zs6 iii Hauptft. Geschichte Egyptensbiszuden Zeiten Alexanders des Grossen.
Gehet man diesen Brunnen vorbey gerade vor sich fünfzehn Fus weiter, so komt manin einen andern Gang, dessen Oefnung dem vorigen gerade gegenüber ist, und eben diesel-ben Ausmessungen hat, dessen Steine aber ungemein gros und sehr wohl verbunden sind.Dieser Gang ist auf ebenem Boden hundert und zehn Fus lang, und leitet zu einer Kämmetoder einem Bogengewölbe, das seine Niederlagen gegen Morgen und Abend hat, und wieein Grab riechet, auch halb mit Schut angefüllet ist. Diese Kammer ist nicht völlig zwan-zig Fus lang, ohngefär siebenzehn breit, und etwas unter fünfzehn hoch. Die Wände sindunbeschädigt und mit Kalk überzogen; die Decke ist mit grossen glatten Steinen, die abernicht flach, sondern schräge liegen und oben in einen Winkel zusammen laufen, belegt. <§rea*ves saget, daß es scheine als ob mitten in der Morgenseite dieses Zimmers noch ein Durch/gang gewesen wäre: allein, weder Thevenoc noch le Bruyn haben dergleichen nicht entde/cken können
§. 458 .
Weitere be- Wenn man durch diesen engen wafferrechten Gang zurückgehet, so klettert man zurMeibung. linken Hand in die andere oder zweite Gallerie hinauf, so durch diejenige Mauer, in welcherder Eingang zu dem lehterwenten Gange ist, von der erstem unterschieden wird. Diesezweite Gallerie ist ein ungemein prächtiges Werk, das an Seltenheit der Kunst und Kostbar-keit der Materialien den kostbarsten und prächtigsten Gebäuden nichts nachgiebet. Sie ge-
het nach einem Winkel von sechs und zwanzig Graden in die Höhe, und ist hundert und vierund fünfzig Fus lang, von dem unten gelegenen Brunnen an gerechnet; aber etwas weni-ger, wenn man das Maas nach dem Fusboden nimt, eines kleinen leren Raums wegen vonohngefär fünfzehn Fus zwischen dem Brunnen und dem viereckigen Loche, so vorhin schonbeschrieben worden. Die Höhe beträgct sechs und zwanzig, und die Breite 6,870 Fus, wo-von man die Hälfte vor den Weg, der mitten durchgehet, rechnen mus; denn an beiden Sei-ten sind an der Wand steinerne Bänke, die ein wenig über einen Fus breit sind, und ebensohoch. Oben an diesen Bänken, wo sie einen Winkel mit der Wand machen, sind kleineRäumchen in rechtwinklichen Parallelfiguren eingehauen, die auf beiden Seiten gegen einem/der über stehen, und ohne allen Zweifel nicht blos zum Zierate gemacht sind. Der Stein,woraus diese Gallerie gebauet ist, besteht aus weissen, polirten und geschickt geschnittenenMarmorplatten, die so genau zusammen gefüget sind, daß ein scharfsichtiges Auge kaum dieFugen daran wahrnemen kan. Inzwischen wird dieser ganze Bau vornemlich dadurch artig,daß er almälkg in die Höhe steiget, ob solches gleich den Gang selbst schlüpferiger und beschwer-lich macht. Doch ist derselbe nicht wenig erleichtert worden durch gewisse Löcher, die auf
dem
(274. B) Der Brunnen in dieser Pyramide die untere Tiefe desselben theils durch festen Kies,Sehet nicht gerade unter sich, in senkrechter Lage, svn- theils durch einen natürlichen Fels gehe. An derdern seitwerts, gegen Abend, und ist in der Mitten Morgenseite dieses untern Behältnisses, oder SaalS,durch einen Gang von 1; Fus unterbrochen, an des- ist in der Seitenmauer eine Ausholung von 8 Fusftn Abendseite die abwertS gehende Tiefe fortgesehet hoch, z Fus breit und tief, anzutreffen ; allem Anst-worden. Nach Maillet« Mutmassung hat dieser hen nach einen eingewickelten Körper, nach egypti-Drunnen dazu gedienet, daß die Menge von Bau- scber Gewonheit, aufgerichtet dahin zu stellen-leuten, so an der innern Verschliessung und festen Ausser dem hat man man in diesem Zimmer bis an dirDermaurung der Zugänge arbeiten müssen, nach 2; Sännt weit in das Mauerwerk eine OefnungVollendung dieses Werks dadurch einen verborgenen durchgebrochen, wodurch der Saal dergestalt mitAusgang haben können, der nachher leicht zu ver- Schut angefüllet worden; welche vergebliche MührMessen gewesen. Aus Besichtigung dieses Brun- ohne Zweifel in Hvfnung vergrabn? Schätze zu fin-nens erhellet deutlich, daß der innere Theil der Py-- den versucht worden-ramiSen nicht ganz au« Mauerwerk bestehe, indem