^ 2 Abschn, Vom Altertum, Regierungsart, Gesetzen rc. der alten Egypter. 467 -
gingen sie nach Hause, und ein jeglicher nam sein Stück Arbeit vor; welches sie mit solcherGeschicklichkelt bewerkstelligten, und die Theile in so richtiger und genauer Verhältnis zu ein« '
ander verfertigten, daß es höchlich zu bewundern gewesen. Die berümtesten Bildhauer un-ter den Alten sollen sich eine Zeitlang in Egypten aufgehalten haben, insonderheit Teleclesund Theodorus, zwey Söhne des Rhöcus, welche die berümte Bildseule des Apollopychius zu Samos nach egyptischer Art verfertiget haben ; denn sie war von demKopf bis zu dem Unterleibe in zwey Theile getheilet, wovon Telecles die eineHelste zuSa«
Mos, und sein Bruder die andere zu Ephesus gemacht, welche sich bey der Zusammenfü«gung so genau zu einander geschickt, daß das ganze Werk von einer Hand gearbeitet zu seyngeschienen. Welches um soviel bewundernswürdiger wird, wenn man die Stellung diesesBildes erwegek, als welches die Hände ausgestrecket hatte, und die Beine von einanderhielte, als wenn es sich bewegte -)
§. 569.
Wir hatten fast vergessen von dem außerordentlichen Bau der Farzsuge zu reden, ,,^°n ihrerwelche die Egypter auf dem Nil gebrauchten. Ihre Lastschiffe waren aus Acancha oder AsNil^Zyprischen Dornen verfertiget r), woraus sie kleine Breter schnitten, ohngefär zwey Ellenins Gevierte gros: diese Stücken Holz setzten sie wie Ziegel zusammen, und bevestigten siemit einer Menge langer Nägel. Wenn nun alles wohl verbunden war, so errichteten sie Ru-derbänke: denn sie brauchten keine Kniestücke oder krumme Hölzer in dergleichen Werke, son-dern bevestigten die innern Fugen mit Bändern von Papyrus. Sie hatten nur ein Steu-erruder, welches ganz durch den Kiel ging, einen Mast von Acamha, und ein Segel vonPapyrus. Diese Schiffe waren sehr ungeschickt, gegen den Strom hinanzufaren ; daherwurden sie beständig an Seilen hinauf gezogen, wofern nicht der Wind sehr stark und vor-theilhaft war. Schiften sie aber mit dem Strom hinab, so befestigten sie eine aus Tama-riskensträuchern geflochtene Hürde mit einem Stricke vorne an das Schis; welche Hürde sieMit Rohrbändern fester machten, und sie ins Wasser liessen. Sie hiengen auch einen Steinmit einem Loche in der Dritte und von ziemlichem Gewichte, mit einem andern Stricke an dasHintertheil des Schifs. Durch solch Drittel erhielten sie, daß wenn der Strom diese Hürdeerhub, er das Schis mit grosser Geschwindigkeit herabbrachte, da der Stein hingegen das-selbe im Gleichgewichte erhielt, daß es nicht umschlagen tonte. Dergleichen Schiffe hattensie eine grosse Menge auf dem Flusse, und einige darunter waren sehr gros *). Der egy«
Ptischen Schiffart zur See werden wir beiläufig gedenken, wenn wir auf ihre Handlungkommen werden (^).
§. ?7o.
Die Art und Weise, wie die Egypter ihre Erkentnks erhalten und auf die Nach« Wie die Ego-kommen fortgepflanzet haben, verdienet besonders betrachtet zu werden. Den Priestern war, AschA/ wss-wie wir schon angezeiget haben, die Beilage aller ihrer Gelersamkeit anvertrauet:' dieselbe aepsianzeth«!
Nnn 2 be-vm.
t>) L-c. vbl iuprr P. 88. S- vbeil §. 4)8-
_ Ein gros Verzeichnis der von den E,
Mprern getriebenen Künste und vorgegebenen Er-Mdungen, ist-im Reimman (?Z?) p- 127-140 mit"Klärung mehrerer Schriftsteller anzutreffen.
) Die meiste Schiff«« zum Handel, selbst?ffEchiopien,wird auf dem Nil anjeho durch Flösse««trüben; wovon in Mttillcrs äekr. äe l'bZMe
»-) l. 2.'
tom. i p. ;z 1g. gehandelt wird, alwo auch p. sz -10;von der vormaligen Schiffart und dem feierlichenReisen der Egypter auf dem Nil viel vorkamt;wobey nur der gänzliche Mangel der Quellen sol»eher Nachrichten zu bedauren ist, zumal da manchesin solcher Erzälnng sehr unwarscheiniich und über-trieben aussteht.