4i2 m Hauptst. Geschichte Egyptens bis zu den Zeiten Alexanders des Grosses
§. 487 .
Von den grot- Die Grüfte bey Dsyut dürfen wir nicht vorbeigehen. Die eine ist so gros, rapten bey Osyut.man darin über sechshundert Pferde in Schlachtordnung stellen tönte; sie ist in dem Felß"ausgemeißelt, und mit grossen viereckigen Pfeilern von eben dem Felsen unterstützet. Adieser Hole sind verschiedene kleine Sitze anzutreffen, zum Ausruhen; und man findet nomeinige Spuren, daß vor diesem verschiedene Torheiten darin abgemalet gewesen, die avckanjetzo fast gänzlich ausgegangen sind. In eben demselben Berge sind noch viel niehr^«nd schönere Grüfte, die nach der Ordnung fortgehen, so daß die Thüren auf einan^stossen, an welchen verschiedene Bilder der alten egyptisthen Götter in halberhaben^Schnitzwerke zu sehen sind; einige darunter haben einen Stecken in der Hand, als ob I7den Eingang bewacheten. In diesen Grüften sind verschiedene Zimmer angelegt, auch ^rüge verfalne Brunnen anzutreffen; was aber am meisten zu bewundern ist, sind die an des*äussersten Ende in den Fels gehauene gewölbte Gräber, worin man eine Menge MunEund mit halberhabenem Schnitzwerk verzierte Särge antrist; das Schnitzwerk haben jede»die Arader fast alles verwüstet. Unser Schriftsteller durchkroch mehr als zweihundertdiesen Grüften, deren eine ihm immer sonderbarer vorkam, als die andere; und er veff'chert, daß es über tausend derselben gebe. Man mus erstaunen, wenn man die Zeit ui»Anzal der Menschen bedenket, die zu einer so müsamen Arbeit mus seyn gebraucht worden'denn man wird schwerlich irgendwo in der Welt ein Denkmal finden, das so deutlich d>*Macht der Stifter bezeuget; daher das Landvolk glaubet, daß diese Grüfte ein Werk bößkGeister seyn, die erstaunliche Reichtümer darin verborgen. Uebrigens würde es eine vergehliche Mühe seyn, wenn man aus den Geschichten ausfindig machen wolle, wenn und zuchem Ende sie verfertiget worden (°^).
§. 488»
Von einem Unter den Altertümern von Dandera, oder dem alten Eentpra, stehet noch e!»bände ru Dan« ^ück von einem Tempel oder Pallast, von erstaunlicher Höhe und Grösse. Die Hintere Sebder«. ° ' te dieses Gebäudes bestehet aus einer grossen Mauer ohne einige Fenster, von grossen grä^
iichen Granitsteinen. Sie ist mit halberhabenem Schnitzwerk bedeckt, das die altenpkischen Gotheiten in mehr als Lebensgröße, mit allen ihren Eigenschaften in mancherleyStellungen abbildet. Zwey Löwen von weißem Marmor ragen in Pferdegrösse über dckhalben Leib, der Länge nach, aus der Mauer hervor. Die Seite ist ohngefär dreihundertSchrit lang, und gleichfals mit eben dergleichen Schnitzwerk angefüllet, worunter sich dreyvorspringende Löwen befinden, von eben der Grösse, als die vorigen. Der Vordertheil die'ses herlichen Gebäudes enthält in der Mitten einen gewölbten Eingang, dessen Bogenviereckigen ungeheuren grossen Pfeilern getragen wird. Darauf komt ein grosser Platz, dck
/) Vvxzx. tom. L. p.76. tq.
unweit Astäuan nicht nur zu Elephantinei» ein des Altertums übertreffen frzg. 248). Die Zei<d'»nsenlichergleberri st eines Tempels, sondern auch nung der Grundrisse des Tempels und derauf der Insel Phjlä ein prächtiges Gebäude mit lensteliungen ist im Parsek S. pr rc. anzutlckhäiifigen und ziemlich unverserten Stücken eines fen.
Kkvffm Tempels anzutreffen, davon Pocock S -«6 rc. (29Z B ) Diese Grotten, unweit Theben,!
«eitläusig handelt. Die allster gemeldeten Um- vom Pocock in z Kupfern gezeichnet und ausfülln* jsta,che aber bezeichnen den grossen Tempel zu The- beschrieben worden, S- 97 rc. so ohne Bewun^den, d.'ffm Ueberbleibsel von solchem Umfange, Kunst rung der dauerhaften Pracht des Altertums n»s>'ünü Kostbarkeit sind, daß sie alle übrige Gebäude gelesen werden kan.