Band 
Erster Theil.
Seite
423
JPEG-Download
 

2 Abschn. Vom Altertum, Regierungsart, Gesetzen rc. der alten Egypter. 42z

9. 505.

Das Gesetz, so die Söhne der Ackersleute und Schäfer verpflichtete, bey itzE Handthierung zu bleiben, erstreckte sich auf alle Künstler und Handwerker: den

§' 505 .

!y ihrer Vä-

« >H » dennbeyden

^Mptern stand jederman unter einer unvermeidlichen Notwendigkeit, seines VatersHandthierung fortzusetzen, und sich gänzlich darauf zu legen, ohne sich mit etwas anders ab.zugeben. Weil ihnen nun auf diese Weise alle Hofnung benommen war, zur obrigkeitli-chen Würde zu gelangen, folglich kein Ehrgeiz im gemeinen Wesen stat fand: so blieben sieuuss genaueste bey den Beschäftigungen ihrer Lebensart. Es stand ihnen niemals frey, sichUm bürgerliche Angelegenheiten zu bekümmern; wenn sichs aber zutrug, daß sie dergleichen^suchten, oder irgend etwas unternamen, das nicht zu ihrer erblichen Handthierung gehör-te, so wurden sie hart gestrafet (°°°).

§. Zv6.

.Diese Eier bleiben nun in den untern Oefen°>erzchn Tage und Nächte liegen ; hernach bringet7 «n sie in die obern Oefen, die gerade über den un-«rn stehen und in welchen alsdenn kemFeur mehrSeniacht nürd ; and da werden die Eier alle vierUsid zwanzig Stunden viermal umgekeret. Denr>n und zwanzigsten oder zwey und zwanzigsten Tagkommen die jungen Hüner aus; den ersten Tagelfe,, sie nicht, den zweiten aber werden sie wegge-bracht und gefüttert.

Der Baumeister bekomt den dritten Theil vonden Eiern vor seine Kosten und Mühe, und hiervonrnns er den Eigentümern, die zwey Drittheile anjungen Hunern vor ihre Eier bekommen, gut thun,wenn etwa einige Eier Schaden nemen, oder mis-raten.

k -M> den ober» Oefen wird das Feuer, so lange die^ler in den untern liegen, in folgender Verhältnis""gemacht: Am ersten Tage ist das stärkeste Feuer;

zweiten schwächer, als am ersten ; den viertenAwächex, als am dritten ; am fünften noch schwä-rt ; am sechsten stärker, als am fünften ; am sie-"Mten wieder schwacher; den achten wieder stärker;"M neunten gar kein Feuer ; den zehnten ein kleinesAller des Morgens ; den eilsten werden alle LöcherAt Flachs oder Stroh zugestopfet, und kein FeuerUr gemacht, denn sonst würden die Eier springen.

geben darauf acht, daß die Eier nicht HeisterArden, als daß man sie auf dem Auge füglich lei-kan, wenn man sie darauf hält.

Wenn die jungen Hüner ausgebrütet sind, so se-M man sie in die untern mit Matten belegten Oe-Unter den Matten liegen Kleien zum trocknen,"Nd oben darauf Stroh, woraufsie sitzen (i)

B.) Diese Gewonheit der erblichen Lebens-und Handthierung scheint auf einer Seite ver-ll!>a Vortheile mit sich zu füren : indem theilssj'Meitjg die erste Erziehung zur guten Grundlagem/r künftigen Lebensart viel beiträgt, und ein^"usch zn solchen Verrichtungen weit eher geschickt

werben kan, zu denen er von Kindesbeinen an ge-bildet und gewönt wird, als zu fremden; theils beysolcher Einrichtung weniger Gelegenheit und Rei,zung zur Störung und Verunruhigung bürgerli-cher Geftlschaften, auch zum Wiederspruch der Ob-liegenheit und Vorrechte des gemeinen Wesens»und häuslicher, sonderlich väterlicher Geselschaft statfindet, als beim Gegentheil; theils die Ausbesse-rung der Handwerker, Künste und Wissenschaften,durch die erbliche Ueberlieferung neuer Erfindungenauf die Nachkommen, erleichtert und aufgemuntertwird. Indessen ist dieselbe auch auf der andernSeite mit vielen Unbequemlichkeiten und Nachthei-len verknüpft; wohin sonderlich gehört, daß theilsdie grosse Verschiedenheit natürlicher Fähigkeiten,und daraus herrürender Neigungen, durch solchenZwang nicht nur ungenutzt gelassen, sondern auchschwerlich und müsam überwältiget wird; theilsdie Anzal der einer und andern Lebensart oder Hand-thierung gewidmeten Leute leicht zu gros oder znklein werden, und das gehörige Verhältnis gegendie Bedürfnisse menschlicher Geselschaften verlierenkönnen, weiches nicht so leicht zu befürchten ist, wenndie Mutmaslickkeit des bessern Fortkommens mitund bey einer Beschäftigung, der jedesmalige Be-stiRmungsgrund dieser Wahl einer Lebensart ist,als wenn dieselbe der blossen unwilkürlichen Be-stimmung der Geburt und des Herkommens über-lassen wird ; theils die Unmöglichkeit, von andernLeuten ungleiches Herkommens übertreffen zu wer-den , und bey überhäuftet- Anzal von Leuten seinerHandthierung, durch anderweitige Versuche seinenZustand zu verbessern, viel Faulheit und verdrosseneNachlässigkeit verursachen mns. Daher wenigsten«Ausnamen ausserordentlicher Fälle von solcher Re-gel stat finden müssen, wenn sie unschädlich seyn sol,daran es auch unter den Egyprern nickt gefeit bat;bey welchen verschiedene Meinungen von der Se-lenwanderung zur Einfürung und Beibehaltung die-ser Gewonheit viel beigetragen zu haben scheinen.

kt) ^««»„^tgnnsrosbgrcli'ioF cliiclceiis st Lsirn. «o, IZ7. Vi^. V0I.1. 27 Y.lg,

*) (H.)Man findet auch Nachricht hieven in Thevenc-ts Rcisedeschreibung Th. I. cap.ro, mgleiche» i»«all, 10ns neuesten Geschieht Th> 5 . p. 485,486. wftwvl' dieselbe» in einigen Umständen von der Erzäiting

des Greaves abgehen.

Fortsetzung