Band 
Erster Theil.
Seite
452
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4zr m Hauptst. Geschichte Egyptens bis zuden Zeiten Alexanders des Grossen.

gingen mit den Priestern um, und wurden, als heilige Leute, nebst denselben in die aller«heiligsten Oerter der Tempel gelassen. Wenn nun diese kamen, den aufgeschnittenen Kör-per weiter zuzubereiten, so steckte einer von ihnen die Hand durch die Wunde in denselben,und zog alles Eingeweide, bis auf das Herz und die Nieren, heraus; ein anderer machtedieses alles rein, indem er es mit Palmwein und andern wohlriechenden Wassern aus-wusch s^). Sodann wurde der Bauch mit Z-stassenen Mirrhen, Caßia, undanderen wohl/riechenden Dingen, nur Weirauch ausgenommen, angefüllet'/ unoKas Loch wiederzugenehet war, so wurde der Körper noch über dreißig Tage lang mit Cederöl und verglei-chen Wassern gesalbet; oder auch auf siebenzig Tage, welches die längste Zeit dazu war, inSalpeter geleget. Nach Verstieffung solcher Zeit wuschen sie den ganzen Körper, umwun-den alle Theile desselben mit Tüchern von feiner Leinewand, und überstrichen solches mitGummi, den sie, die Egyprer, als Leim gebrauchten. Dis allesgeschahe ohne diegeringsteVerstellung des Körpers, so daß selbst die Harr in den Augenbraunen und Augenliedern si-tzen blieben; auch die Aenlichkeit des Gesichts beibehalten wurde und leicht erkant werdentonte (2). Wenn die Balsamirer das ihrige verrichtet hatten, so namen die Verwandtendie Leiche, und legten sie in ein hölzern Sarg, so in der Gestalt eines Menschen verfertigetwar, und stelleten solches aufrechts gegen die Mauer eines dazu bestirnten Gebäudeshin (2). Denn viele EgMer behielten ihre Todten bey sich im Hause über der Er-de

sG'l plutarch schreibet, daß wenn der Bauch ge-öfner worden, sie denselben erst an die Sonne gele-get, und die Gedärme in den Nil geworfen, alsetwas, das den Leib verunreinige ( 8 ).

(H) Dis scheint etwas außerordentlich zu seyn,wenn man erweget, wie das Fleisch in dem Gesichtvon dem Salz mus seyn zusammen gezogen worden.Mein ein Augenzeuge versichert uns, er habe inEgypter» balsamirte Körper mit ihren Hären, Bartund Nagel gesehen, nachdem die Tücher, womitKopf und Fusse umwickelt gewesen, abgefaulet (9).

(I) Es wird uns erlaubt seyn, zu der Beschrei-bung , so wir oben aus dem-Herodoms und Dio-Sorus gegeben haben, einige Anmerkungen beizu-fügen von den balsamirten Körpern, oder Mumien,wie sie heut zu Tage genant werden, welche manhäufig aus Egypten heraus bringet.

Die Sarge, worin sie liegen, sind sehr dick, undbestehen gemeiniglich aus Holz von Adams Feigen-baum , oder Sycomoren, so in Egvpten Phara-onis Feigenbaum genant wird, und nicht so leichtfaulet, als anderes Holz; einige sind jedoch vonStein, und andere von dick zusammen gekleistertenTüchern. Das oberste Ende des Sarges ist meh-renrheils in der Gestalt eines Menschenkopfes ge-Mnitten, mit einem daran gemalten Weibergesicht.Das übrige bestehet aus einem grade fortgehendenStucke, so unten einen breiten Seulenstul hat, umdasselbe in der Grabstäte aufrecht hinstellen zu kön-nen. Einige solcher Särge sind mit verschiedenenhieroglyphrschen Bildern schön bemalet.

Die Körper selbst zeigen sich auf folgende Weise:Sie sind in einem leinen Todtenkleide eingehüllet,woran verschiedene gleichfals leinene, und mit heili-gen Zeichen bemalte Küssen befestiget sind, welchemeistentheils an dem Bauche und an den Seitenhinab laufen, oder auch an den Knien und Deinengefunden werden. Das Gesicht ist mit einer geklei-sterten Leinwand bedeckt, die fast wie ein Gesichtstück eines Helms aussiehet, und darauf ist das An-gesicht der Person in Gold vorgestellet. Die Füll«haben eben dergleichen Bedeckung, ioniithieroglv-phisthen Bildern bemalet ist, und bald wie ein ho-her Pantoffel aussieht. Der ganze Leib ist in Strei-fen oder schmalen Binden Leinewand eingewickelt,so an dem Kopfe anfängt, und bey den Füssen auf-hört; auch so künstlich und auf eine so unnachaw-liche Weise mit so vielen umschlungenen Wendun-gen mehrmals über einander gewunden ist, daß we-nigstens bis an die tausend Ellen von dergleichenBinden auf einem Körper befindlich seyn müssen.Dieselben Binden, insonderheit die den Kovf »nbdas Gesicht bedecken, sind so geschickt gewickelt, daßsie nicht hindern, die Gestalt der Augen, Nase undMundes deutlich zu erkennen. Auf der Brust il?eine Art von Bruststück, das aus leinen Faltenbestehet, die eingekerbt, oder schuvpenweise geschnit-ten sind, insgesamt aber köstlich bemalet und ver-goldet ist; worauf gemeiniglich ein Weibergesichtmit ausgestreckten Armen angetroffen wird.

Inwendig ist der Körper mit Arzeneien angefül-let, von der dichten Farbe und Geruch als PrModer Harz, welche von der Sonnenhitze weich werden-

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