2 Abschn. Vom Altertum, Regierungsart, Gesetzen rc. der alten Egypter. 41/
laufen, kn eine lasterhafte Ausschweifung zu verfallen: als welches Fürsten selten begegnet,wenn sie nicht unter denen, die sich zu ihrer Person nahen, Leute finden, diesiezumunordent-"chen Leben reizen, und Beförderer ihrer Leidenschaften abgeben.
§. 495»
Sowol bey Tage als bey Nacht waren gewisse Stunden bestimmet, da der König W.^tere be-acht thun konte, was ihm kn den Sin kam, sondern vielmehr unvermeidlich verbunden war, halbemSchäfte und ernsthafte Angelegenheiten abzuwarten. Sobald er des Morgens frühe auf-gestanden, war seine erste Verachtung, die öffentlichen Berichte und Briefe durchzusehen, dieaus den verschiedenen Theilen seiner Länder eingelaufen waren, damit er auf solche Art desZustandes und der Angelegenheiten seines Reichs reche kundig werden möchte. Sodann^gte er, nach gebrauchtem Bade, den köstlichen Schmuck, nebst den Merkmalen der könig-«chen Würde an, und ging in den Tempel zu opfern. Wann die Schlachtopfer zum Altar ge-bracht waren, betete der oberste Priester, in Gegenwart des Königes und der übrigen Anwe-senden, mit lauter Stimme vor die Gesundheit und Wohlfart des Königes, derber Gerech-tigkeit und den ReicbsgeseHen gemäö regierte. Bey dieser Gelegenheit stelle er seine könig-liche Tugenden weitläufig vor, und meldete, daß er ehrerbietig gegen die Götter, zärtlichge-gen sein Volk, mäßig, gerecht, grosmütkg, von genauer Warhaftigkeit, freigebig, und Meisterüber seine Leidenschaften sey, und die Bösen gelinder strafe, die Guten aber besser belone, alssie es Verdiensten; hiernächst sprach er mit Abscheu von den Feiern, die der König etwanaus Uebereilung oder Unwissenheit möchte begangen haben, doch so, daß er durchgehends ihnlossprach, und die, Schuld auf seine Bediente und Räthe schob. Dis Mittel gebrauchtenihre Könige zu gewinnen und zur Ausübung der Tugend zu bringen; nicht durch scharfev-rmanungen, sondern durch die lieblichen Lobsprüche, welche guten Thaten gebüren. Wenndas Opfer geziemend verrichtet war, so verläse der Schreiber aus den heiligen Geschichtbü-Mrn solche Nachrichten von den Anschlägen und Thaten der berümkesten Männer, die zurBesserung des Lebens und zur Nachamung dienlich waren, damit der König dadurch möch-te angewiesen werden, sein Land nach ihren Grundregeln zu regieren, und die Verwaltungseines Amtes in alle Wege nach den bestätigten Gesehen einzurichten.
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Zu dieser genauen Ordnung war nun der König nicht blos kn öffentlichen Geschäften Fortsehnn-verbunden, sondern auch in seiner eigenen Lebensart war er seiner so wenig mächtig, daß er derselben,tücht anders freie Luft schöpfen, bey der Königin schlafen, baden, oder die allergleichgültig-nm Dinge vornemen durfte, als zu gewissen Zeiten, die zu diesem oder jenem Stück beson-bestimt und ausgesetzt gewesen. Es stunde ihm nicht frey, selbst zu wälen waö er essen wol.le, sondern seine Tafel wurde mit den geringsten Speisen, und zwar gemeiniglich Kalb-oderGänsefleisch besehet; gleichwie man ihm auch nur ein gewisses Maas Wein zu trinken er-Mbte. Und diese ganze Einrichtung war so mäßig, daß sie nicht sowol von einem GesehnAeber herzurüren, als vielmehr von einem erfarnen Arzte zur Erhaltung der Gesundheit^ordnet zu seyn schiene: wozu sie so dienlich war, daß ein gewisser König von Egypren,
Hamens Tachos, der die beste Gesundheit hatte, so lange er die mäßige Lebensart seines^akerlandeö beobachtete, sich gar bald darum brachte, wie er nach perften kam, und in^ dortige Schwelgerey verfielIn einem gewissen Tempel zu Theben sol ein PfeilerA. w. H. i Theil. Ggg mit
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