Band 
Erster Theil.
Seite
407
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r, Abschnitt. BeschreibuttZ von Egypten.

§. 476. .. . _ .

Dir wollen etwas von der Beschreibung beifügen, die Diodsrus von einem Ge- Weitere er«vaude ertheilet, welches er zwar nicht ein Labyrinth, sondern ein Grabmal nennet, doch aber Zälung dersel-unleugbar einerley mit demjenigen ist, wovon wir jetzo reden. Er saget, es sey vonvierecki-3er Gestalt, und jede Seite ein Feldweges lang, von den schönsten Steinen aufgefüret, des.

A Bildhauer-und andere künstliche Arbeit die Nachkommen gewiß nicht übertreffen könten.

Wenn man durch die äussere Mauer komme, so stosse einem ein Gebäude entgegen, das mit^ner bedeckten Seulenstellung umgeben sey, davon jede Seite aus vierhundert Pfeiler be.

siebe

worin man die Denkmale und Urkunden von eines jeden Königs Lande aufbehalten

We. Es sey in alle Wege ein so kostbares Werk von so weitem Umfang gewesen, daß, im6«l d,'e zwölfFürsten, die es angefangen gehabt, nicht den Thron verlassen müssen, ehe esvöllig f^ig geworden, man gewis die Pracht desselben nimmermehr würde haben übertretstn können *). Es scheinet daher, daß einer von den zwölfen, pstrmmetichus, den Bau,

^doch nicht so ansenlich als die erste Anlage gemacht gewesen, volfüret habe, nachdem er sei«

"e Bundesgenossen verjaget, und ganz Egypren unter seine Botmäßigkeit gebracht: wie«

^ol LDela die Ehre des ganzen Baues diesem Könige beileget -).

H. 477.

Die Festigkeit dieses bewundernswürdigen Gebäudes war so gros, daß es sehr lange Überbleibselder Wuth nicht nur des Wetters, sondern auch der Einwoner von Heracleopolis wieder- desselben,standen. Denn diese verehreten den Ichneumon, den Todfeind der Crocodilen, welcherdle besondere Gotheit von Arstnoe gewesen; daher hegeten sie einen unversönlichen Has ge-gen das Labyrinth, welches auch zum Begräbnis der heiligen Crocodile dienete, und halfendlso dasselbe zerstören, plinius saget, daß es zu seiner Zeit noch gestanden, und daß Eir-dUmmon, ein Verschnittener des Königes LJectabis, ohngefär fünfhundert Jahr vorAlexanders Zeiten, etwas daran ausbessern lassen, und habe er das Gebäude mit Balken^n Acacia oder egyptischen Dornen, so vorher in Oel gesotten worden, gestüßet, indemEn die Bogen von Quadersteinen verfertiget *).

Ob nun gleich auch die Araber seit des plinius Zeiten mit Hand angeleget, die« 'sts Gebäude zu vernichten: so stehet doch noch ein ansenlicher Theil davon fast an dem Mit«

Äsende des Sees Möris, ein wenig gegen Morgen, ohngefär zehn Meilen von dem Stein-Kaufen von Arsmoe. Das Landvolk nennet es das Schlos Lharons, von dem wir im fol-JEnden etwas anfüren werden.

§. 478.

^ An diesen Ueberbleibseln findet man noch einige Spuren der vormaligen Pracht des Nachricht vonGanzen. Zuerst wird man einen breiten bedeckten Eingang von Marmor gewar, der ge- demselben.

Sey der Sonnen Aufgang stehet, und von vier grossen marmornen Pfeilern, die aber aus^sschkedenen Stücken bestehen, getragen wird; drey von diesen Pfeilern stehen noch ganz, ei«

^ aber von den zwey mitleren ist halb abgefallen. In der Mitten ist eine Thüre, derenleiten und Gesims sehr stark sind; und darüber ist eine Einfassung, woran ein Kopf mitEgeln zu sehen ist, die sich längst der Einfassung erstrecken, und worunter verschiedene hie«^Zlpphische Bilder stehen. Dieser Kopf ist mit einer Art eines Schleiers bedecket, und^7 vier marmornen Spitzen, als mit Stralen umgeben. Ueber diesem ersten Theil der^afassung läufst eine andere, deren Steine in Schlangengestalt ausgehalten sind, die am Kopfe

dick

^ vbi tuxrs x, 59.(2, Z-) l. I, c. 9 - r) ?//», vbi Nixia. S. p, 1166. ^