Band 
Erster Theil.
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422
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422 in Hüuptsi. Geschichte Egyptens bis zu den Zeiten Alexanders des Grossen.

Von den ge-ringern vrd-nungen.

§- S04.

Die Ackeröleute pachteten dem Könige, den Priestern, und den Kriegesleuten,tändereien um ein leidliches Pachtgeld ab. Weil sie sich nun einig und allein auflung derselben legten, und der Sohn dem Vater allemal in eben der Handehierungsolge"'so wurden sie die ersarensten Ackerslsute unter allen Völkern in der Welt. Eben also bistben die Schäfer von einem Geschlechte zum andern immer bey dieser Verrichtung; undsie auf solche Weise die Beobachtungen ihrer Voreltern mit ihrer eigenen Erfarung verkrEpfeten, brachten sie es in ihrer Handthierung sehr weit; und bemüheten sich um die Weist/die Zucht des Viehes, so sie warteten, durch neue Erfindungen zu vermeren und zu verbessern'Insonderheit verdient ein Umstand angemerkt zu werden, den diejenige, die Hüner unGänse hüteten, in Uebung brachten. Denn da sie sich mit der gewönlichen Art der natürlich^

Vermerung nicht begnügeten; so liessen sie dieselben nicht sitzen, sondern sie brüteten diedurch Erwärmung der Kunst selbst aus; und brachten auf solche Weise erstaunliche Hecrd^dieses Geflügels zuwege *). Allem Ansehen nach geschahe es vermittelst einiger Oefen, der-gleichen in Egypten noch heutiges Tages zu eben der Absicht gebräuchlich sind, und wov^in Reisebeschreibungen viel vorkamt

§. 5 ^'

ö«'c, vkl llipra.

ster das Recht. Der älteste unter ihnen, der aberein unsträflicher und ernsthafter Mall seyn muste,war Richter aller streitigen Handel, und brauchtein manchen Fällen eine königliche Gewalt. Dahersehr selten ein andrer, als Priester, zum Könige er-matt wurde.

(299. B.) Von dieser Kunst, Federvieh auszu-brüten, hat pocock B, ; c io S. 260 ausfürlichgehandelt, auch im 7>sten Kupfer eine Zeichnungder dazu gebrauchten Oefen ertheilet, wobey er dochweidet, daß nicht nur bey entstandenem Donner-wetter diese Eier häufig zu verunglücken pflegen,sondern auch viele der also hervorgebrachten ThiereMisgeburten würden, denen ein lind ander Gliedfele oder »«gestalt aussehe.

(D) Es wird nickt »«dienlich seyn, alhier einekurze Nachricht von diesem Gebrauche zu ertheilen,der sich vieieicht in andern Ländern sowol, als inEggten, in Uebung bringen liesse.

Die zu diesem Zweck erbaueten Häuser habeneinen sehr langen Gang, mit vierzehn Oefen aufjeglicher Seite, an der Erde ; doch haben einigederselben mehr, andere weniger. Der Boden unddie Selten derselben bestehen aus Backsteinen, diean der Sonne getrocknet sind, worauf man Mattenlegt, und darauf Eier. Die obere Decke dieser Se-ien ist flach und mit Stäben beleget, ausser zweylangen Canälm oder Herden von dergleichen Back-steinen, drey bis vier Zol tief, worin das Feuer ge-wacht wird, die Ewr, so unter denselben in denniedrigen Oefen liegen, zu erwärmen-

Ueber diesen untern Oefen stehet eine gleiche An-zal, die von eben dergleichen Backsteinengemacht,und oben gewölbet, auch mit einigen Löchern verse-

hen sind, die man nach Gefallen zumacht oder oifi"lässet, die Wärme in deit untern Oefen dadurchvermeren, oder zu vermindern. Diese oberen Osfen haben nicht nur Oefmmgen nach dem längs»Gange zu, sondern auch noch andere, wo sie zusal"men stoßen, und ist ein jeder derselben mit zweyerobgedachten Herden versehen. Die unteren Oest»sind ohngefär dnttehalb, die oberen hingegen übel-vier englische Fus tief. ,

2 » der Mitte des Jenners fängt man an d»Oefen zu heihen, da man denn alle Morgen hun-dert Rintars, oder einen Ccntner Kamel- oderOchsenmist darin verbrennet, welches des Abend»eben so gehalten wird ; und dieses wird bis auf d»Mitte des -Hornungs fortgesetzet, um welche Mdie Oefen so heis sind, daß man die Hand nicht n>o>auf die Mauren legen kan.

Sodann legen sie die Eier zum Ausbrüten in d»Oefen, und faren damit bis gegen das Ende ds»LNaimonats fort. Anfänglich leget man die E>ckin die untern Oefen, etwan sieben bis acht taust»'an der Zal, und zwar so, daß sie nur zweifach üb«-einander liegen. Das Feuer wird in den CanäleN-oder auf den Herden der oberen Oefen angemachetvon wannen sich die Wärme in die untern Oest»ausbreitet. Die Eier gerade unter diesen Herde»liegen dreifach über einander, die übrigen hingegen/gedachter maßen, nur doppelt.

Des Abends, wenn frisches Feuer auf den Herde»angemacht wird, nehmen sie die Eier weg, diede darunter, und zwar dreifältig gelegen, und lege»sie gn dieStelle der Eier auf bcnSeiten,und zwar»»zweifach ; dagegen diese von den Seiten weggenommen, und dreifach unter den Herd gelcget werden-weil die Hitze da grösser ist, als an den Seitem ^