rAbschn. Vom Altertum, Regierungsart, Gesetzen rc. der alten Egypter. 46z
^genommen wird; ob solches gleich scheinet zu den geheimen Lehren der Egyprer gehörethaben, die man dem gemeinen Manne nicht bekant gemacht. Es wird nicht undienlich>Eyli zu bemerken, daß die alten Weltweisen'der sogenanten barbarischen Völker ihre Be-mühungen nicht auf die Erklärung dieser oder jener besondern natürlichen Erscheinung gewandt,
Und ihren Fleis nicht aufUntersuchung einzelner Dinge, vor sich betrachtet, gerichtet haben ; daßMan also, zum Exempel, bey ihnen vergeblich suchen würde, worin die Ursache der anziehendenKraft des Magnets, oder der Farben des Regenbogens, oder das Wesen des Feuers, oder^ie Theilchen des Wassers bestehen, oder wie gros die Kraft der zusammengedruckten Luft sey:sondern ihr ganzes Nachsinnen war mit den Erscheinungen der gesamten Welt beschäftiget,
Ar solcher, die einen Einflus in die ganze Natur haben,' dergleichen der erste Ursprung allerDinge, ihre Veränderungen, Umläufe, und endliche Untergang gewesen ?)
§' t 6 s.
Die Wissenschaft aber, in welcher die Egypter besonders berümt gewesen, und de. Die Magie,ten Erlernung vor den höchsten Gipfel menschlicher Erkentnis gehalten ward, war die Ma-8ie ?). Einige bilden sich ein, die Erfindung dieser Kunst übersteige die menschliche Fähig-keit, und geben daher vor, die Engel, welche sich in die Weiber vor der Sündstut verliebet,haben dieselbe zuerst geleret; Ham habe die vornemsten Regeln derselben aufbehalten, daß 'i>e in der Sündstut nicht verloren gegangen, und Mizraim habe diese Geheimnisse von sei-nem Vater gelernet *). Andere hingegen schreiben die Erfindung derselben dem Hermesiu *); doch so! sie von dem L77eci)epsos, einem Könige in EgyptM, gar sehr seyn verbessertMorden '). Dem sey nun wie ihm wolle, so ist doch so viel gewis, daß diese Kunst in Egy-Pten sehr alt gewesen; denn sie hatten schon zu Josephs Zeiten Zauberer, die sich vorTraumdeuter ausgaben, ingleichen eine Art des WarsagenS vermittelst eines BecherS"),
Und von der Kraft der Beschwerungen zu Moses Zeiten werden gar aufferordentlicke Bei-lpicke berichtet") *). Diejenigen unter den Egyptern, so aus der Magie ihr Werk mach»
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5 >) ^rcbaeol. 1.i. p. 78. ViU. l. 17. I. Z2. c. I. ^ S. oben §. >-> und 279-
in den Annierk. O S. Nrlxiens, ttsercs. n, z, X) k.pixr. 19. rch , Mas.
4>, 8 . 44,5.15. 2 Mos. 7 , II lg.
B.) Bey diesem Theil der GelersamkeitM die Samlung der Naturgeschichte und dazuÄnlicher Bemerkungen von der Wissenschaft solcheUnebenheiten zu erklären, und derselben UrsachenN bestimmen, unterschieden werden. Zu der er-'stn Bemühung haben es die Egypter unstreitig. Nr weit gebracht, in der lchtern aber, der Mangel,
Meri Beschaffenheit mathematischer Wissenschaftsf'auch seihst der nachrt,eiligen Absonderung undfMränkmig ihres Fleisses in gar zu enge Gren-zer Beschäftigung wegen, nichr gar weit kommen"üben.
Es ist gar nicht warscheinlich, daß dieje-Warsagung oder Entdeckung, welche vom Io.
> !Nos 44,4 erzäler wird, eine solcheaberglau-^ Wacsagerey gewesen sey, deren sich die EgyGriechen und andere bedieneten, wem, siesiA Beschallung des Wassers, entweder in grossenH >>"» oder Tnnkgeschirren, Vorbedeutungen niaUnd iowoi gegenwärtige als zukünftige Dinge^er, wollen. Joseph hatte zu viel Erkentnis
von dem wahren Gott, und war seinem Leben nachviel zu heilig, denn daß er eine solche abergläubigeTeufelskunst solte geübet haben. Es ist wahr, diemeisten Ausleger kommen darin überein, daß andiesem Orte von einer Warsagerey die Rede sey;aber es ist dieselbe einer guten Deutung gar wolfähig. Unter allen Auslegungen aber scheint mirdiese nicht die unwarscheinirchste zu sevn, daß Jo-seph, wenn er verborgene Dinge entdecken wollen,gewont gewesen, einen Becher in die Hand zu „e-men und vor die Augen zu halten, nicht als ob der-selbe ein nötiges Werkzeug bey solcher Entdeckunggewesen, sondern daß er nur damit gespielet, seineÄugen von allen andern Dingen abgezogen, und seineGedanken einig und allein auf die Sache gerichtet, dieer >m Gemüt gehabt, dergleichen auch von andernweisen Männern zu geschehen pflege, daß sie, wennsie eine gewisse w.chrige Sache crwegen, entwederdie Augen zuschließen, oder etwas in die Hand ne-men und damit spiele?!, damit sie indessen mit de«"sto grösserer Aufmerksamkeit an ihre Hauptsache den-