2Äbschn. Vom Altertum, Rcgienmasart/ Gesetzen rc. der alten Egypter. 465
Welt von geringern Geistern oder Engeln, und den abgeschiedenen Selen der Helden undanderer grossen Leute regieret werde. Was den ersten Grund dieser Wissenschaft betrift, sohaben wir bereits angemerket, daß die Egpprer jedem Monat und Tag einen besondern Gottjugeeignet; dabey sie sich denn einbildeten, daß sie sieben Jrsterne die sieben Tage in der Wo-che regierten und vorgaben, durch eine vieljarige Beobachtung der Bewegung der Him-melskörper die Kunst erlanget zu haben, künftige Begebenheiten vorherzusehen Sievermeinten ferner, der Einflus dieser himlischen Körper auf die Elemente verursache solcheAusflüsse, welche die Gemüter derer, die durch gebärende Zubereitung derselben empfänglicheworden, dergestalt rüreten, daß sie dadurch geschickt würden, Orakel abzugeben; ja, in ge-wisser Ordnung das Vermögen erhielten, Wunder zu thun und Zeichen zu verrichten e).Denn sie glaubten, Sonne, Mond, Sterne und die Elemente seyn mit Verstand begäbet,und von der höchsten Gotheit bestimmet, die Welt zu regieren ^). Ob sie nun gleich erkan-ten, daß GOtt in außerordentlichen Fallen Wunder thue §), und seinen Willen durch der»Nemliche Stimmen, götliche Erscheinungen, Träume, oder Prophezeiungen offenbaren kön-ne: so bildeten sie sich doch auch ein, daß gemeiniglich Zeichen verrichtet, Orakel ertheiletund Gesichter verursachet würden natürlicher Weise, durch die Beobachtung oder den Ein-flus des Laufs der Himmelskörper, und durch die Wirkungen der Kräfte der Natur. Da-her sie glaubten, daß ihre gelehrten Zauberer im Stande wären, Wunderwerke zu verrich-ten, götliche Aussprüche und Vorbedeutungen zu erhalten, und Träume zu deuten, durchanhaltende Befleißigung und tiefe Untersuchung der Erkentnis natürlicher Dinge, und denBeistand einer besonderen Leibes- und Gemütsbeschaffenheit, so vermittelst des Gebrauchssolcher Mittel zu erlangen stehe, die, ihrer Einbildung nach, eine natürliche Kraft haben,hitzige Vorstellungen zu erwecken, eine enthusiastische Raserey zu wirken, und ihre Ver-nunft zu fesseln, als von welcher sie glaubten, daß sie den götlichen Trieb hindere: dahinsie hitziges Getränk, Musik und dergleichen gerechnet ^). In allen diesen Dingen nun,glaubten sie, sey die Gotheit nicht unmittelbar beschäftiget; sondern es seyn blosse natürlicheWirkungen des Einflusses der Jrsterne und Elemente, die zwar dem gemeinen Man undUngelerten fremd und unbegreiflich sMenen, Leute von Wissenschaft und Weltweise abervöllig verstünden
Der andere Grund der Magie berührte auf einer Meinung, die etwas neuer gewe-sin als die vorhergehende, nemlich daß Geister oder Engel von einer mehr als menschlichenNatur zur Regierung der Welt gebraucht würden, und ihre einem jeden von GOTTangewiesene besondere Geschäfte verwalteten ; zu welcher Ehre denn, ihrer Einbildungvach, auch die Selen verstorbener Helden und außerordentlicher Leute gelangeten. Aus die-ser Ursach nun glaubten sie nicht nur, daß dieselben Kräfte besässen, so der sterblichen Men-scheu Vermögen weit übertreffen; sondern rechneten auch Orakel, Gesichte und Weissagun,8M zur Verwaltung solcher Geister. Und diese Begriffe sind von der fast algemeinen Mei->wng der Juden und Christen nicht sonderlich unterschieden, als welche die Aufsicht der^ngel über menschliche Händel annemen, nebst der boshaften Beschäftigung böser Geisterw denselben, und der grossen Erkentnis und Geschicklichkeit beider Arten derselben ^). Obdurch das Gefttz der Natur aller Umgang mit diesen unsichtbaren wirkenden Wesen ver-A.W.H. i. Theil. Nnn ' boten
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