Band 
Erster Theil.
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406
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406 III. Hauptst. Gesthichte Egyptens bis zu den Zeiten Alexanders des Grossen.

in Ansehung der Lage, als auch darin überein, daß es von zwölf egyprischen Königen er-bauet worden, unter welche einmal das Reich vertheilet gewesen; ingleichen, daß sie es Mgemeinschaftliche Kosten, als ein Denkmal ihrer Regierung, aufgefürek haben, und darinbegraben worden -).

§. 475 -

ffoetsehung Dieses Gebäude scheinet zu einem Pantheon bestimt gewesen zu seyn, oder zu eintlNderselben, algemeinen Tempel aller egyprischen Gotheiten, die in den Landschaften dieses Reichssonders verehret worden. Es war auch der Ort der algemeinen Versamlung allerkeiten des ganzen Volkes, indem ssie aus allen Landschaften oder Aemtern dahin zusamtkamen, Festtage zu feiten, zu opfern, und die wichtigsten Rechtssachen zu entscheiden ^Und aus dieser Ursache hat eine jede Landschaft oder L^kome einen eigenen Saal oderPa^darin gehabt, indem das ganze Gebäude, nach Herodotus Bericht, zwölfe derselben enthalt^da Egppten zu der Zeit in so viele kleine Königreiche zertheilet gewesen, plinius aber revnetdie Anzal dieser Palläste auf sechzehn; und Scrabo, wie es scheinet, auf sieben^zwanzig ''Z. Der erste von diesen Schriftstellern erzälet uns, daß die Säle gewölbek gen^sen , und eine gleiche Anzal von Thüren gegen einander über gestanden, davon sechss geg^Mittag und sechse gegen Mitternacht gegangen, die sämtlich mit einer einigen Mauergeben gewesen; ingleichen, daß dreitausend Zimmer in diesem Gebäude gewesen, funfzAhundert über, und eben soviele unter der Erde; und daß er alle Zimmer in dem oberen Th^besehen, hingegen von den Aufsehern dieses Pallasts keine Erlaubnis bekommen könnetsich in den unterirdischen Theil zu begeben, weil die Gräber der heiligen Crocodile, und ^Könige, die das Labyrinth erbauet haben, darin befindlich gewesen. Er meldet, daß, was §gesehen, alle menschliche Kunst zu übersteigen geschienen, und daß die häufigen Wege dEso mancherley Gänge und unzälige Wendungen, tausend Gelegenheiten der Bewunderndgegeben; indem er aus dem grossen Saal in ein ander Gemach, von bannen in ein kleinbenzimmer, sodann wieder in andere Gänge aus den Nebenzimmern und aus den Ka^mern in geräumlichere Gemächer gekommen. Alle Decken und Wände seyn mit Marw^beleget, und die letztem über dieses mit Bildhauerarbekt verzieret. Die Säle waren run^um mit Pfeilen von weissen sauber polirten Steinen besetzet, und an dem Winkel, wo Ddas Labyrinth ende, stehe die vorhin gedachte Spitzseule 0; welche Scrabo vor das ^gräbniö desjenigen Fürsten hält, der das Labyrinth erbauet hat-). .

Zu dieser Beschreibung desHerodotus setzen andere noch hinzu, es habe mitten aaleinem sehr grossen viereckigen Platze gestanden, und sey in einer grossen Entfernung mit a"'deren Gebäuden umgeben gewesen. Der Eingang sey von ^Narmor aus paros, und die ümgen Pfeiler von Marmor aus Cyene gewesen; inwendig habe es Tempel vor ihre verjO'Vene Gotheiten gegeben, nebst Gallerien, zu welchen man neunzig Stufen hoch hinangest^gen, und die mit vielen Seulen von Porphir, mit Abbildungen ihrer Götter und Bildsi^len ihrer Könige, von ungeheuriger Grösse, auögezieret gewesen. Das ganze Gebäude ha"aus Steinen bestanden, indem die Fusboden mit grossen Platten beleget gewesen; diecke wre ein Feld von Steinen ausgesehen; die Gänge seyn so künstlich durcheinander gega^gen, daß ein Fremder sich unmöglich ohne Wegweiser hinein oder heraus finden könne; ^verschiedene Zimmer seyn so eingerichtet gewesen, daß man bey Oefnung der Thüren in>§^ >dig einen erschreckliche« Donnerknal gehöret«). ^

I0-m:k-,Z.p.5y.L^.vd-,5ur>r!,. S. lac-. fupk,-II-5.

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