Band 
Erster Theil.
Seite
419
JPEG-Download
 

2 Abschn. Vorn Altertum, Negierungsart, Gesetzen rc. der alten Egypter. 419

bchs zutrug, daß der Verstorbene wohl regieret hatte, so unterstützte die zalreiche Versam«lung die Lobsprüche der Priester; hatte er hingegen übel regieret, so gaben sie auch ihr Mis-fallen freimütig zu erkennen. Ja es kam auf den Willen des Volkes an, ob der verstorbe-A Fürst mit einem feierlichen Leichengepränge beehret werden solle, als welches durch dessel-"2n Dllöbilllgung verschiedenen versagt worden. Aus dieser Ursache unter andern, und umi" verhüten, daß ihre verblichene Körper nach dem Tode nicht gemishandelt und ihr An-denken nicht mit ewiger Schande beschmißet würde, thaten sie ihr äusserstes, die gute Mei-nung ihrer Unterthanen durch eine untadelhafte Auffürung zu verdienen (^).

§. 499. „ ^

^ Was die Verwaltung der öffentlichen Angelegenheiten anbetrift, so hatte ein jeder ^urgeU.cheoder Landschaft ihren besondern Scathalter, der alles anordnete und besorgte, was desreichs.unter sein Gebiet gehörte. Die Felder waren in drey Theile getheilek, wovon einer den Prie-mn angewiesen war, dessen Einkünfte nicht nur zu ihrem und ihrer Angehörigen Unterhalt,sondern auch zur Anschaffung der Opfer und Bestreitung aller übrigen Kosten des öffentli-chen Gottesdienstes verwendet wurden. Der zweite Theil gehörte dem Könige, und wurdeBestreitung der Kriegskosten, und Unterhaltung der königlichen Würde mit nötiger Pracht,

^brauchet. Vermittelst dieses überflüßigen Vermögens war er im Stande, wohlverdientekute reichlich zu belonen, ohne Gelegenheit zu haben, siine Unterthanen mit einigen hartenAuflagen zu belegen. Der dritte Theil gehörte den Soldaten, welche durch diesen reichli-chen Unterhalt aufgemuntert wurden, ihr Leben vor die Vertheidigung des Vaterlandes zuwagen; denn man hielt es vor ungereimt, die Wohlfart des ganzen Volks den Händen sol-cher Leute anzuvertrauen, die nichts liebes und schätzbares zu Hause gehabt, wovor sie fech-ten selten ö).

§. 500.

Herodotus meldet, die Egppter seyn in sieben Ordnungen eingetheilet gewesen, OrdnungenKenilich Priester, Soldaten, Hirten, Schwekntreiber, Handelsleute, Dolmetscher und See-des Volks,ieute; welche ihre Benennungen von den Handthierungen erhalten, so sie getrieben ^).

^iodorus hingegen füret ihrer nur fünf an, nemlich Priester, Soldaten, Hirten, Ackers-l°ute und Künstler; wobey er vermutlich einige von den ersteren Benennungen unter einigenVon diesen mit begreifet.

Ggg 2 §. 501.

b) O/s,-/. §/s.!. 1 . p. «6. -) vbi iupra.

^ (297. B.) Aus dieser Beurtheilung der Könige sal der Beerdigung und Aufbehaltung ihrer Leich-vach ihrem Tode ke>, den Egyptern, haben einige name verknüpft, daß derselben ganze. Glückseligkeit°>e mangelhafte Beschaffenheit der Verzeichnisse ih- oder Ungluckseligkeit auf den Ansspruch der dazuDynastien herleiten wollen, daß man die Na- bestellen Richter angekommen. Daher nicht un-Wen der lasterhaften und verwerflichen Fürsten aus warschenü-ch qemutmasset worden, daß die ganzeden öffentlichen Tafeln und Denkmalen weggelassen, griechische Mythologie von den unterirdischen»der ausgelöschet, doch aber die Regierungen sol- Gotheiten, und den Belonungen sowol als Bestra-»l>er ungmanten Könige, der Zeitrechnung wegen, fungen der verstorbenen Menschen, aus LgyprenWitgezälet. Welche Lücken doch warscheinlicher aus herkommen, ja selbst die pleusinisthen Geheim-«Nberki Ursachen herrüren, zumal da wir unter den «risse eine flnbildliche Vorstellung davon gewesen.^Mhast gemachten Königen manche antreffen, die Wovon Milh. Marburron in der cliv. leZationhöchst lasterhaft gewesen. Sonst ist bis Urtheil »k btosss B- 2 Sect. 4 weitläufig handelt , undÜber das Leben der Menschen nach ihrem Tode be» mit vielem Wih die ganze Vorstellung Virgilii imden Egypter« alqemein gewesen, und hat von so 6ten Buch der Aeneis, von der unterirdischen Reiseviel grösserer Wirkung und Nachdruck seyn müssen, des Aeneas, als eine Beschreibung dieser aus L-d« sie nach ihrem Lehrbegrif den künftigen Zustand gypten ursprünLlich hergeholten Geheimnisse erkla-o«r abgeschiedenen Selen dergestalt mit dem Schick' ret.