r Akschn. Vom Altertum, Regierungsart, Gesetzen rc. der alten Egypkek. 4Z7
§. 556.
Von der Meskun st wird durchgängig zugestanden, daß sie in Egypren erfunden DieMeskunstsey ; man sagt, daß sie dem Abstechen und Ausmessen ihrer Aecker, deren Grenzen alleJahre durch die Überschwemmung des Nils in Unordnung geraten, ihren Ursprung zu dan-ken habe Wie weit es die Egppter in dieser Wissenschaft gebracht haben, ist nicht gargewiö. Indessen scheinet ihre Geschicklichkeit in derselben nicht gar groö gewesen zu seyn,sich auch nicht eben auf alle Arten der geometrischen Grössen und scharfsinnigen Lehrsätze erstre-cket zu haben, die in den neuern Zeiten dazu gehören : das vornemste, so sie davon verstan-den, hat vermutlich blos in Ausmessung ebener Flächen bestanden, und einigen im gemeinen.
Leben durchgängig brauchbaren Regeln. Denn pyrhagoras, der ihrer Gelersamkeit we-gen nach Egypren gereiset, opferte nach seiner Rückkunft eine Hecarombe vor die Erfin-dung des Verhältnisses der längsten Seite eines rechtwinkligen Dreiecks zu den übrigen bei-den /); und Thales, der die Meskunst ebenfals in Egppmr erlernet, opferte den Götterneinen Ochsen vor Freuden über der Entdeckung einer Art, ein rechtwinkliges Dreieck im ZirkelZu beschreiben §). Welche Erfindungen sie demnach von den Egyprern nicht können ge-habt haben; es sey denn, daß man sagen wolte, daß diese beide Weltweisen sich unrechtmäßi-ger Weise zugeeignet, was sie doch ihren Lehrmeistern zu danken gehabt. Wenn nun aberdiese leichte , obgleich sehr wichtige, Sätze zu der Zeit in der cgypcischcn Meskunst nicht ein-
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auch vor älter als die ckraldäiscbe ausgegeben, jadiese letztere gar aus jener hergeleitet; sondern auchin Absicht der Grösse und Grenzen solcher Wissen-schaften, die man allen nachmaligen Erfindungenund neuern Wissenschaften weit vorgezogen: so sindauch unstreitig aus der andern Seite manche uuer-weisliche Meinungen angenommen und sehr über-trieben worden; dahin sonderlich das von vielen be-hauptete Vorgeben gehört, daß die Egypter alleWissenschaften den-Hebräern zu danken haben, baßnicht nur alle ihre Götter aus dem Geschlecht Abra-hams hergenommen worden, so Lourmonc amsveirlauftgsten zu erweisen gesucht, sondern auch vomAbraham, Joseph, oder gar Most alle ihre Geier,seriamkeit bekommen. Zwischen welchen Abwegenbillig die MitiMrasse errvälec wird, nach welcher^weislich gemcW werden kau, daß theils die E-Zkpter unter die ältesten gesitteten Völker gehören,denen nicht nur sehr zeitig Wissenschaften getrie-bn worden, sondern auch hoher gestiegen und derZahl svwol als Güte nach mit der Zeit die Geier,iamkejt der morgenländischen Völker übertreffe», obÄeich das Altertum der Wissenschaft bey denselbenAösser gewesen seyn mag; theils die Treibung derLinste und Wissenschaften bey den Egyplern älterdh als alle wahre und gewisse Geschichte, die wirh^ben, ja die Quelle aller Weisheit und Gelersam-der Gciech n. deren Gesetzgeber, Weiten undAchter, als Mcphcns, Musäns, Melampns,^dglns,Salon,Lycurgus, P/rhagoras, Tha-A. w. H. 1. Lhcll.
les, Democri'tu», Plako, ja selbst Homerus sicheine Zeitlang daselbst aufgehalten; theils der Fort-gang dieser Wissenschaften daselbst dem Altertumihres Ursprungs nicht gcmäs gewesen, als welchenicht nur zum theil bald bey den ersten Erfindungenstehen blieben, ^nm theil aber gar wieder abgenom-men haben, wozu nebst der erblichen Einschränkungderselben in gewisse Geschlechte, die geheime undschwere Lehrark, auch sinbildliche Schrift der Egy-pter, iugleichen der zeitige Ursprung und schnell«Wachstum des Aberglaubens das meiste beigetragenzu haben scheinet, daraus eine Ueberhäufung mitvielen unnützen Dingen zum Nachtheil nützlicherWissenschaft entstellen müssen. Za selbst in Wis-senschaften hat die Theilung besonderer Stücke, wor-auf die Beschäftigung einzeler Geirrten eingeschränktworden, mit Ausschliessung anderer, die selbst zurrichtigen und gründlichen Einsicht jener unentberlichgewesen, Schaden gethan. In Hm. Druckers tritt,crit. plrrl. verdienet im irsten Theil B. 2. c. 7 äspkil. -wgvptiornm nachaesehm zu werden, inglei.chen Reimmans i!leLs>-ttel„srjs anticplitstis lltte-rsrrso. dessen rter Theil die antigriit. lirtersr. sesy-ptiacam eitthält. Auch ist vom Vvilh, lwarburton,m rten Theil der ciinine legarion of blole« dasAltertum der eZyptiscken Wissenschaften B- 4Aoschn. r -4 ausfürlich vertheidiget worden. Der,gleichen auch vom Joh. Aami üe trinrtste lill. Ic. i. z. 7 - lo. 14 -16 geschehen ist.
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