2 Abschn. Vorn Altertum, Regierungsart, Gesetzen rc. der alten EgypLer. 449
todt bist Dieses Bild sol, einiger Vorgeben nach, den Maneros vorgestellet haben, zudessen Andenken sie bey ihren Gastgeboten einen traurigen Gesang gesungen, den si nach sei-nem Namen genant. Man hat mancherley Ueberlieferungen von dieser Person; die Egy-Ptergaben ihn für den Sohn ihres ersten Königes aus, der in der Blüte seines Alters ge,stürben; andere sagen, er sey eines Königes zu Byblus in phönicien Sohn gewesen, dervor Schrecken gestorben über den zornigen Anblick der Ist's, da er ihr Betragen gegen denLeichnam des Dstris gar zu genau zu beobachten gesucht. Dieser Maneros sol der ersteErfinder der Musik gewesen seyn; daher sowol als auch der Uebereinstimmung dieses Gesan-ges wegen mit dem, welchen andere Völker dem griechischen Linus zu Ehren jungen,
Herodoms vermeinet, daß es eben dieser Dichter sey. Andere stehen indessen in den Ge-danken, Maneros sey kein Name einer Person, sondern des Gesanges selbst gewesen; dastodte Bild aber habe das Schicksal des Dstris vorgestellet
§. 547 .
Die EgMer waren sehr reinlich, sowol bey ihren Malzeiten als in andern Fällen; reinlich-indem sie ihre Trinkgeschirre, die von Erz waren, alle Tage sehr sorgfältig scheuerten, auch keil und klei-häufige Abwaschungen und Reinigungen brauchten, sich auch recht ängstiglich hüteten, nicht mit düng.fremden, als unreinen Leuten, zu essen ^). Es geschahe auch hauptsächlich der Reinlichkeit we-gen, daß sie sich beschnitten ; welche Gewonheit unter ihnen feit undenklichen Zeiten eingefü-gt war e), und vor so notwendig geachtet wurde, daß sich auch Ppchagoras derselben un-
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l. 2 . r) öe Illriäe elOüriäe r>. z;7. vbi kup». I Mss.^r, jr.
L) l. r. 1.1. p. 24.
Diese Gewonheit scheint aus einer gu-ten Absicht eingefürt zu seyn, um jederman nach-drücklich zu erinnern, bey aller Lustbarkeit des To-des eingedenk zu seyn, wodurch alle lasterhafte Aus-schweifungen der Unmäßigkeit aufs kräftigste verhü-tet werden könten und selten. Sir. 7, 40. psz>o,er. zy,; w. Pred.n, 9. Allein dK Erfolg hat einehöchst wiedrige Wirkung gezeiget: indem man nichtnur das Andenken des Todes und der Vergänglich-keit des menschlichen Lebens zur Reizung ausgelas-sener Ueppigkeit gemisbraucht, um des kurzen Le-bens zu gemessen, so lange es da sey: sondern sichauch dergleichen Sinbilder und Crinnerungsmitteldes Todes, selbst bey andern Völkern, die solchesnachgeamct, als reizender Aufmunterungen bedie-net, bey Gastgeboten und feierlichen Lustbarkeiten de-sto geflissentlicher lustig zu seyn, und die kurze Zeit undGelegenheit eitler Ueppigkeit nicht zu versäumen,vorauf gar deutlich im rten Cap. des Buchs derWeisheit gesehen wird, so aller warscheinlichenVermutung nach in Egypren geschrieben worden,alivo v. i - 9 dergleicken Aufmunterungen vorkom-men : Es ist ein kurz und müselia Ding um^njec Leben, und wenn ein LNenscb dabin ist,'' ! w jftg gnr aus mit ihry. ..... Wohl her' ! ^Un, lnsier uns wohl leben, weil es da ist, und' , Unsers Leibes brauchen, weil er jung ist . . .
- j keiner lasst es ihm feien mit Prangen,
- ^8 man allenthalben spüren möge, wo wir
> A.W.H.'Theil.
fkölick gewesen sind. wir haben dock nicktmehr davon, den das. Von der Nachamungsolches Misbrauchs bey den Römern ist Perron»Stelle merkwürdig, da er bey Beschreibung derSchwelgercy Trimalchions meldet, potsntibueergo, et accurstilliniss nobis lretitiss mirsntibuslsrusin arxenteam sttulit feruus, 6 c sptstsrn, vtsrticuli eins vertebrseque Isxstae in somnem psr-tem vcrtercntur. kianc cum super incnism le-rn ei iterumque sbieciüet, et catenstio rnobili»aliquot stgurse exprimcret, Irimslckio sciiecit:
lkeu, Neu, nos mileror, qusm totus bnmunci»nilül est!
()usm lrsAllis tenero stsmine vita csäit!
8 ic erinius cunÄi, postqusiu no§ auteret orcu§.
Lrßo viusmus, äum licet ette beneWorauf ein Aufsatz sinbildlicher Speisen gefot-get, wobey es heist: circumterebst segxptius puerclibano argentec» psnem, stque ipke eti-un teter-rims voce 6 e Islerpitisrio mimo csntjcrim extor-6 t. blos vt tristiores sä tsm viles scccslimus ci-bos , kuaaeo, inquit T'rünslcbio, coenemus, 6 ncest ius coense. Nach welchem Zwischenspiel dieüppigste Schwelgerey wieder angegangen. Die gleichunmittelbar im folgenden gemeldete Gewonheit,sowol der Reinlichkeit als Absonderung der Fremdenbey den egypriscben Malzeiten, wird durch die Er-zälung von Josepbs Bewirtung seiner DrüberlMos 4 ;, 24. zr. bestätiget.
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