Band 
Erster Theil.
Seite
397
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I Absthnit. Beschreibung von Egypten.

Fusboden etwa sechs Hände breit von einander gemacht sind, darin man die Füsse se.hen kan, und sich zugleich mit den Händen an den Bänken halten. In beiden Seitenmau-kcn sind die Marmorplatten mit ungemein artiger Kunst über einander gesetzt; so darin be-tehet, daß eine jede Reihe, deren nur sieben sind, ohngefär drey Zol über der andern auS-

oder daß die untere Seite der obern Reihe, über der oberen Seite der nächst darunternahenden allemaldrey Zol hervorraget (^).

§> 459 . .

Durch diese bewundernswürdige Gallerte kömt man in eine andere viereckige Oef- DerselbenAll, die mit der vorigen einerley Maasse hat und in zwey kleine Vorzimmer oder Behält- >°"1etzung.W füret, die mit kostbarem und fleckigem rhedischen Marmor überzogen sind. Das er,

Ue derselben ist demzwekten meist gleich, welches eine längliche viereckige Gestalt hat, deren ei-A Seite sieben Fus enthält, die andere viertehalb, und die Höhe zehn; der Fusboden aber" Wasser-recht. Drittehalb Fus von der Decke, welche etwas breiter ist als der Boden, sind"1 der Morgen, und Abendseite drey halbrunde Hölungen oder kleine Sitze.

^ Das innere Vorzimmer wird von dem förderen durch einen rotsprenklkchen Mar-^°rstein abgesondert, der, wie ein Schutzbret an einer Schleuse, zwischen zwey Mauren ino"gen hänget, und von dem Fusboden über drey Fus hoch, von der Decke aber zwey Fus^kfecnet ist. Aus diesem zweiten Zimmer komt man abermals in eine viereckige Oefnung,deren Decke fünf Linien rechtwinklich und gleich neben einander laufend eingehauen sind;ausser welchen man nichts ausgehauenss oder eingegrabenes in der ganzen Spitzseule fin-det (E ). Dieser viereckige Durchgang ist eben so breit als die übrigen, und bey neun Fuslang; er ist mit lauter rkebischem sehr sauber gehauenem Marmor beleget, und endet sichwit der mitternächtigen Seite eines kostbaren und wohlgebauten Zimmers, dessen Eingangvon dem Ende der zweiten Gallerie vier und zwanzig Fus auf ebenem Boden entfernet ist (^).

§. 460.

Dieses prächtige und räumliche Zimmer, in welchem die Kunst mit der Natur zu Innerstes be-reiten scheinet, maßen die künstliche Arbeit der Kostbarkeit der Baumaterialien nichts nach- dersel-Kiebet, stehet gleichsam in dem Herzen und Mittelpunkt der Spitzseule; indem es sich in 'gleicher Entfernung von allen Seiten, und fast in der Mitten zwischen der Grundfläche undGipfel befindet. Der Fusboden, die Seitenwände und die Decke sind von lauter gros.r und vortreflichen thebisiHen Marmorplatten, welche glänzen und scheinen würden, wennr nicht von dem Dampfe der Fackeln angelaufen wären. Von der Decke bis unten auf^n Fusboden stehen ohngefär sechs Reihen Steine, die alle, in Ansehung einer jeden Reihe,

Ddd z gleich

B-) Von dieser grossen und räumlichenUllcrie mutmaßet Maillet, daß sdwol ihre Höhe,verschiedene Weite und Löcher in den Seiten-Mern, nötig gewesen, daselbst die Menge von Stei-O und Werkstücken so lange hinzulegen, auch ein

rj!' unv Werriruaen ,v lange hinzulegen, auch ein,sierii Gerüste anzubringen, so oberwertS mit Ver-buchen Steinen belegt gewesen, nnterwerts aber-ckeu gnugsamen Durchgang, in die lehtern obern" men; damit nachher, bey erfolgt»Leiche und Verschliessung der Ein-

AuiMer zu kommenZiehung der Leick

durch solche Steine die beiden untern Gänge.^füllet und ausgemauret werden können, als wel>^son inwendig geschehen müssen

(zz) in

(L) Man mus sich also billig wundern, woher dieAraber die falsche Ueberlieferungen entlener haben,daß alle Wissenschaften mit hiersglypbiscden Bil-dern in den Spilsseulen angeschrieben worden ; in-gleichen, auf wessen Zeugnis sich das Vorgeben grün-den mag, daß Cornelius, oder vielmehr AeliosGallu» seine Siege darin solle haben graben lasssen

Die künstliche Verschliessung diesesVorzimmers durch Steine, die man in Fugen vonoben herab fallen lassen, zeiget den ungemcinen Fleisan, den man mit vieler Kunst gebraucht, den Zu-gang zu dem letzten Behältnis unmöglich z« machen.