2 Abschtt. Vom Altertum, RegieruWsart, Gesetzen rc. der alten Egypter. 4Z9
in eine Wagschale dasHar, in die andere aber Silber legeten; wenn nun das Silber^as Uebergewicht bekam, so gaben sie es den Wärtern der Thiere, welche ihnen davor Spei»
>e vesvrgeten, die gemeiniglich aus zerhackten Fischen bestand; die Ichneumons aber undTatzen wurden bisweilen mit Brot und Milch gefüttert.
H. 529.
Wenn jemand eines von diesen heiligen Thieren vorschlich umbrachte, so wurde er Weitere be-ü>n jeden gestrafet; geschahe es aber unversehens, so ward die Strafe der Wilkür der Pn'e- sthreibung sol<ntt überlasten: wer jedoch eine Katze, einen Falken oder einen Ibis tödtete,der muste ohneEe Gnade sterben, es mochte mit Vorsatz geschehen seyn oder nicht; indem der wütende Pö-^ einen solchen unglücklichen Menschen unausbleiblich umbrachte, welches zuweilen ohne *
Ee rechtliche Untersuchung der Sache geschahe 0 « Dergleichen einem Dörner begeg-welcher zufälliger Weise eine Katze umgebracht hatte; worauf sich der Pöbel sogleichdas Haus versamlete, worin er war, daß weder die bitlichen Vorstellungen einiger vor-nemen Männer, die der König abgeschickt, noch die Furcht vor den Römern, mit welchen^damals in FriedtzpSunterhandlungen stunden, dem Menschen das Leben retten tonten '«).
Wenn daher jemand von ohngefär ein solches Thier todt antraf, so blieb er ziemlich weit da»von stehen, und betheuerte mit vielem Wehklagen, daß er es todt gesunden habe. Ja, was"och unglaublicher scheinen möchte, wird gar erzälet, es sey einmal in Egypren eine so grossHungersnoth gewesen, daß die Einwoner genötiget worden, einander zu fressen, dem ohn-erachtet aber sey niemand beschuldiget worden, von irgend einem dieser heiligen Thiere etwasgekostet zu haben.
tz. ZZO.
. Ausschweifungen des Dienstes, den die EMPter diesen Gotheiten erzeiget, als Fortsetzung
oen Stieren zu tRemphiSMnd Heliopolis, der Ziege zu Mendes, dem Löwen zu Leon- derselben.Apolls, dem Crocodil anMm See Möris (D), und vielen andern an verschiedenen Or»scheinen fast unglaublich. Denn sie wurden in geweiheten Behältnissen verwaret, undvon vornemen Leuten sorgfältig gewartet, die mit vielen Kosten Futter vor sie anschaffen; wel»aus den leckerh^ftesten Speisen bestand, als dem feinsten Weizenmehl in Milch gekocht,ous allerhand Honigkuchen, und gesottenem und gebratenem Gänsefleisch; diejenigen, sonüx rohem Fleisch fütterte, wurden mit allerley Vögeln versorget; überdis wusch manße in warmen Bädern, man salbte sie mit den kostbarsten halben, und räucherte sie mit denwohlriechendsten Dingen; sie lagen auf den reichesten Decken, und anderem kostbaren Ge-*sste; ja, damit nichts feien möchte, ihnen ih^Leben so vergnügt zu machen, als nur immerMöglich seyn wollen, so hielt man ihnen die schönsten Weibgen ihrer verschiedenen Art, dieMe Beischläferinnen genant wurden, auf welche man gleichfals ungemein viel Sorgfalt undkosten verwendete.
/) I. s, er 1 .1.
s (D, Der Crocodil scheint wol das letzte Thier zu. 0", zu dessen gütlichen Verehrung Menschen sol-können versucht werden. Damit es indessen ohne"syefar geschehen möchte, so wurde ein derglei-Thier von klein ausgezogen, zu solchem Endeund nmaanglich zu werden, und ward an den«.Am mit Bändern von Juwelen und Gold aus-"m!">müüt, !an den Vordcrsüssm aber mit Ketten,fütterte es auf gemeine Kosten mit geweihe-(q) !. r. 1. r?. ?. rSs.
§. 5Zr»
ten Speisen; und wem, Fremde kamen, es zu be-sehen, welches öfters aus Neugierigkeit geschahe, sobrachten sie ihm ein Geschenk von Kuchen, zugerich-teten Speisen und Wein,oder ein mit Honig gemach-tes Getränk, welches ihm von den Priestern gerei-chet wurde, indem ihm der eine den Rachen auf-sperrete, der andere aber das Opfer hinein steckte.Wenn er starb, ward die Leiche balsamiert, und ineinem heiligen Sarge zu Arsinoe begraben ( 4 ).