Band 
Erster Theil.
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445
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2 Abschti. Vom Mettum, Regierungsart, Gesetzen rc. der alten Egypter. 445

sen r). In den alten Zeiten wurden auch zu Heliopolis, kngleichen der Göttin Juno oderEucina Menschen geopfert, in einer Stadt von Oberrhebais, die den Namen dieser Göt-tin gefüret, und woselbst sie unter der Gestalt eines Geiers angebetet wurde. Diese Men-schenopfer musten eben also untersucht werden, als die Kälber, die man als rein aussuchteund besiegelte. Es wurden ihrer zu einer gewissen Zeit in den HundStagen täglich drey ge-opfert, die man lebendig verbrante, und ihre Asche in den Wind streuet?. Solche unglücklicheMenschen nante man Typhomer ^)- Diese barbarische Gcwonheit wurde von dem A-Masis abgeschaffet, welcher die Verfügung machte, daß an ihrer stat eben soviel Wachsbil-der geopfert werden solten 0: und zu Herodoms Zeiten war so wenig Andenken derselbenDiehr anzutreffen, daß bey Erzälung einer Fabel der Griechen vorn Hercules, den die E«gyprcr bey seiner Ankunft dem Jupiter opfern wollen, ihn auch mit vielem Gepränge zumAltar gefüret, wovon er sich aber durch Erschlagung aller gegenwärtig gewesenen befreiet;dieser Geschichtschreiber urtheilet, der Erfinder solcher Geschichte müsse in den egyprischenGesetzen und Gebräuchen ganz unwissend gewesen seyn: „denn wie solten wir uns, spricht er..

„vorstellen, daß ein Volk, welches keine Art von Thieren, ausser Gänse, Schweine, und solche„Ochsen und Kälber, die sie ohne Fehl befunden b), schlachten dürfen, sollte Mensck)en ge-,-opfert haben ^) ?„ Daß indessen solcher Gebrauch daselbst wirklich stat gefunden, scheintaus glaubwürdigen Zeugnissen unleugbar zu seyn; und wird durch das Bild des priesterli-chen Siegels bestätiget, das auf die zum Opfer bestirnte Ochsen gedruckt wurde, woraufeinkniender Mensch gestochen war, mit gebundenen Händen auf dem Rücken, und einemSchwert an der Gurgel 0- Wir haben zwar oben der menschlichen Opfer erwenet, diedem Nil gebracht worden'"); allein wir finden davon beyden alten Schriftstellern keineNachricht (^).

§. 540.

Wir haben die Verehrung des Lauches und der Zwiebeln als ein Stück des egypti- , Verehrungsehen Aberglaubens angefüret: weil aber die Geschichtschreiber nichts davon gedenken, so Uckseglauben wir, daß der Satirenschreiber, um das lächerliche desto höher zu treiben, die Gren-

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S) Ois<e. S-c. 1. >. p. 79. L) zpu-I korpliyr. Ue ai-Mn. 1.2. c. 55. s-rsepgr. eugnxel. I. 4.

c. 16. er Ue Iti^c er OiiriUe p. zko. ,«lein axug co-U-m. k) t. 2. c. 45.

/) vbi suplü. p. zSz. m) S. oben §. 4-9. sq.

(F) Aus dieser Stelle, und demjenigen, was oben«Ngcfüret worden, können wir nicht anders urthei-len, als daß diejenigen unrecht dran seyn, die be-hauptet haben, es sey den Egypter» nicht erlaubtSewesen, die Götter mit Dich oder Blut zu versö-hn, sonder» nur mit Gebet und Näuchwerk(6).

(za,,. Bs) Wenn dem Zeugnis Ruffini zutrau-et stehet: so haben die Menschenopfer bis ins 4teJahrhundert nach Christi Geburt in Egypten ge-dauert. ^indem derselbe im 11 ten Buch der Kir-^enqeschjchte, oder aten Fortsetzung des übersetztenAusetzii c- 24 bey Meldung der Zerstörung desTempels Secams zu Alexandrien folgendesiMkeibet: dorret snimus siicere, gni initerismor-salchnz Izguel s äseiiionidns prsepzrsti kunr,guse.Merz, quse tcelerz i» iilis, gnae ciicetzznttegerentur; guot ibi infsnknlw cspiks lle-S. tzrurn»!. 1,1. e. 7,

te6lz inzuratls Iztzris invents llnt, gnnt milcrorumcrucizl-ilcs inortes ciepiKse. emn proäe-

rentur in lucein, zc zurzs prolaiz fei rentnr,licet confullone ipfz zentiler et pnävre öillriße-rcnt. tsmen 6 guis zlletle potent. rvirzliLtnr totfzecults ke illis tsin neksrüs et tsm prulenäls trsu-clibus irretitum . . . . nzm vt omittsi» csetcrzüzgitiz, guoe in sliis Iveis vi necstis pzrunlis,oo inlpeÄionern vrrZlni^

bus Aercbüntur, vnuni lolunimoöo, in tem-plo bstnrni seri 3li omninni vcnir confeientizni,memorsho fg. wo er des Tvranni im TempelSamrnr getriebne Schandthaten erzälet. Wor-aus zugleich erhellet, daß diese Menschenopfer in denspätern Zeiten heimlich müssen seyn verrichtet, auchvermutlich dem Serapis, in Absicht der järlickci,Neberschwemmung des Alls, gebracht wvl-den(zog. 24;).