444 m Hauptst. Geschichte Egyptens bis zu den Zelten Alexanders des Grossen.
-scheu, nachdem sie bey einem Weibe gelegen. Sie sind auch die ersten gewesen, die einen jedenMonat und Tag einer gewissen Gotheit gewidmet, und die Zeit der Geburt eines jedenMenschen bemerket, woraus sie ihr künftiges Schicksal beurtheilet. Sie hielten ein sorgfältigesVerzeichnis aller seltenen Veränderungen der Natur, welche in ihrem lande häufiger sollt"vorgefallen seyn, als anderswo, mit Bemerkung alles dessen, was darauf erfolget; well sievermeinet, daß wenn dergleichen zu einer andern Zeit wieder vorfalle, eben derselbe Erfolgzu erwarten sey. Bey dem allen gaben sie nicht vor, selbst künftige Dinge vorherzusagen,sondern alle Vorherverkündigungen geschähen von den Göttern. Denn, wo sie nicht daserste Volk gewesen, so Orakel errichtet, und die Gewonheit eingsfüret, dieselben zu befragen;- so ist es doch ausgemacht, daß die ältesten und berümtesten Orakel unter den Heiden, inson-derheit des Jupiters in Eybjen und zu Dodona, ursprünglich aus EZypren herrürenwie an einem bequemern Ort weiter gemeldet werden sol.
In Egypten gab es verschiedene Orakel, als des Hercules, des Apollo, derMinerven, der Dianen, des Mars und Jupiters; vor allen andern aber wurde derEarona ihres in der Stadt Bums sehr hoch gehalten O; und in den folgenden Zeiten warauch zu Alepandrien ein sehr berümtes von dem Serapis ^). Die heiligen Thiere, alsder Apis, die Ziege, der Löwe und der Crocodil, hakten auch ihre verschiedene Orakel').Die Art, den Apis zu Nfragen, bestünde darin, daß man acht gab, in welches von denbeiden Zimmern, die für ihn zurecht gemachi waren, er hineinging. Denn es war einegute Vorbedeutung, wenn er in das eine ging ; begab er sich aber in das andere, so war eS«ine böse Anzeige. Oder sie hielten ihm auch Futter vor, und schlössen von der Annemungoder Weigerung desselben auf eine vortheilhaste oder nachtheilige Antwort. Man saget,daß, da Germanicus Cäsar kurz vor seinem Tode diö Orakel befraget, das Vieh vonseiner Hand nicht fressen wollen -0
§. ZZ9.
Menschen- Wir dürfen nicht unterlassen, etwas von den Menschenopfern zu melden, die von den
sn. >alten.Egyprern geopfert seyn sollen. Gleichwie man rote Ochsen ihrer Aenlichkeit wegenmit dem Typhon, der rote Hare gehabt haben sol, opfern dürfen; also sollen auch Menschenvon dieser Farbe in den alten Zeiten von ihren Königen bey dem Grabe des Osins seyn ge«schlachtet worden. Weil aber die Egypter selten rote Hare haben, so waren die gewönli-chen Schlachtopfer Fremde; und daher, vermeint man, sey die unter den Griechen so betankeFabel, von des Busiris Grausamkeit gegen die Fremden, entstanden, nicht von einem Kö-nige dieses Namens, sondern weil des Dsrris Grab in der egyprifthen Sprache so geheist
f. s. H illcm ikni. «0 i. 7. kia. eccl. I. 2. 2). ») S.
<ie vk^c. p. 274. / ) !>>!l. nar. I. 8 c. 46. . 4 /,...?//. >. 22. c. 15.
L.) Dir Art des Orakels, so pausanias und Sternen in Verbindung gestanden, die nicht ,Vc? c. rr S. 575» meldet, hat darin bestanden, nur für Wonunaen derselben gehalten worden, M'
M Mmnachverrichtetem Opfer und dargebrachtem Lern auf deren Bewegung, und derselben LinflusGeschenk sein Ohr vor das gütliche Bild gehalten, in unsere Erde, die meisten Göttergedichte sich bezo-«nd daraus nur beiden Händen die Ohren verstopft, gen, und darauf gemeiniglich gedeutet worden, da-bis man Zum Tempel herauskommen, da denn die her auch die Benennungen der Zeichen des Thier-erste gehörte Rede vor die verlangte gütliche Ant- kceises entstanden: so scheint daher die Sterndeu'Wort gehalten worden. Unsere Verfasser haben dis tung zum Warsagen nicht nur bey den Egpptck"Orakel vorn Secams zu Alexanvrien verstanden, entstanden, wenigstens sehr zeitig und stark getriebender auch in derlatelniscven Uebersehung stehet, die zu seyn; sondern auch die Arr eines gütlichen Okst-griechischen Warte aber reden vorn Avis. Weil kels anfänglich gehabt z» haben-die egrptische Götter mlt derr Himmelskörpern