke bestehen aus un,polirten Steinen, welche nicht so hart und dichte zusammengefüget sind, als das Fusboden,psiaster. Diese Gallerie ist beinahe fünf Fus breit, ohngefär eben so hoch, und hundert undzehn Fus lang. Am Ende derselben sind zwey Gänge: der eine davon ist niedrig und was-serecht, daß er dem Grunde gleich lauft; der andere aber gehet aufwerts und steiget, sowieder vorige, in die Höhe. An dem Eingänge des niedrigern Ganges ist der Brun, dessenplinius Erwenung thut; er ist zirkelrund, und hält etwas weniges über drey Fus imDurchmesser. Die Seiten sind mit weiffem Marmor beleget, und wenn man hinein stei,gen wil. so mus man sich mit Händen und Füssen in kleinen Oefnunqen fest halten, die anden Seiten senkrecht unter einander und gegen einander über eingehauen sind; welches zuAlexandrien die gewönliche Art ist, in die Brunnen und Cisternen zu steigen. DieserBrun mag vieleicht bis an das oben gedachte Gewölbe gehen; jeßo aber ist er meistens mitSchutt verstopfet, und nicht über zwanzig Fus tief.

Ddd 2 Gehet

(r-n.B.) Bey den Ausmessungen der innernTheile dieser Pyramide hat Greaves allezeit die»eineffe Eintheilung des Fusses in iooo Theile bei-gefüget, wie in England bey sehr genauen Aus-messungen üblich ist. Daher die Zalcn allezeit wieoben (272) zu lesen sind, folglich die Weite des Ein-

Sangs von z Fus ist. Die Beschaffenheit so-

wol als Absichten, auch künstliche Bauart dieser in-dem Theile hat Mailler zuerst untersucht, und mitWer Warstheinlickkeit glücklich entdeckt, im ?tenDrieft des ersten Theils seiner clekcr. clc I' kgypte,daher pocock im 6ten Cap, des ;ten Buchs einenweitläufigen Auszug seiner Beschreibungen undMut-Massungen ertheilet Die Oefnung dieser Pyrami-de mus mit unglaublicher Muhe und »„gemeinenkosten geschehen seyn, weil bey Erbauung derselben?lle Kunst angewandt worden, den Zugang zu denMneru Behältnissen unmöglich zu machen. DerHorgenländischen Ueberlieferung nach wird solches

dem Ralifen Aco» al rackn'd, noch häufiger aberdem Ralifen Mahmud zugeschrieben, der IM Zähe205 der -Hegice gestorben. Die Nachrichten deralten Schriftsteller bezeugen, daß ihnen etwas vonder innern Beschaffenheit der Pyramide aus Ue-berlieferung bekant gewesen, ob gleich der Zuhältihrer Erzwingen darthut, daß dieselbe zu ihrer Zeitnicht offen gestanden ; ja Strabo meldet ausdrück-lich, daß sie in der Mitte einen Stein habe, der denZugang zu den innern Behältnissen verschließe.Solcher Anzeigen und Nachrichten ohiierachtet,nms durch häufige Versuche und unaussprechlicheArbeit dieser Zugang seyn geöfnet worden, da diebeiden langen Gänge mit Steinen angefüllet gewe-sen, ja die Durchbrechung der Oefnung des zweitenaufsteigenden Ganges nicht anders, als mit Nieder»reissung und Zerstörung eines Stücks vom feste»Gebäude selbst, auf der rechten Seite, geschehen kön-nen, um seitwertS diesem andern Gange beizukom-men.