4Z8 m Hauptsi. Geschichte Egyptens bis zu den Zeiten Alexanders des Grossen.
mal befindlich gewesen: so kan man noch vielwkniger vermuten, daß sie diejenige schwerere
Lehrsätze und analytische Methoden enthalten, die nachgehends bekant worden, und wel- ,
che wir den Griechen zu danken haben, die ein so herliches Gebäude auf den alten egypti«schen Grund gesetzt Habers ^).
§- 557 -
Rechenkunst Gleichwie die Rechenkunst nicht nur an sich selbst sehr nützlich, sondern auch zur Ein-und Algebra, ficht und Ausübung der Meskunst unentberlich ist: so wurde auch diese Wissenschaft in E-gypten fleißig getrieben. Daß in den späteren Zeiten eine Art von Algebra in diesemLande bekam gewesen, erhellet aus den Schriften des Diophantus; ob dieselbe aber nichtvon den Griechen hsrgerüret, nachdem sie sich daselbst niedergelassen, kan nicht leicht aus-gemacht werden; indessen ist sie doch der neuern Algebra aus mancherley Absichten weitnachzusetzen') (^°).
§. 558 .
Die Stern- Es wird gemeiniglich vorgegeben, daß die Sternkunde gleichfals eine Erfindungkünde. drr Egypcer gewesen ö), als welche der beständigen Heiterkeit der Luft und der ebenen Flä-che ihres Landes wegen die himlischen Bewegungen weit zeitiger und mit mehrerer Bequem-lichkeit beobachten können, als andere Völker. Herodoms leger zwar die Ehre.dieser Er-findung den Babyloniern bey 0: allein Diodorus hält dafür, daß die Babylonierselbst, sowol als ihre Wissenschaften, von den Egvpterii entsprungen. Er schreibt die Er,findung dieser Wissenschaft den Einwonern von Theben zu; und meldet, daß die Egypkerdie Orte und Bewegungen der Sterne genau beobachtet, und Verzeichnisse ihrer Bemer-kungen von unglaublichen Jahren her gehalten, indem sie sich bereits in den allerersten Zei-ten auf diese Wissenschaft geleget gehabt; daß sie ferner der Bewegungen, des Umlaufs undder jedesmaligen Orte der Plan ten, ingleichen ihrer Einflüsse und Wirkungen sehr kundig ge-wesen, sich auch dm ch lange Erfarung zu erstaunenden Vorherverkündigungen mancher Be-gebenheiten des menschlichen Lebens im Stande befunden, ingleichen Hungersnot, Ueberflus,Pestseuchen, Erdbeben, die Erscheinung der Cometen, und andere dergleichen Dinge, die denmenschlichen Verstand zu übersteigen scheinen, zum voraus anzuzeigen. Die Erscheinungen,so sie bemerket zu haben scheinen, waren zwar die gewönlichsten und leichtesten; allein siewurden dadurch auf die Einrichtung der Länge des Jahres nach dem järlichen Umlauf derSonnen gebracht, so dieses Volk unter allen am ersten gethan, indem sie ihren zwölf Mona-ten, deren jeder von dreißig Tagen gewesen, überhaupt fünf Tage und sechs Stunden an-gehänget ; da die Griechen und Römer die schlechtere und bequemere Art der Monden-jähre gebraucht, und alle drey Jahre einen Monat eingeschaltet haben "). Hergröste Ge-brauch aber, den die Egypter von ihrer Sternkunde gemacht zu haben scheinen, hat wol inAnwendung derselben zum Ackerbau, oder auch zu astrologischen Ausrechnungen, bestan-den, als worauf sie sehr viel gehalten. Es ist warscheinlich, daß sie einen richtigen Begrif
von
S- t. i. p. 72. Nekex'ioni vn sncient an6 mosern i»ri>inx c. y. p. 115. -)6-
I. L. c, in kpinom. ivtcküpb. > l. S/--F. 1.1. er ^-7
sä ^rski xkaenom. ^üron, i, i. I. 2. w) I. I. p. 46.
suprs.
'(zzo B-) Vvn der Meskunst der Egypter, die der Rechenkunst derselben, kan Reimmatt tZr-)sie nickt unter ihre qebeime Wlssenschafren gerechnet, S in,Se chen S z; und Hr-Bruckerfolglich auch nicht sonderlich Zerrieben, und durch S. 27z rc. verglichen werden.
Erfindungen zu erweitern gesucht haben, sowol als