2 Abschn. Vorn Altertum, Regierungsart, Gesetzen rc. der alten Egypter. 44)
^urch Verehrung dieses Thieres ihre Dankbarkeit gegen ihre Götter bezeuget worden, vor^ jalreiche Bevölkerung ihres Landes *) ("b).
§. 5Z7.
. Damit wir dem Leser mit Erzälung der übrigen Thiere, die in verschiedenen Theilen Beschlus sol-von Egypren angebetet worden, die Zeit nicht verderben: so wollen wir diesen Vortrag mk A" «orstet-ves Herodorus Bericht von dem Phönix beschließen; indem sich alles, was nach der Zeitvon diesem erdichteten Vogel gemeldet worden, auf diese Fabel gründet. Er erzälet unsDemnach, der Phönix sey einer von den heiligen Vögeln, den er jedoch selbst niemals an«dors als nur abgemalet gesehen; denn er liesse sich, der Versicherung der Leute zu Helio«nach, in Egypren nur alle fünfhundert Jahre einmal sehen, unmittelbar nachvem Tode seines Vaters. Die Maler stelleten ihn mit karmesinroten und güldenen Feebern vor, in der Gestalt und Grösse eines Adlers. Sie gäben vor, er komme aus Arabien,
Aher er seines Vaters Körper balsamiret mitbringe, und in dem Sonnentempel begrabe.
Welches er auf folgende Weise verrichte: Er mache erstlich ein Ey aus soviel Mirrhen, als^ tragen könne, und nachdem er versuchet, wie schwer es sey, so höle er es aus, und steckeseinen Vater hinein; sodann stopfe er die Oefnung wieder mit so viel Mirrhen zu, daß al-les zusammen soviel wäge, als vorher, ehe er den Körper hineingethan, und dieses füre erdenn nach Heliopolis")
§- N8.
Die Egypter sollen am ersten verordnet haben, daß die Männer in den Tempeln E>mge anderesich der Weiber enthalten, und an keinen heiligen Ort kommen sollen, ohne vorläufiges Wa-Eg^A*
Kkk 2 schen,
r) vbi fspr». ») 1. 2 .
« s'A ^ ) Dom Banier hat man zwey weitläu-Nge Vertheidigungen dieser gottesdienstlichen Ver-ehrung der Thiere bey den Egyptern, davon dieeine ärgert. 5ur I'orißine äucultcguelcsLgj-ptiensrenäoient sur snimaux im 4ten Theil der memoi-res ge l' Acsäcmie äes inlcript. 5g. p. n6 - lz; an-betroffen wird; die andere aber, so noch ausfürlicherlst, in der mxtbologie expl. psr l'hitt. tom. 2 liv. 6eb Z und 4 p. Z7Z-ZK6 stehet. In beiden ist zubewundern, daß der Verfasser die bey den neuernVertheidigern des Bilderdienstes übliche Unterschei-dungen der Laerie und Dulie, oder gütlichen undgottesdienstlichen Verehrung, ingleichen des unmittel-baren und mittelbaren, oder beziehungS - und vcr-hältniüweise geleisteten Gottesdienstes, zur Entschul-digung und völligen Rechtfertigung dieser Abgötte-tey aebrauchr, ohne vieleicht zu merken, wie solchtreuherziges Geständnis dieser ungereimten Folgen°le Unrichtigkeit der neuern Grundsätze seiner Kir-che unleugbar erweise; indem allerdings die Recht-mäßigkeit der allergröbsten Abgötterey daraus ge-tigert werden kan. Wenigstens zeiget dieser grosse.Versal der Egypter bey ihrer übrigen Weisheit,i°w»l die Warheit der Äussprüche Paul» von denHeiden, Röm 1, ri-rzrc. Dieweil sie wüsten,ein Gott ist, nnv haben ihn nrckt geprei-tt als einen Gott, nock gedanker, sonvern,,"t> in ihrem Tickten eitel worden, und ihr""verständig Her; ist verfinstert, da sie sich
für weist hielten; sind sie zu Narren worden,und haben verwandelt die -Herlickkeir des «n»vergänglicken Gottes in ein DilS, gleick denverganglicken Menfcken, und der Vogel, undder vierfüßigen und krackenden Thiere rc. alsauch wie gefärlich es sey, im öffentlichen Gottes-dienst von Menschen ersonnene Gebräuche einzufü-ren und beizubehalten, deren ganzer Nutzen auf Er.innerung weit hergeholter Vorstellungen und Be-trachtungen beruhet, weil solche geheime Deutun-gen den Begrif des gemeinen Volks übersteigen, sodadurch aus Unvermögenheit zu dergleichen Umwe-gen notwendig in Aberglauben oder Abgötterey ver-fallen muS- Unter den Vorstellungen des lächerli-chen und unsnstäudigen in dieser Verehrung derThiere, die selbst bey heidnischen Schriftstellern vor-kommen, sind sonderlich im Luciano beissende Ab-handlungen anzutreffen, al« im concil. äeor. c. w. 5 g.äe iscrikc. c. 14 sstrolog. 0.7.
(zi-.B) Die Fabeln vom Phönix oder Son-nenvogel kommen bey den alten und besten Schrift-stellern so häufig vor, daß man einigen Kircheuvä«lern wol zu gute halten kan, aus Unwissenheit derNaturgeschichte bis gemeine Vorurtheil ihrer Zeitenangenommen z» haben: obgleich mit allem Rechtdaraus geschloffen wird, daß dergleichen Schriften,als Llementis von Rom Brief an die Lorinrher,nicht aus gütlichem Eingeben herrürm können.