Band 
Erster Theil.
Seite
455
JPEG-Download
 

rAbschn. Vom Altertum, RegiekUttgsart, Gesetzen rc. der alten Egyprer.

dem Tode fabelhafter Weise vorgetragen, von diesem Gebrauch der Egyprer herze-nommen haben: Diodorus aber bemerket, daß sie, an stat durch diese Fabeln eine Besse-rung des Lebens zuwege zu bringen, bey lasterhaften Leuten damit zum Gespöt und Geläch-ter geworden; da hingegen in Egypren die Betonung der Frommen, und die Bestrafungder Gotlof n nach dem Tode nicht fabelhaft war, oder in der Einbildung bestand, sondernin der That und täglich öffentlich vor jedermans Augen gehandhabet wurde *) (^).

8 ; 554 -

Die Gräber, worin die Egyprer die Leiber ihrer Verstorbenen beisetzten, waren nach GrabstLte.dem Stande der Leute auf verschiedene Weise erbauet. Von der Pracht der königlichenGräber ist bereits einige Anzeige geschehen; die Gräber der alten Könige zu Theben wer-den so beschrieben, daß die Nachkommen e6 ihnen darin nicht zuvor thun können. Dieheiligen Geschichtbücher füren ihrer sieben und vierzig an; allein zur Zeit ptolemäus, desSohns Lagus, waren nur noch siebenzehen davon vorhanden, von welchen die meisten8änzlich verfallen waren, da Diodorus diese Gegenden in der hundert und achtzigsten (!)-hmpiade in Augenschein nam. Von den Spitzseulen, die in eben der Absicht aufgefüretworden, haben wir satsam geredet, und von des Ofymandyas Grabmal können wirl'mfolgenden Nachricht ertheilen. Die Egyprer von geringerm Stande hieben mit grossenKosten unterirdische Grüfte oder Schlafstäten in Felsen aus, dergleichen sich in den lyri-schen Wüsten finden, wovon in Reisebeschreibungen soviel vorkomt, wo sie Caracombenoder Niumienbrunnen genant werden. Man steiget durch ein viereckiges Brunnenlochhinein, so daß man die Füsse in die Löcher setzet, die zu dem Ende auf allen Seiten einge-hen sind. Diese Brunnen sind nicht gleich tief; diejenigen inzwischen, so die geringsteTiefe haben, gehen über sechs Man hoch herab. Unten auf dem Boden des Brunnen isteine viereckige Öffnung, nebst einem zehn bis fünfzehn Fuö langen Gange, der zu verschie-denen viereckigen gewölbten Gemächern füret; deren jede Seite gemeiniglich fünfzehn bisi>vanzig FuS beträgst: in der Mitte nun jeder vier Seiten ist eine Bank in den Fels ge-hauen, worauf die balsamirten Körper liegen. Zu den Häuptern derselben steht mehren-Heils ein Götzenbild, zu den Füssen aber ein Vogel, und an den Wänden stat der Grab-fchrlften verschiedene hieroglypdische Bilder. Äusser den gröffern sind daselbst andere klek-hrre, sonderlich von Kindern anzutreffen, die aufder Erden liegen. Bisweilen giebtS wo! zwan-iig bis dreyßig solcher Gemächer oder Grüfte neben einander; aus deren einem man in die^rigen kommen kan, und deren Eingang in einem einigen Brunnen besteht *). Die Steine,

^ren Grrabo in einer Ebene zwischen Syene und phrlä > ine große Menge bemerket, werdeneinigen auch vor Gräber gehalten. Dieser Schrissteller nennet sie Hermäa, ihrerMichkeit wegen mit den Steinhaufen, die dem Mercurius zu Ehren an den Landstras-häufig aufgerichtet worden. Er beschreibet sie, daß sie aus einem grossen glatten Steine

bestehen,

») O,»/. Kc. I. I. p. 8 -. h. spuö/rkeu-ootN-lst. ?. I. p. 25.

In Martins explicstion äe pklüerir» Rums, schriftlich denselben mitgegeben. Zn deröiKciies c!e I'kcritiire, <,„i iusss 2 pretent Stelle Diodori kan der durch jenseit übersetzte grie-, dirt ere ni dien entenäns, ni dien expligunpsr chische Ausdruck gar ivol Visiert, oder auch dicktecvmmentsteurs, ist bey der explic. 79. §. L S. bey dem See gegeben werden, welche Bedeutung des§4 lq die Zeichnung einer Mumie mit zwen be- Worts bey griechischen Schriftstellern so unge-sehenen Blattern in den Händen anzutreffen, wönlich nicht ist; wodurch die von den Verfasser n be-

rrselbe mn'masset, man habe zuweilenden merkre Schwierigkeit eines Wiedersxrvchs dieses Ge- .

L 'halt sowol der gPien Verstorbenen angebrachten schichtschreiberö wegfält.

^ "3m, als auch ihrer Loösprechung und beigelegten