Band 
Erster Theil.
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442
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442 m Hauptst. Geschichte Egyptens bis zu den Zeiten Alexanders des Grosse"'

wegung ist, wonen. Ferner sagen sie, daß, gleichwie die Sonne, Mond, Himmel, E>^und Meer allen Menschen gemein sind, dennoch aber bey verschiedenen Völkern verschiedenNamen füren; also auch nur ein einiger Verstand und eine einige Vorsehung sey, welchdie ganze Welt regiere und verschiedene Diener unter sich habe, ob dieselbe gleich verjW'deutlich benennet, und auf mancherley Weise und mit verschiedenen Gebräuchen, nach ^Gesehen und Gewonheiten eines jeglichen Landes, verehret werde *).

Diesem Begrif zu folge gaben sie vor, der Falk sey ein Sinbild der höchsten Goth^feines scharfen Gesichtes und Geschwindigkeit wegen. Die Otter, die Kaße und der Kai^werden auch als Bilder der götlichen Macht verehret: die erste, weil sie nicht veraltere, Esich ohne Füsse bewege; die Katze, weil sie sich eingebildet, daß sie durch das Ohr empfangund ihre Jungen durch den Mund zur Welt bringe, welches die Zeugung der Rede abbilde»und der Käfer, weil sie vermeinet, es gäbe keine Weibchen in dieser gesamten GattungThieren. Den Crocodil hielten sie auch vor ein ander Bild der Gotheit, weil er unter ^len Thieren allein keine Zunge habe, deren Gott auch nicht benötiget O.

§. sZ6.

Weitere aus. Das Verhältnis der heiligen Thiere gegen einige besondere Götter, oder die Dienst^färung derlei- so sie bey verschiedenen Vorfällen geleistet, oder ihre sinbildltche Aenlichkeit mit einigen The''bm. len der Natur, werden als weitere Ursachen der grossen Ehrerbietung angefüret, die man ih>

nen erwiesen. So wird vorgegeben, die Hunde seyn deswegen angebetet worden, weil s»- - die Isis bey Aufsuchung der Leiche des Msiris auf die Spur gebracht, und dieselbe vor w^den Thieren bewaret *); wiewol dieses Thier nachgehends sein Ansehen merklich vermindert,da es von dem Apis, den Tambysts umgebracht hatte, gefressen, da sich sonst kein anderThier an den todten Körper machte *). Der Falk sey vergöttert worden, weil einer vo"diesen Vögeln den Priestern zu Theben in den alten Zeiten ein Buch gebracht, das rr»§herum mit einem scharlachenen Faden umwunden gewesen, und die Gebräuche enthaltetdie bey dem Gottesdienste beobachtet werden sollen; aus welcher Ursache die heiligen Schr^ber eine scharlachene Schnur und eine Fa'kenfeder auf dem Haupte getragen. Der Wlfsey götlich verehret worden, weil Ostris in solcher Gestalt au? den unterirdischen Gegendenerstanden, und der Isis, nebst ihrem Sohne (Orus, in der Schlacht wieder den Typho"beigestanden, worin dieser unrechtmäßige Besitzer des Reichs erleget worden; oder auch, nMda die Erhiopier einmal einen Einfal in Egypren gethan, ein grosser Haufen Wölfe die^Feinde angefallen, und sie bis jenseit Elephamis vertrieben habe, daher diese Landscharnach der Zeit Lycopolires genant worden; wiewol andere keine weitere Ursach der ihne"erzeigten Ehre anfüren, als die grosse Aenlichkeit derselben mit den Hunden. Der Crocod''§ey, zu dieser Ehre gelanget, weil eines von diesen Geschöpfen den Menas, einen altennig in Egypten, gerettet habe, da er in Gefar gewesen, von seinen eignen Hunden zerriß"zu werden, die ihn bis an den See Möris verfolget, da ihn ein Crocodil auf den R«<^genommen, und aufdie andere Seite des Sees gebracht»). Die Kaße, als ein Sinbild desMondes, werde verehret, ihrer bunten Flecken, ihrer Fruchtbarkeit und GeschäftigkeitNachtzeit wegen ?). * Die Ziege aber, als das geileste Geschöpf, sey ein Sinbild des he>"'gen Triebes, wodurch Menschen zur Fortpflanzung ihres Geschlechtes gereizet werden,

.) Illcm idia. p. z6z Z 8 < 2 . tq, 1. 1 , p. 77 . ») ^

») O>->< vd»luxrL p, 78 . l>U p.Z7ö,

lilrm idiö p. Z77- Z8'. t<l>ILäe er Olutüe, p z6g.